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Fussball
Preilack jubelt nach 260 Tagen ohne Sieg

Preilack-Kapitän Randy Jakubietz (r.) markierte in Skadow sein 4. Saisontor und brachte seine Mannschaft auf die Siegerstraße.
Preilack-Kapitän Randy Jakubietz (r.) markierte in Skadow sein 4. Saisontor und brachte seine Mannschaft auf die Siegerstraße. FOTO: Donald Neugebauer / FuPa Brandenburg
Preilack. Achteinhalb Monate lang mussten die Kreisklassen-Fußballer vom SV Preilack auf einen Sieg warten. Am Sonntag hat die Leidenszeit endlich ein Ende gefunden. Und plötzlich ist auch der Klassenerhalt wieder ein denkbares Szenario. Von Steven Wiesner

Wissen Sie aus dem Stehgreif noch, was Sie am 24. Juni letzten Jahres gemacht haben? Nicht? Könnte daran liegen, dass es ja auch schon wieder eine ganze Weile her ist. Aber fragen Sie mal die Fußballer vom SV Preilack. Die wussten lange Zeit ganz genau, was sie an diesem Tag gemacht haben. War der schwüle Sommertag doch lange das Datum, an dem sie zum letzten Mal ein Fußballspiel gewonnen hatten. Bis zum vergangenen Sonntag! Da klappte es nach langen 260 Tagen endlich mal wieder mit einem Dreier. „Die Spieler haben sich natürlich gefreut, dass die Durststrecke endlich zu Ende ist“, sagt Abteilungsleiter Steffen Glode.

Ihren Anfang hatte die Durststrecke kurioserweise mit dem größten Vereinserfolg der vergangenen Dekade genommen. Nach dem Aufstieg aus der 2. Kreisklasse, in die die Männer aus der Peitzer Teichlandschaft vor zehn Jahren abgestiegen waren, holte sich der Aufsteiger nun in der 1. Kreisklasse Nord eine Ohrfeige nach der anderen ab. 14 Spieltage lang mussten die Spieler vom SVP ihren Gegnern beim Jubeln zusehen. Woche für Woche. „Das nagt schon an dir“, sagt Glode. „Wir hatten auch selten mal eine komplette Mannschaft an Bord.“ Verletzungen und anderweitige Ausfälle haben Preilack nicht selten dazu gezwungen, Spiele von vornherein in Unterzahl zu bestreiten.

Der Tiefpunkt war sicher die 1:12-Klatsche Anfang Dezember bei der SG Jänschwalde, und auch ins neue Fußballjahr starteten die Schützlinge von Trainer Roland Pohle wenig vielversprechend mit den Niederlagen gegen die Topteams vom ESV Forst (1:5) und Briesen/Dissen II (1:7). Für Fortuna Skadow aber wollten die Preilacker nicht auch noch zum Spielball werden. „Ich hatte schon ein gutes Gefühl“, verrät der Abteilungsleiter. Und sein Gefühl sollte ihn nicht trügen. Kapitän Randy Jakubietz schoss seine Farben mit dem 1:0 erst zum dritten Mal überhaupt in dieser Saison in Führung mit seinem dritten Tor in den jüngsten vier Auftritten. David Zuber steuerte später noch das Sieg bringende zweite Tor zum 2:1-Erfolg bei und lieferte Glode damit den Anlass, „den Jungs demnächst noch einen Kasten Bier zu spendieren“. Schließlich war es nicht nur der Premierensieg der laufenden Runde, sondern auch der erste Preilacker Sieg in der 1. Kreisklasse seit dem 1. Juni 2008 (!). In der Abstiegssaison hatte man seinerzeit den SV Werben II mit 2:1 bezwungen.

Preilack bleibt zwar vorerst Letzter, hat jetzt aber nur noch zwei Punkte Rückstand auf Saspow II – den nächsten Gegner am Sonntag (15 Uhr). „Da geht es um den vorletzten Platz, der vielleicht noch für den Klassenerhalt reichen kann“, sagt Glode. „Ich erhoffe mir noch was in den letzten Saisonspielen.“ Im Übrigen gibt es jetzt nur noch eine Mannschaft in der Niederlausitz, die in dieser Saison noch ohne Sieg ist: den Heinersbrücker SV aus der 2. Kreisklasse. Sein letzter Erfolg datiert vom 21. Mai 2017.

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