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| 02:35 Uhr

Paralympics-Träume zum WM-Start

Bereit für die Junioren-WM: Charleen Kosche (v.l.), Max Marzillier, Trainerin Rita Chukhrova und Franz Koalick.
Bereit für die Junioren-WM: Charleen Kosche (v.l.), Max Marzillier, Trainerin Rita Chukhrova und Franz Koalick. FOTO: Georg Zielonkowski/ski1
Cottbus. Drei Lausitzer Sportler nehmen an der Junioren-Weltmeisterschaft teil. Franz Koalick ist einer davon. Er hat große Ziele. Georg Zielonkowski / ski1

Eine kleine Cottbuser Delegation von drei Handicap-Sportlern nimmt ab 3. August an den Junioren-Weltmeisterschaften der Behinderten teil. Franz Koalick ist aus dieser Gruppe der international erfahrenste Leichtathlet. Im schweizerischen Nottwil steht der 18-Jährige vor seinen bereits dritten Welttitelkämpfen. In den beiden Vorjahren gewann er jeweils einen kompletten Medaillensatz.

"2015 in den Niederlanden konnte ich Gold beim 200-Meter-Lauf gewinnen, letztes Jahr war ich dann beim 100-Meter-Lauf ganz vorn. Dazu gab es für mich neben den Sprint- auch die Weitsprungmedaillen", erzählt der Sprinter, der in einer Spastiker-Schadensklasse beide Kurzstrecken angehen und beim Weitsprung starten wird. "Als Titelverteidiger will ich nun natürlich auch als Jüngster in der Altersklasse U 20, wenn es irgendwie geht, wieder Junioren-Weltmeister werden."

Ziemlich selbstbewusst betont das Mitglied des Brandenburgischen Präventions- und Rehabilitationssportvereins (BPRSV), dass die Junioren-Weltmeisterschaft als wichtigstes Ereignis des Jahres am Ende nur als Zwischenstation und als Vorbereitung steht für ein ganz großes Ziel, das sich der bisherige Bauhausschüler gesetzt hat: "Wenn ich gesund bleibe und ich meine Leistung weiter immer mehr verbessern kann, muss meine Teilnahme an den Paralympics von Tokio 2020 kein Traum bleiben."

Neben Franz Koalick bereitet Trainerin Rita Chukhrova die ebenfalls spastisch gehandicapte Charleen Kosche auf die Welttitelkämpfe vor. In ihrem Jahrgang steht die 16-Jährige in der Weltrangliste der Diskuswerferinnen immerhin auf Rang eins, sodass deren Zielstellung vor ihrem ersten großen internationalen Wettbewerb nicht so sehr überraschend kommt. "Ich starte als eine der Jüngeren zwar auch mit größtenteils Älteren in der Klasse U18, aber nach einem meiner drei Starts möchte ich schon ganz gern aufs Treppchen gerufen werden", so die in Luckau beheimatete Kugelstoßerin, Diskus- und Speerwerferin.

Seit sieben Jahren wird Charleen Kosche mehrmals in der Woche nach Cottbus zum Training gefahren, weshalb sie einen ganz großen Wunsch hat: "Ich hoffe sehr, dass ich zum neuen Schuljahr einen Internatsplatz hier in Cottbus zugewiesen bekomme, wodurch ich mein Training dann auch noch deutlich intensiver gestalten könnte."

Der Dritte im Bunde der Cottbuser JWM-Fahrer ist Max Marzillier. Den hat Trainerin Rita Chukhrova in Königs Wusterhausen bei einem Wettkampf beobachtet, ihn dabei für durchaus höhere Aufgaben tauglich gehalten und ihm deshalb Cottbus mit dem BPRSV "schmackhaft" gemacht. Der 15-Jährige hat einen Seh-Rest von zehn Prozent. Umso erstaunlicher ist es, dass er bis vor Kurzem noch Fußballer in der B-Jugend seines Heimatvereins MSV Rüdersdorf war. "Aber die Leichtathletik hat mich schon immer nebenher begeistert, sodass ich gespannt bin, wie weit ich es in meiner neuen Sportart bringen kann. Jetzt gleich ein Start bei einer JWM ist natürlich ein genialer Einstieg", so Max Marzillier. Er wird im Schweizer Kanton Luzern die Disziplinen Weit- und Hochsprung, sowie die 100- und 200-Meter-Sprintdisziplinen besetzen.

Insgesamt gehen vom 3. bis 6. August bei der Junioren-Weltmeisterschaft 350 Sportlerinnen und Sportler aus 40 Nationen an den Start, vier davon aus Brandenburg. Und von denen trainieren drei am Cottbuser Olympiastützpunkt.