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| 16:09 Uhr

Handball
Sieg in letzter Sekunde verschenkt

Nick Widera traf gegen Spandau lange Zeit nach Belieben.
Nick Widera traf gegen Spandau lange Zeit nach Belieben. FOTO: Steffen Beyer
Handball-Oberliga. Der LHC Cottbus kann beim 31:31 gegen den VfV Spandau eine Langzeitführung nicht ins Ziel retten. Von Wolfgang Swat

In der Handball-Oberliga hat der LHC Cottbus am Samstag vor 330 Zuschauern in der Lausitz-Arena den angepeilten Sieg verpasst. Am Ende jubelte nur der Gast aus Berlin beim 31:31 über einen gewonnenen Punkt.

„Schade, dass ich den Letzten nicht auch noch gehalten habe“, haderte Torhüter Julien Adam nach dem Schlusspfiff. Gemeint war damit der Siebenmeter, den der Spandauer Patrick Germann in der allerletzten Spielsekunde in Adams Kasten unterbrachte. Zuvor waren die Gäste bei vier Versuchen vom „Punkt“ gescheitert.

Mit dem Unentschieden hatten die wenigsten einheimischen Zuschauer nach dem Spielverlauf am Ende gerechnet, nachdem ihre Mannschaft über weite Strecken der Begegnung überwiegend mit drei oder vier Toren in Führung gelegen und den Sieg offensichtlich sicher geglaubt hatte. Dabei gab es in den letzten sieben Minuten Warnhinweise genug. Beim Stand von 30:27 in der 53. Minute vergaben die Spandauer zwei Siebenmeter in Folge. Die sich daraus ergebenden Chancen, mit eigenen Angriffserfolgen die Entscheidung zu erzwingen, ließ der LHC ungenutzt. Trainer Bozidar Bursac machte aus seiner Enttäuschung auch gar kein Hehl. „Die ganze Stimmung in der Mannschaft war nicht gut. Einige haben wohl gedacht, das drei oder vier Tore Vorsprung schon reichen würden“, kritisierte er. „Es ist nicht die ganze Mannschaft aufgestanden, sondern nur zwei oder drei Spieler.“

Bezeichnet war, dass Bursac schon nach  knapp 13 Minuten die erste Auszeit nahm, um seine Truppe aufzurütteln. „Die ersten zehn Minuten haben wir förmlich verschlafen“, begründete er seinen frühzeitigen Griff nach der „Grünen Karte“.

Beim Pausenstand von 15:13 stimmte zwar die Richtung, doch richtig rund lief der LHC-Motor auch danach nicht. Immer wieder nahm sich Bursac einzelne Spieler zur Seite und erteilte Instruktionen. „Irgendwie haben wir es trotzdem immer wieder falsch gemacht“, räumte Robert Schulze ein. „Wir haben nicht gut gedeckt und am Ende vorn zu ungeduldig gespielt.“ Als Spandau ab der 50. Minute Nick Widera beim Stand von 28:25 in Manndeckung nahm, hatte das Auswirkungen. Widera hatte bis dahin getroffen wie er wollte und 13 Tore erzielt. Spandau kam trotz der vergebenen Siebenmeter auf 30:29 heran. Als der 17-jährige Alexander Volk, der kurz vor der Pause sein Debüt in der Männermannschaft der Lausitzer gab, drei Minuten vor dem Ende der Partie zum 31:29 traf, schienen die angestrebten zwei Punkte dennoch in den Händen der LHC-Spieler zu liegen. Am Ende aber brachte die Mannschaft den Vorsprung nicht ins Ziel. „Wir haben die große Chance vertan, zwei Punkte zu gewinnen. Das ist sehr schade, denn wir hatten das Spiel eigentlich im Griff“, stellte Trainer Bursac ernüchtert fest. „Jeder Spieler muss doch zu Hause mit breiter Brust auftreten. Das war aber nicht der Fall.“

LHC: Adam (1 Tor), Hinzer; Widera (13), R.Takev (5), Nietzel, Reimann, Schulze, A. Takev (je 3), Volk (1), F. Takev, Hüneburg, Gogava