| 19:30 Uhr

Basketball
Red Rollers hoffen auf Zuwachs

Die „Rollis“ sind seit 27 Jahren Drittligist. Das ist das aktuelle Team (v.l.): Lars Christoph, Steve Kolkwitz, Trainer Jens Neumann, Frank Stoy, Tobias Hell (Rückenansicht), Rene Stoy und Daniel Scheppan.
Die „Rollis“ sind seit 27 Jahren Drittligist. Das ist das aktuelle Team (v.l.): Lars Christoph, Steve Kolkwitz, Trainer Jens Neumann, Frank Stoy, Tobias Hell (Rückenansicht), Rene Stoy und Daniel Scheppan. FOTO: Georg Zielonkowski
Cottbus. Das kleine Cottbuser Rollstuhlbasketball-Team beendet die Regionalliga-Saison auf Platz vier. Von Georg Zielonkowski

Die Cottbuser Rollstuhlbasketballer haben bei ihrem letzten Regionalliga-Vergleich der Saison 2017/18 eine 25:62-Klatsche gegen Alba Berlin kassiert. Zwar schien es ohnehin illusorisch, den hohen Favoriten in Bedrängnis bringen zu können. Dennoch fiel die Niederlage gegen den Tabellenersten am Ende etwas zu deftig aus. Nach einem noch akzeptablen Pausenstand von 26:15 für Berlin zogen die Hauptstädter später mit ihrem unglaublich schnell vorgetragenen Kombinationsspiel ihre Fäden und trafen seelenruhig aus allen Lagen. So war der Schlussstand zugleich die höchste Saisonniederlage der Red Rollers in der dritthöchsten Spielklasse.

Dennoch schlossen die Cottbuser die Serie mit einem zwei Zähler besseren Endstand ab als die Saison 2016/17. Acht Siege und sechs Niederlagen bedeuteten am Ende Rang vier im Ranking der acht in der Regionalliga Ost agierenden Mannschaften. Abgesehen von Zweitliga-Absteiger Alba spielten die Cottbuser mit der Mehrzahl der Gegnerschaft auf Augenhöhe, herausragend war dabei der knappe Sieg beim Tabellendritten Jena und der klare 63:43-Erfolg  gegen den Tabellennachbarn „Chemnitz Niners“.

Stolze 27 Jahre am Stück rollen die Körperbehinderten schon durch die dritte Liga, wo man sich zumeist im Mittelfeld einordnen konnte. „Vor einigen Jahren haben wir auf unser Aufstiegsrecht verzichtet. Die deutlich weiteren Reisen zu den Partnern der zweiten Liga waren für uns finanziell einfach nicht machbar“, schaut Trainer Jens Neumann ohne Groll  zurück. Seine Schützlinge betreut er seit 2013.

Mit Tobias Hell konnte der Coach in dieser Saison einen neuen Spieler einbauen, der gleich neue Impulse setzen konnte. Der querschnittsgelähmte 17-Jährige ragte nicht nur in der Cottbuser Mannschaft heraus, wie dessen Einladung zur deutschen U-19-Juniorennationalmannschaft ins polnische Walbrzych hinlänglich nachweist.

Tobias Hell (17) wurde auf Anhieb ins U19-Nationalteam berufen.
Tobias Hell (17) wurde auf Anhieb ins U19-Nationalteam berufen. FOTO: Georg Zielonkowski

Neben dem Jüngsten der Red Rollers Cottbus ist ein weiteres Mal Rene Stoy als Leistungsträger der abgelaufenen Saison zu nennen. Exakt 200 Punkte hat der Sohn von Urgestein Frank Stoy (der ehemalige Bundesliga-Handball-Torhüter wird in diesem Jahr 50 Jahre alt und ist noch immer unverzichtbar im Gefüge der Cottbuser Rollis) zu den insgesamt 646 Zählern der Red Rollers beigesteuert, womit er auf Rang sechs der Scorerliste der Staffel geführt ist.

Bis zum Oktober ruht der Regionalliga-Punktspielbetrieb nun, doch wollen sich die Cottbuser Rollstuhlbasketballer bei verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen vorstellen. „Zum einen wollen wir darstellen, wie unser Sport funktioniert, aber zugleich halten wir natürlich bei solchen Anlässen auch Ausschau nach Leuten, die unseren wirklich kleinen Spielerstamm von zehn Akteuren ein wenig erweitern könnten“, hofft Trainer Jens Neumann auf Zuwachs.

ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE