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| 19:13 Uhr

Handball
Tolle Saison – doch Coach schmeißt hin

Kai-Uwe Weilmünster (M.) hat mit den LHC-Frauen eine überragende Saison gespielt. Verwerfungen mit der Präsidiumsspitze zwingen den Trainer jedoch zu drastischen Schritten.
Kai-Uwe Weilmünster (M.) hat mit den LHC-Frauen eine überragende Saison gespielt. Verwerfungen mit der Präsidiumsspitze zwingen den Trainer jedoch zu drastischen Schritten. FOTO: Georg Zielonkowski
Cottbus. Kai-Uwe Weilmünster hört beim LHC Cottbus auf. Sogar seine Mitgliedschaft beendet der enttäuschte Frauen-Trainer. Von Georg Zielonkowski

Gerade hatten sich die Handball-Frauen des LHC Cottbus noch über ihren dritten Platz in der Abschlusstabelle der Brandenburgliga gefreut, nun gibt es im Team einen echten Paukenschlag. So wirft gleich ein Trio die Brocken hin. Allerdings nicht aus dem Kreis der Spielerinnen, sondern Trainer Kai-Uwe Weilmünster, Co- und Torwarttrainer Tobias Grafe sowie Mannschaftsleiterin Anke Klaue.

Weilmünster, der in den 90er-Jahren als Cottbuser Zweitligaspieler Handballgeschichte geschrieben hat, hat sogar seine Mitgliedschaft im LHC Cottbus beendet. Er erklärt: „Peter Gronem, der ja vor einem reichlichen Jahr mit all seiner Seriosität die Verantwortung als Präsident übernommen hatte, ist ja schon vor Wochen enttäuscht zurückgetreten. Seitdem leitet das gewählte Präsidiumsmitglied Gerald Haschick mit einigen kommissarisch Berufenen den Verein. Allerdings in einer unehrlichen Weise, die wir uns so nicht gefallen lassen können.“ Konkret gehe es um nicht bereitgestellte Gelder für die Abschlussfeier der Frauen und zweifelhafte Aussagen im Zuge der Diskussion darüber. Die Verwerfungen Weilmünsters mit dem aktuellen Präsidenten sind jedenfalls derart groß, dass der Coach nicht umhin kam, die genannten drastischen Konsequenzen zu ziehen.

Zwar hatte Weilmünster zu Beginn seines Engagements bei den LHC-Frauen angekündigt, sich nur als Zwischenlösung zur Verfügung zu stellen, doch war er mit den Frauen derart erfolgreich, dass das Team zwischenzeitlich sogar am Titel schnuppern konnte. Im zweiten Jahr nach dem Aufstieg war man mit den Topteams der Brandenburgliga nicht nur auf Augenhöhe, sondern konnte diese sogar reihenweise bezwingen. Das war auch der taktischen Vielseitigkeit geschuldet, die der Coach mit seinen Frauen einstudiert hat. „Unser Konterspiel sollte nicht unsere einzige Waffe bleiben, darum wurden Kombinationen einstudiert, mit denen wir die Gegner oft überrascht haben“, lässt Weilmünster die Saison Revue passieren. „Dazu kamen unsere konditionellen Vorteile, für die wir im harten Sommertrainingslager den Grundstein gelegt hatten.“

Individuelle Stärken vervollständigten das kompakte Auftreten des LHC, der durchschnittlich 28 Mal pro Spiel zu Torerfolgen kam. Zu großen Teilen war dies ein Verdienst der drittbesten Werferin der Liga, Nancy Oelke, die 143 Treffer setzte. Gekonnt in Szene gesetzt wurde die 20-Jährige sehr oft von der Zweitliga-erfahrenen Marlen Matthee. Der 35-Jährigen war es auch zu verdanken, dass während der Partien klug das Spieltempo variiert wurde und „Matzko“ auf diesem Wege Verantwortung für die mit einigen sehr jungen Spielerinnen besetzte Formation übernahm.

Wer indes künftig die Verantwortung für die Frauenmannschaft des LHC übernehmen wird, ist derzeit unklar. Weilmünsters Vorgänger auf dem Trainerstuhl, Michael Schuster, hat sich jedenfalls selbst schon aus den Reihen des LHC verabschiedet.