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Pokalfinale mit vielen Gewinnern

Ausgelassener Jubel: Der SV Fichte Kunersdorf gewann nach 2010 zum zweiten Mal den Kreispokal – dank eines verdienten Sieges gegen Außenseiter VfB Döbbrick.
Ausgelassener Jubel: Der SV Fichte Kunersdorf gewann nach 2010 zum zweiten Mal den Kreispokal – dank eines verdienten Sieges gegen Außenseiter VfB Döbbrick. FOTO: Detlef Bogott/dbo1
Spremberg. Mit 2:0 hat sich der favorisierte SV Fichte Kunersdorf im Intersport-Kreispokal-Finale gegen den Kreisklassen-Ersten VfB Döbbrick durchgesetzt. Was die zahlreiche Begleitung des "kleinen VfB" in keinster Weise von ihrer lautstarken Unterstützung während und nach dem Spiel abhalten konnte. Georg Zielonkowski / ski1

Da auch Fichte mit zahlreichen Fans angereist war, erlebten 456 Zuschauer an diesem lauen Sommerabend auf der Anlage des Spremberger SV ein sehr stimmungsgeladenes Ereignis. Der nach 2010 zweite Pokalsieg des SV Fichte wurde von beiden Lagern, wie auch von den neutralen Besuchern, als völlig verdient bewertet.

Im Wissen, schon zwei weitaus höherklassig spielende Teams aus dem Wettbewerb geworfen zu haben, waren die Döbbricker zwar nicht überheblich, dennoch aber nicht ohne Mut und Zuversicht nach Spremberg gereist. Rund 100 Fans waren sogar in Bussen herübergefahren worden. Und auch diese Döbbricker Anhänger hielten im Innersten freilich eine weitere Überraschung für durchaus denkbar.

Doch schon die Startphase der Partie holte sie schnell aus dem Reich der Träume zurück. War es doch eine konzentrierte Kunersdorfer Elf, die gewarnt vom vorherigen Scheitern der Landesklasse-Teams aus Peitz und Cottbus auf eine schnelle (Vor-)Entscheidung drängte. So ergaben sich für die Doppelspitze Maximilian Müller und Felix Badack einige große Möglichkeiten, die überwiegend mit Sturmläufen über die rechte Angriffsseite vorbereitet wurden.

Da Döbbrick sichtlich beeindruckt von der gegnerischen Wucht schien, kam in deren Offensive kaum etwas zustande. So war es eine Frage der Zeit, bis Tore für die Grünschwarzen fallen würden. Per Doppelschlag (24., 29.) ging der Favorit dann auch folgerichtig auf Kurs Pokalsieg, als Kapitän Gido Musäus per Kopf und Felix Badack von der Strafraumgrenze VfB-Torhüter Daniel Glode überwanden. Scheinbar aufgeweckt durch die Gegentore, spielten plötzlich auch die "Roten" nach vorn, allerdings ohne die ganz großen Torchancen herauszuspielen.

Nach dem Wechsel, als das Spiel insgesamt in seiner Qualität etwas nachließ, erreichte die Kreisklassen-Mannschaft nahezu Ausgeglichenheit, was den Ballbesitz betraf. Jedoch fehlten dem VfB Döbbrick lange Zeit erfolgsträchtige Großchancen, von einer kleinen Phase in der Schlussviertelstunde abgesehen. Da zwang Thomas Rothe den ansonsten arbeitslosen Fichte-Keeper Felix Wolf zu einer Großtat, auch bei zwei folgenden Eckbällen musste der Torhüter auf der Hut sein. Kunersdorf kam nun speziell mit überfallartigen Kontern mehrfach vor das Glode-Tor. Doch wurde teilweise in der Endkonsequenz zu ungenau agiert oder der VfB-Keeper warf sich wagemutig vor die Beine der Angreifer.

Beeindruckend, dass auch weiterhin die Anhängerschaft beider Vereine mit lautstarken Gesängen ihre Jungs unterstützten. Im Duell der Sprechchöre und Gesänge blieb Döbbrick, weil auch zahlenmäßig im Vorteil, siegreich.

Als der Kunersdorfer Sieg mit dem Abpfiff von Schiri Jürgen Thies feststand, feierten beide Fan-Lager ihre Kicker lautstark weiter. Die Kunersdorfer, weil sich ihr Team für das wohl absehbare Scheitern um die Kreismeisterschaft bestens rehabilitierte.

Und die Döbbricker ließen ihre Kerle hochleben, weil die mit ihrem Erfolgs-Weg durch das kreisliche Pokalgeschehen ein ganz dickes Ausrufezeichen in die Chronik des Vereins gesetzt hatten. Woran auch die finale Niederlage überhaupt nichts ändern konnte.

Fichtes Florian Günther (M.) versucht sich gegen Christian Kuhla (l.) und Clemens Weichert durchzusetzen.
Fichtes Florian Günther (M.) versucht sich gegen Christian Kuhla (l.) und Clemens Weichert durchzusetzen. FOTO: ski1