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| 12:52 Uhr

Handball
Routine schlägt Verschleiß: LHC unterliegt Stralsund

 Der LHC Cottbus um Robert Schulze (M.) hielt lange mit dem Spitzenreiter mit. Am Ende stand eine 26:28-Niederlage.
Der LHC Cottbus um Robert Schulze (M.) hielt lange mit dem Spitzenreiter mit. Am Ende stand eine 26:28-Niederlage. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. In der Handball-Oberliga bleibt Stralsund nach seinem Sieg in der Lausitz-Arena weiter der Krösus. Der LHC Cottbus kämpft voller Leidenschaft, kann die 26:28-Niederlage aber nicht verhindern. Von Wolfgang Swat

Während die Spieler des Stralsunder HV nach dem Schlusspfiff im Kreis tanzten und skandierten „Keiner soll es wagen, Stralsunder Jungs zu schlagen“,  bedankten sie die LHC-Spieler um Kapitän Robert Takev bei den  einheimischen Zuschauern mit Händeklatschen für die Unterstützung – das allerdings  mit hängenden Köpfen. „Mindestens einen Punkt“ (Trainer Marcus Meier) wollte man mit aus der Halle mitnehmen, am Ende aber quittierten die Cottbuser eine schmerzliche Niederlage.

Und das im doppelten Sinne.  Erstens, weil Florian Takev nach einem (nicht geahndeten) Foul mit einem Eisbeutel auf der Nase das Parkett verlassen und mit dem Verdacht eines Nasenbruches die Halle Richtung Krankenhaus verlassen musste. Und zweitens, weil der angestrebte Punktgewinn gegen die abgezockten Gäste von der Ostsee, die nach den  bisherigen  21 Spielen lediglich einen Minuspunkt auf ihrem Konto haben, möglich war.

Vor allem in der hektischen Schlussphase fühlten sich  die LHC-Akteure von den Männern mit der Pfeife benachteiligt.   Ausdruck der emotionalen Proteste gegen deren Entscheidungen war eine „Gelbe Karte“ als Zeichen für eine Verwarnung gegen den stets beherrschten LHC-Co-Trainer  Dieter Sklenar. Der hatte sich  über eine  Zeitstrafe gegen Alexander Takev 70 Sekunden vor Spielende erregt.  „Ich werde den Schiedsrichtern bei der Spielauswertung meine Meinung sagen“, machte er seinem Unmut Luft.

Auch Spieler wie Glenn Nietzel oder Robert Schulze fanden Entscheidungen der Spielleiter „nicht ganz fair verteilt“. Allerdings waren sie fair genug, die Niederlage  nicht bei anderen zu suchen. „Der Sieg von Stralsund geht schon in Ordnung. Die waren einfach cleverer“, stellte Schulze fest. Auch Nietzel befand: „Wir haben ein super Spiel gemacht, und dass wir verloren haben, ist super ärgerlich.“ Vor allem,  so Nietzel, weil letztlich die eigene Abgeklärtheit gefehlt habe. Und wohl auch ein Quäntchen Kraft.

Trainer Marcus Meier stellte seiner Mannschaft trotz der Niederlage ein gutes Zeugnis aus. „Wir haben insgesamt  super gekämpft und gut gespielt“, lobte er. „Am Ende hat die besser besetzte Bank der Stralsunder den Ausschlag gegeben.“  In der Schlussphase machten sich der Ausfall von Florian Takev und der Abnutzungskampf Mitte der zweiten Halbzeit deutlich  bemerkbar.

Nach dem 12:13-Halbzeitstand waren die Cottbuser nämlich innerhalb von acht Minuten arg gebeutelt mit 15:20 in Rückstand geraten. Von den leider nur 287 einheimischen  Zuschauern in der  Lausitz-Arena hatten wohl  die meisten  zu diesem Zeitpunkt eine Vorentscheidung zugunsten der Ostseestädter befürchtet.   Zwölf Minuten später aber hatte Euphorie die Skepsis abgelöst. Tor um Tor hatten die Lausitzer aufgeholt und die Hansa-Kogge  mit ihrer 23:22-Führung  heftig ins Schlingern gebracht. Dann aber standen sich die Routine der Gäste und der Verschleiß der Hausherren bei ihrer Aufholjagd entgegengesetzt gegenüber. Stralsund konterte und hatte vier Minuten später beim 24:27 wieder die Nase vorn.  Der LHC kämpfte, der angestrebte Punktgewinn aber gelang nicht mehr.

Trainer Meier gab sich nach dem Schlusspfiff kämpferisch: „Die Verletzung von  ‚Flo‘ (Florian Takev) ist beschissen. Dennoch  hat uns die Leistung Mut gemacht für die nächste Woche.“ Dann muss sich der LHC in Grünheide beweisen. Und bei den Randberlinern wollen die Lausitzer wie Stralsund am Samstag in Cottbus  möglichst mit einem  Siegestanz feiern.

LHC: Adam, Menz (Tor) – Widera (9 Tore) Nietzel (8/3), R. Takev (2), Efa (2), Schulze (2), Wieland (1), F. Takev (1), A. Takev (1), Hüneburg,  Reimann, Sehl, Volk