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Handball
Schmerzhafte Bruchlandung für den LHC

Fataler Sturz: LHC-Kapitän Marcus Meier brach sich in dieser Szene bei der harten Landung den linken Ellenbogen.
Fataler Sturz: LHC-Kapitän Marcus Meier brach sich in dieser Szene bei der harten Landung den linken Ellenbogen. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Nach einer schweren Verletzung ihres Kapitäns Meier verlieren die geschockten Cottbuser 25:29 gegen Usedom. Von Wolfgang Swat

Der LHC Cottbus hat am Samstag in der Handball-Oberliga sein Heimspiel gegen den HSV Insel Usedom mit 25:29 verloren. Die Lausitzer rutschten dadurch in der Tabelle auf Platz acht ab. Erfolgreichster Torschütze der Cottbuser war Nick Widera mit zehn Treffern.

Die Partie am Samstag vor 600 Zuschauern in der Lausitz-Arena hatte gerade begonnen, richtig in Fahrt zu kommen, als den LHC die entscheidende Ursache für die Bruchlandung ereilte. Kapitän Marcus Meier bekam im Sprung einen heftigen Stoß vom  Usedomer Abwehrspieler Christoph Dübener und landete in der Folge schmerzhaft auf dem Hallenparkett. Dabei verletzte er sich am linken Arm. Meier wurde sofort ins Krankenhaus gebracht, wo nach Vereinsangaben ein Bruch des Ellenbogens festgestellt wurde. „Ich will dem Usedomer Spieler keinen Vorsatz unterstellen – dumm, fahrlässig und unsportlich war es allemal“, sagte LHC-Trainer Marcel Linge. „Ich wünsche Marcus, dass er schnell wieder vollständig gesund wird. Wie wichtig er für uns ist, haben zuletzt die beiden Siege gegen Spandau und Grünheide gezeigt.“

Der Usedomer Spieler erhielt für sein Foul die Rote Karte (ohne Bericht) und darf im nächsten Spiel wieder mitwirken. Bei Meier ist zu befürchten, dass er die gesamte Saison ausfallen könnte.

Der Bruch nach dieser schlimmen Szene im Cottbuser Spiel war unübersehbar. Den Siebenmeter nach dem Foul vergab Widera, und auch danach waren die Cottbuser Handballer in Gedanken mehr bei ihrem leidenden Kapitän als beim Spiel. Da nutzte auch eine Auszeit zum Aufmuntern nichts, sodass der LHC in der heimischen Arena zur Halbzeit fast schon aussichtslos 11:17 zurück lag.

Dennoch war die Pausenansprache von Linge kurz. „Ich habe den Jungs gesagt, dass sie für Marcus spielen sollen“, ließ er wissen.

Und das taten sie auch. Tor um Tor luchsten sie den Usedomern deren komfortablen Vorsprung ab, und hatten diesen in der 43. Minute beim Ausgleich zum 20:20 durch Richard Lößner eliminiert. Danach waren die Kräfte beim Gastgeber, der angesichts des schmalen Kaders kaum Wechselmöglichkeiten hatte, allerdings aufgebraucht. Die Spieler von der Ostsee-Insel legten, auch bedingt durch Konzentrationsfehler bei den Lausitzern, in den folgenden fünf Minuten einen 5:0-Lauf hin, der die Partie entschied. Der LHC  stemmte sich zwar gegen die drohende Niederlage gegen starke Usedomer, konnte aber die Bruchlandung am Ende nicht verhindern.

Von einem drohenden Abstiegskampf angesichts von nur fünf Punkten aus sechs Partien wollte Linge dennoch nichts wissen. „Die Saison ist noch lang. Was die Spieler nach dem Meier-Schock in der zweiten Halbzeit abgeliefert haben, macht mir Mut für die kommenden Aufgaben. Ich kann deshalb auch mit dem durchaus schmerzlichen Ergebnis leben, mit der Verletzung von Meier nicht. Ich hoffe, dass er schnell wieder gesund wird.“

Trainer Linge, der auch sportlicher Leiter beim LHC ist, deutete an, dass man sich auf dem Spielermarkt umsehen werde, allerdings keine großen finanziellen Sprünge machen könne. Schließlich will man nicht auch noch eine finanzielle Bruchlandung erleiden.

LHC: Berndt, Mudrick (Tor); Widera (10 Tore), R. Takev (5), A. Takev (3), Meier, Schmitz, Lößner (je 2), F. Takev (1), Fischer, Reimann, Mulemba.