| 19:51 Uhr

Radball
Nervenkitzel bis zur letzten Sekunde

Vincent Noack (l.) und Mathias Lucas vom LRV Cottbus haben die Halle beim Neujahrsturnier zum Toben gebracht.
Vincent Noack (l.) und Mathias Lucas vom LRV Cottbus haben die Halle beim Neujahrsturnier zum Toben gebracht. FOTO: Christine Noack
Cottbus. Das LRV-Duo Noack/Lucas gewinnt nach einem spannenden Radball-Turnier den „Pokal der Sparkasse Spree-Neiße“. Von Gerold Noack

Zum insgesamt 21. Neujahrsturnier, dem 19. um den „Pokal der Sparkasse Spree-Neiße“, konnte der Lausitzer Radsportverein (LRV) Cottbus jüngst Mannschaften aus Freiberg, Großenhain, Neustadt, Sebnitz, Ludwigsfelde, Finsterwalde, Spremberg und Großkoschen gewinnen. Traditionell fanden parallel zwei Turniere statt. In der Leistungsklasse bis zur Oberliga spielten neun Mannschaften zunächst in zwei Staffeln. Auf dem zweiten Parkett der Städtischen Sporthalle in der Jahnstraße/Ecke Zimmerstraße wurde erstmals ein Altherrenturnier ausgetragen – mit vielen alten Bekannten aus den allerersten Cottbuser Turniertagen. So äußerte Gunder Zschörper aus Großenhain bereits vor dem Turnier: „Ich bin in all den Jahren dabei gewesen. Cottbus war immer ein Erlebnis – faire Spiele, super Atmosphäre, tolle Sportfreunde und die paar kleinen Pokale, die ich gewinnen konnte, sind dabei fast Nebensache.“

Im Hauptturnier gewannen die Männer aus Ludwigsfelde die Staffel A mit einem am Ende überraschend klaren 4:0 über Vincent Noack und Mathias Lucas vom LRV Cottbus, die dadurch Zweite wurden und sich für das Halbfinale qualifizierten. Staffel B beherrschte Finsterwalde vor Freiberg. Übrigens – bei Finsterwalde spielte Carsten Dobbs mit, der vor vielen Jahren einmal eine Saison für Cottbus in der 1. Bundesliga kämpfte.

In den Halbfinals setzten sich dann überraschend die beiden Zweiten der Vorrundenstaffeln durch. In einem bis zur letzten Minute hochspannenden Spiel schlugen die erfahrenen Freiberger die verdammt schnellen Ludwigsfelder mit 3:2 Toren. Noch dramatischer ging es im zweiten Halbfinale Cottbus gegen Finsterwalde zu. Den Finsterwaldern, bisher ungeschlagen, nutzte die „uralte“ Bundesligaerfahrung nichts. Am Ende stand es 1:1. Ein Strafstoßschießen musste her, im Radball sind das 4-Meter-Schüsse. Hier ging bei allen Schützen zunächst gar nichts. Unter den vielen Zuschauern herrschte vor jedem Schuss Grabesstille. Mit dem letzten Schuss von Mathias Lucas ins linke obere Eck rutschten die Cottbuser schließlich glücklich ins Finale. Ein erster Begeisterungssturm brach in der Halle los.

Das Finale gegen Freiberg bestritten die Cottbuser nach inzwischen fünf kräftezehrenden Spielen wie das Halbfinale aus einer soliden Abwehr heraus. Rasante Attacken wurden nicht immer gleich mit einem Torschuss abgeschlossen. Die auf dem Rad scheinbar schnelleren Freiberger gingen mit einer verdienten 2:1-Führung in die Halbzeit. Noack/Lucas mussten mehr tun. Sie bekamen Freistoßmöglichkeiten, hatten Eckballchancen und schossen häufiger auf das gegnerische Tor. Es gelang das umjubelte 2:2, aber nicht die Entscheidung. Nach der torlosen Verlängerung gab es als Abschluss und Höhepunkt des langen Turniertages erneut ein 4-Meter-Schießen. Und das war richtig spannend. Als Vincent Noack den entscheidenden Schuss hielt, brach ein Beifallssturm los. So dramatisch ging lange Jahre kein Turnier zu Ende, und dann noch mit einem Cottbuser Erfolg.

Das kleine Finale gewannen die Ludwigsfelder gegen Finsterwalde souverän mit 5:1 Toren und wurden Dritter. Die zwei anderen am Hauptturnier beteiligten LRV-Duos Mario Bossan und Sebastian Grabia (Cottbus 2) und Aaron Schulrath/ Alexander Koch (Cottbus 3) belegten am Ende die Plätze 5 und 8. Das als neuntes Team ins Turnier genommene gemischte Paar aus Spremberg und Marius Schwartz (Junioren U19 Cottbus) kam mit herzerfrischendem Spiel überraschend auf Platz 6.

 Beim „Traditionsturnier“ auf der zweiten Spielfläche dominierten die Spremberger und Großenhainer. André Koch und Gerold Noack aus Cottbus wurden Dritter.

 Trainer und LRV-Vereinschef Lutz Pannach freute sich: „Nervenkitzel bei Spielern und Zuschauern bis zur allerletzten Sekunde – mehr geht nicht!“

Vincent Noack und Mathias Lucas starten mit diesem Rückenwind nun in die neue Radball-Oberligasaison und sind am 24. Februar beim Heimturnier der Punktspielrunden in Cottbus zu sehen.

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