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| 16:23 Uhr

Handball
Schöner schmerzlicher Abschied

Besonders emotional war es am Samstag für Marcus Meier (vorn, 2.v.r.). Der Kapitän und Interimstrainer muss seine Handballkarriere beenden.
Besonders emotional war es am Samstag für Marcus Meier (vorn, 2.v.r.). Der Kapitän und Interimstrainer muss seine Handballkarriere beenden. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Der LHC Cottbus und seine Fans erleben nach dem Schluss-Sieg von 30:23 gegen Tegel bewegende Momente. Von Wolfgang Swat

Das waren besondere Minuten am Samstag in der Lausitz-Arena: Das Oberliga-Spiel  des LHC Cottbus gegen den VfL Tegel, das die Hausherren mit 30:23 gewannen, war längst abgepfiffen. Doch die Mehrzahl der 459 Zuschauer blieb noch lange auf den Rängen in der Halle, und  immer wieder gab es herzlichen Beifall, wenn die Namen jener aufgerufen wurden, die aus verschiedensten Gründen  nach  dieser letzten Begegnung der Saison den Verein verlassen oder von Funktionen zurückgetreten sind. Die Mannschaft hatte für diese Kameraden Bildcollagen anfertigen lassen mit Szenen, die an besondere Momente erinnern. Es war ein schmerzlicher Abschied von den Spielern Florian Berndt, Don-Pablo Mulemba, Marc Schmitz und Richard Lößner.

Und erst recht von Marcus Meier. Der Kapitän der Mannschaft musste mit 27 Jahren seine aktive Handballkarriere wegen einer schweren Armverletzung auf ärztlichen Rat beenden. Nach dem Rücktritt von Marcel Linge als Sportlicher Leiter des LHC und Trainer der ersten Mannschaft war es Meier, der in die Bresche sprang und die Verantwortung auf der Bank übernahm. Als sein Name aufgerufen wurde, wurde es besonders emotional. Da flossen dann auch ein paar Tränen.

„Ich musste schon ganz schön hart mit mir kämpfen“, gab Torhüter Florian Berndt zu. Aus beruflichen und familiären Gründen verlässt Berndt, der einst vom HSV Insel Usedom zum LHC gewechselt war, die Lausitz und spielt künftig für den Liga-Konkurrenten Ludwigsfelde. „Im Erwachsenenbereich war es in Cottbus  die geilste Zeit. Sie hat mir sehr viel gegeben, auch für meine persönliche Entwicklung. Danke dafür“, sagte Berndt, dem die Fans zum Abschied sogar ein eigenes Spruchband gewidmet hatten.

Der Schulterschluss des Cottbuser Publikums mit der Mannschaft, die ihren ehemaligen sportlichen Chef Marcel Linge extra zu diesem Abschied in die Halle eingeladen hatte, war es, der diesem Saisonabschluss trotz Wehmut einen schönen Rahmen gab.

Und das nach einer Spielzeit, die ein Wechselbad der Gefühle war: mit unerwarteten Siegen gegen Favoriten, ebenso unerklärlichen Niederlagen gegen vermeintlich schwächere Gegner und mit Platz sieben – einem Rang  im Niemandsland der Tabelle.

Zu einer solchen schmerzlichen Pleite gehörte die Niederlage mit elf Toren Differenz Anfang des Jahres 2018 in Tegel. Zwar gelang die Revanche am Samstag beim 30:23-Erfolg in der Lausitz-Arena nicht ganz, aber man merkte der Begegnung schon an, dass es nicht mehr als ein freundschaftliches Spielchen um die „goldene Ananas“ war.  Erfreulich auf Cottbuser Seite, dass sich beim Start-Ziel-Sieg alle Feldspieler in die Liste der Torschützen eintragen konnten.


LHC:
Berndt, Adam (Tor); A.Takev (7 Tore), Widera (4). Schmitz, R. Takev, Reimann, Lößner (je 3),  Efa, Hüneburg (je 2), Baccar, Nietzel, Mulemba (je 1)

Als Tabellensiebter der Oberliga Ostsee-Spree beenden Alexander Takev (am Ball) und der LHC die Saison.
Als Tabellensiebter der Oberliga Ostsee-Spree beenden Alexander Takev (am Ball) und der LHC die Saison. FOTO: Steffen Beyer