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| 15:17 Uhr

Handball
Niederlage in letzter Sekunde

In der ersten Hälfte in ungewohnter Umgebung im Kolkwitz-Center taten sich Marc Schmitz (am Ball) und Co. äußerst schwer.
In der ersten Hälfte in ungewohnter Umgebung im Kolkwitz-Center taten sich Marc Schmitz (am Ball) und Co. äußerst schwer. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Der LHC Cottbus verliert gegen Aufsteiger Greifswald/Loitz ein Spiel der Extreme am Ende knapp mit 27:28 (7:17). Von Wolfgang Swat

Der LHC Cottbus hat am Samstag sein Heimspiel gegen den Oberliga-Aufsteiger SG Uni Greifswald/Loitz in letzter Sekunde mit 27:28 verloren. Der letztjährige Meister rutschte durch die Niederlage in der Tabelle auf Rang acht ab.

In der ungewohnten Umgebung im Kolkwitz-Center waren 25 Minuten gespielt und die Cottbuser befanden sich im Angriff. Der aus dem Rückraum abgefeuerte Ball fand seinen Weg allerdings nicht ins gegnerische Gehäuse, sondern landete am Fenster an der Stirnseite der Halle. Das Fenster befindet sich geschätzte fünf Meter neben und zwei Meter über dem Tor.

Wer der Unglücksschütze war, spielt keine Rolle. Es hätte jeder aus dem Team gewesen sein können, denn der Auftritt der LHC-Spieler in den ersten 30 Minuten war so desolat wie der genannte Wurf. Die Cottbuser leisteten sich in diesem Spiel der Extreme in der ersten Hälfte elf Fehlwürfe und acht technische und Abspielfehler. Nach 16 Minuten hatten sie den Ball lediglich drei Mal im gegnerischen Tor untergebracht, die Spieler aus dem Norden der Republik zu diesem Zeitpunkt bereits elf Mal.

Es wurde in der Folge auch nicht besser. Beim Abgang in die Kabine war den Spielern, Trainern und Betreuern des LHC Frust und Ungläubigkeit förmlich ins Gesicht geschrieben angesichts des Rückstandes von zehn Toren beim Zwischenstand von 7:17. Der Unmut der 400 Zuschauer, denen neben der extrem schwachen Leistung wegen eines fehlenden Mikrofons auch noch der Service des Hallensprechers fehlte, war verständlich.

In der Kabine des LHC blieb es dem Vernehmen nach dennoch ruhig. „Über diese erste Halbzeit brauchte man auch gar nicht zu reden“, sagte Florian Takev nach dem Spiel in einer ersten Analyse. „Es war die mit Abstand schlechteste Leistung seit drei Jahren.“ Glenn Nietzel, der erneut mit dem ebenfalls verletzten Marcus Meier die Trainerfunktion wahr nahm, war keiner anderen Meinung. „Wir haben gesagt, vergesst die erste Halbzeit, geht auf die Platte und habt Spaß am Spiel.“

Und in der Tat: In der zweiten Halbzeit standen zwar die gleichen Handballer auf dem Feld, doch sie präsentierten sich als eine ganz andere Mannschaft als zuvor. Auch dafür kann eine Szene als Beispiel dienen. Ernst Efa erzielte nach einem abgefangenen Ball in der 48. Minute den Ausgleich zum 21:21, schleppte sich danach zur Auswechselbank und musste dort erst einmal kräftig nach Luft schnappen. 40 Sekunden später brachte Efa seine Mannschaft dann sogar mit 22:21 nach vorn.

Die Gäste erholten sich jedoch von diesem Schock, zumal es der LHC zweimal verpasste, sogar mit zwei Toren zu enteilen. Fortan wogte das Geschehen auf und ab, wobei der Kräfteverschleiß beim LHC nach der furiosen Aufholjagd offensichtlich wurde, zumal die Einheimischen bereits in der 17. Minute mit Robert Takev einen wichtigen Spieler wegen einer Hüftverletzung verloren hatten.

Loitz schaffte nicht nur den Ausgleich, sondern brachte sich danach jeweils wieder in Führung, wenn der LHC ausgeglichen hatte. Als die Gäste jedoch knapp vier Minuten vor dem Abpfiff einen Vorsprung von zwei Toren heraus warfen, schien die Begegnung entschieden. Widera und Alexander Takev waren es, die den LHC wieder heran brachten. Das Ende passte dann zu diesem Spiel. Sieben Sekunden vor dem Abpfiff beim Stand von 27:27 bekamen Torhüter Florian Berndt eine Zeitstrafe und Loitz einen Freiwurf zugesprochen. Von der rechten Außenposition trafen die Gäste zum Entsetzen der Gastgeber in letzter Sekunde zu ihrem umjubelten 27:28-Sieg.

Der Sportliche Leiter des LHC, Marcel Linge, rang auch viele Minuten nach dem Abpfiff um Worte der Erklärung. „Wir haben davor gewarnte, das Spiel leicht zu nehmen. Genau diesen Eindruck konnte man in der ersten Halbzeit gewinnen. Diese Kritik müssen sich die Spieler gefallen lassen, genauso wie es Lob gibt für die Leistung in der zweiten Halbzeit.“

LHC: Adam, Berndt (Tor); Widera (10 Tore), A.Takev (6), Efa (4), Lößner (4), F. Takev (2), Schmitz (1), Mulemba, Fischer, R. Takev, Reimann, Baccar