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Umjubelte Rückkehr der WM-Helden

Die glücklichen Vize-Weltmeister der Jahrgänge 1999 und 2000 mit ihren Trainern Matthias Heidrich (l.), Bernd Deutschmann (r.) und Detlef Ullrich.
Die glücklichen Vize-Weltmeister der Jahrgänge 1999 und 2000 mit ihren Trainern Matthias Heidrich (l.), Bernd Deutschmann (r.) und Detlef Ullrich. FOTO: ski1
Cottbus. Die Vize-Weltmeister der Schul-WM sind zurück in der Heimat. Am Montag wurden die Fußballer der Lausitzer Sportschule von ihren Spalier stehenden und lauthals jubelnden jüngeren Mitschülern in Cottbus empfangen. Georg Zielonkowski / ski1

Mit Rang zwei hatten die Kicker der Jahrgänge 1999 und 2000 bei der Weltmeisterschaft in Prag Außergewöhnliches geleistet. "Vor der Abreise hatten wir uns noch bewusst mit unseren Zielen öffentlich zurückgehalten, wir konnten ja die Gegnerschaft nicht einordnen", verriet Schulleiter Wolfgang Neubert. "Jetzt sind wir natürlich glücklich und stolz, dass unsere Schule wie 1999 in Sardinien erneut Silber gewinnen konnte", sagte er am Tage der Heimkehr seiner Helden.

Der Chef der Sportschule war zuvor Augenzeuge vor Ort und konnte so hautnah miterleben, mit welcher Leidenschaft die Cottbuser, die als Sieger von "Jugend trainiert für Olympia" in der Tschechei für Deutschland an den Start gingen, bei der Sache waren.

Im Auftaktspiel bekamen die Cottbuser Sportschüler mit dem Team Neuseeland gleich einen richtig harten Brocken vor die Brust. "Später hat sich gezeigt, dass diese 1:1 endende Partie eine der besten des gesamten Turniers war", schaute Trainer Detlef Ullrich zurück. Da die weiteren Vorrundenspiele mit Siegen beendet wurden, war für Cottbus der Weg ins Viertelfinale frei . Dieses wurde gegen die Spieler von Olympic Lyon, die für Frankreich antraten, mit 2:1 gewonnen. Top-Favorit Brasilien war Gegner im Halbfinale, das nach einem 1:1 in eine Penalty-ähnliche Entscheidungsphase ging. Hier wurde der Cottbuser Torhüter Tim Stawecki zum Helden, der zwei allein auf ihn zulaufenden Angreifern den Schneid abkaufte. "Danach war jeder auf das Finale fokussiert, aber alles mit der besonderen Disziplin und Konzentration, die dieser Mannschaft grundsätzlich zu eigen war", so Trainer Bernd Deutschmann. "Einzig die Ereignisse in der U17-Regionalliga haben am Finaltag kurz die Stimmung gehoben, als bekannt wurde, dass die Jungs des FCE praktisch den Aufstieg sicher haben, da Konkurrent Chemnitz gepatzt hat."

Bernd Deutschmann kann man durchaus als "Mister Schul-WM" bezeichnen, hat er doch die Teams der Sportschule bei all ihren fünf Auftritten begleitet. Platz zwei in Sardinien, Rang neun 2003 in Shanghai, ein dritter Platz in Dänemark 2005 und Platz sechs in der Türkei 2007 waren die Platzierungen, die vom ehemaligen DDR-Oberliga-Spieler begleitet wurden. "Daniel Frahn war 2003 der Ausnahmespieler, mit Männel, Feick, Miatke und Bittroff gab es davon gleich vier beim Bronzerang von Dänemark. Und Leo Bittencourt war 2007 der Held", erinnert sich Deutschmann. "In diesem Jahr aber hatten wir eine so ausgeglichene Mannschaft beisammen, ohne jeden Star, das aber war am Ende der Erfolg. Wie die Kerle sich reingehauen haben, das war die helle Freude", erzählt Deutschmann, der beim Erreichen des Finales seine Freudentränen weder halten noch verbergen konnte.

Dass das Finale gegen Katar am Ende mit 1:2 verloren ging, sorgte nur kurz für Trauer. Am Abend bei der Abschlussparty mit allen 24 beteiligen Jungen- und den zwölf Mädchenmannschaften überwog dann schon wieder die Freude. Trainer Detlef Ullrich staunte nicht schlecht, als er sah, dass seine Jungs nicht nur in der Sportart Fußball ihre Qualitäten haben: "Die haben ohne Pause mit den Fußballerinnen aus aller Welt toll getanzt und hatten scheinbar richtig Spaß dabei. Offenbar war ihnen spätestens da klar, was sie in den Tagen zuvor für ihre Schule, ihre Heimatstadt Cottbus, für Brandenburg und Deutschland geleistet hatten."