| 16:40 Uhr

Leichtathletik
Suche nach dem nächsten Olympiasieger

Mit dem Lauf-ABC begann der Leistungs- und Aufnahmetest der Lausitzer Sportschule für das Schuljahr 2018. 40 Kinder waren dabei.
Mit dem Lauf-ABC begann der Leistungs- und Aufnahmetest der Lausitzer Sportschule für das Schuljahr 2018. 40 Kinder waren dabei. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Die Lausitzer Sportschule hat in Cottbus Leichtathletiktalente gesichtet. 40 Kinder bewarben sich um 14 Plätze. Von Sven Hering

Robert und Christoph Harting sind die bekanntesten Namen. Sie haben an der Lausitzer Sportschule gelernt und trainiert. Beide wurden später Olympiasieger. Constantin Schulz, Artur Beimler und Marie Scheppan heißen die aktuellen Hoffnungsträger – alles ehemalige oder noch aktuelle Sportschüler. In Deutschland sind sie beim Nachwuchs Spitze.

Bis Lukas Domann in dieser Liste vielleicht einmal auftaucht, hat er noch ein wenig Zeit. Doch mit allen oben Genannten verbindet den Elfjährigen schon eine Gemeinsamkeit. „Er ist unheimlich ehrgeizig“, sagt sein Vater Lothar Domann. Das fällt an diesem Samstagvormittag in der Cottbuser Leichtathletikhalle sofort auf. Die Lausitzer Sportschule hat hier zur Sichtung geladen. Gesucht werden Mädchen und Jungen, die im Sprint, Sprung oder Lauf besonders talentiert sind – und deshalb an der Schule auch in den Genuss einer speziellen Förderung kommen sollen.

40 Kinder haben sich für den ersten Termin angemeldet. Sie bewerben sich um einen der 14 Plätze, die in der neuen siebten Klasse im Schuljahr 2018/19 für die Leichtathleten vorgesehen sind, verrät Lehrertrainerin Andrea Schieskow. Die andere Hälfte der Klasse ist für BMX-Sportler reserviert.

Vor ein paar Jahren noch stellten die Leichtathleten alleine eine komplette Klasse. Doch der Brandenburger Sport setzt jetzt andere Prioritäten. Neue Sportarten rücken damit in den Fokus. Am Leichtathletik-Konzept selbst hat sich allerdings wenig geändert. So sollen die Läufer, Sprinter oder Weit- und Hochspringer bis zur zehnten Klasse eine Art Grundausbildung an der Lausitzer Sportschule bekommen. Danach wechseln die besten Athleten nach Potsdam auf die dortige Sportschule. Ein Weg, der aus verschiedenen Gründen in den vergangenen Jahren nicht immer konsequent eingehalten wurde.

Für Lukas Domann ist das alles noch sehr weit weg. Er muss zunächst erst einmal einen Platz an der Schule in Cottbus ergattern. Beim Lauf-ABC, mit dem der Sichtungstag beginnt, kann er schon einmal punkten. Vier Jahre trainiert er beim Vfl Spremberg, einem Landesstützpunkt für die Sportart. Seine Übungen sehen akkurat aus. Auch beim anschließenden Sprint und Weitsprung macht er eine gute Figur.

Das gilt ebenso für die Mädchen, die der SV Olympia zur Sichtung geschickt hat. „Wir haben uns natürlich speziell auf diesen Tag vorbereitet“, verrät Vereinsgründer und Trainer Dieter Spiller. Drei Olympia-Mädchen gehören zu den Anwärtern für einen Platz in der neuen Leichtathletikklasse. Zwei von ihnen haben im Sprint ihre besonderen Stärken, eine ist eine talentierte Läuferin. „Ich glaube, sie haben auch ganz gute Chancen“, gibt sich Spiller zuversichtlich.

Der Ablauf der Sichtung verläuft nach einem seit Jahren bewährtem Schema, so Andrea Schieskow. Zunächst werden Körpergröße und Gewicht der Kinder gemessen. Nach einer gemeinsamen Erwärmung und dem Lauf-ABC müssen sie 30-Meter mit fliegendem Start sprinten. Die Zeit wird per Lichtschranke ermittelt. Die Besten kommen an diesem Tag auf 3,60 Sekunden. Weitsprung, Medizinballwurf und ein 800-Meter-Lauf stehen außerdem auf dem Plan. Die Eltern können sich während dieser Zeit die Lausitzer Sportschule oder das angeschlossene Internat anschauen.

Die Auswertung ist inzwischen erfolgt. „Es war ein hohes Niveau, wir haben einige Talente dabei“, verriet Andrea Schieskow am Mittwoch. Jetzt werden die Briefe mit den Zusagen verschickt. Wer von den jungen Sportlern in den nächsten Tagen Post bekommt , hat zumindest die erste Hürde auf dem Weg zum Olympiatitel schon mal genommen.

Lukas Domann aus Spremberg möchte auf die Sportschule.
Lukas Domann aus Spremberg möchte auf die Sportschule. FOTO: Steffen Beyer