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| 15:45 Uhr

Handball
„Nahe am Bypass“: LHC siegt mit Weckruf

 Aggressive Abwehr: Nicola Kuhlmey (l.) und seine Kollegen vom LHC hatten erhebliche Probleme mit der offenen Berliner Deckung.
Aggressive Abwehr: Nicola Kuhlmey (l.) und seine Kollegen vom LHC hatten erhebliche Probleme mit der offenen Berliner Deckung. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Die Cottbuser Oberliga-Handballer machen es reichlich spannend gegen Spandau und gewinnen 26:24. Von Wolfgang Swat

In der 45. Minute des Spiels des LHC Cottbus gegen den VfV Spandau  vor 315 Zuschauern in der Lausitz-Arena musste der Ball richtig leiden. Kreisläufer und Abwehrchef Ernst Efa hatte ihn voller Emotionen im Anwurfkreis aufs Parkett gehämmert und seinen Frust mit einem Schrei lauthals Luft gemacht. Denn in dieser 45. Minute hatte sich der zwischenzeitliche Vier-Tore-Vorsprung (14:10/29. Minute)  für den Gastgeber in einen 17:19-Rückstand verflüchtigt. Der fest eingeplante Sieg der Lausitzer geriet in Gefahr.

Der Weckruf verfehlte seine Wirkung nicht, zumal es Efa selbst war, der nach Ablauf der Auszeit innerhalb einer knappen Minute mit zwei Toren den Ausgleich schaffte. Zwar geriet man noch einmal ins Hintertreffen, dann aber wurden die Weichen Richtung Heimsieg  gestellt.

Die Spandauer hatten sich für eine sehr offensive Deckung entschieden mit meistens drei vorgezogenen Störenfrieden, die den Cottbusern erhebliche Probleme bereiteten. Mannschaftskapitän Robert Takev gab nach dem Abpfiff zu: „Das war 60 Minuten purer Kampf. So schwer hatten wir es uns nicht vorgestellt.“ Trainer Marcus Meier sprach von einem „komischen Spiel mit der offensiven Abwehr.  Das war taktisch schwierig zu lösen.“

Erst Recht, nachdem der bislang in guter Form spielende Robert Schulze bereits nach zehn Minuten mit einer Knieverletzung passen musste. Zudem fehlte mit Alexander Takev, der aus wichtigem persönlichem Grund nicht zur Verfügung stand, ein weiterer schneller und spielstarker Akteur.

So entwickelte sich  eine Partie, die  bei den Cottbusern vor allem durch Einzelaktionen geprägt war. Nach 20 Minuten schienen die Lausitzer jedoch  die richtigen Lösungen gefunden zu haben. Dauerhaft aber waren sie nicht, weil die Abwehr im Verbund mit den beiden Torhütern mehr als einmal nicht energisch genug oder zu spät eingriffen und  auch noch insgesamt sieben Zeitstrafen kassierten. So kam es nicht überraschend, dass die Gäste  Tor um Tor aufholten  und nach 15 Minuten in der zweiten Halbzeit die Cottbuser in eine Aufholjagd zwangen, die  nach Efas Weckruf am Ende erfolgreich und insgesamt mit dem verdienten 26:24 Sieg endete. „Es war ein unheimlich spannendes und unterhaltsames Spiel. Die Halle hat gekocht“, sagte LHC-Präsident Bernd Tietz und fügte hinzu: „Ich war nahe am Bypass.“

Nicht nur wegen des Ausgangs dieses Spiels war der LHC-Chef erleichtert. Er freue sich vor allem auch über die Ergebnisse  anderer LHC-Mannschaften. So gewannen in der Nachwuchs-Oberliga die A-Jugend in Schwerin bei den Mecklenburger Stieren mit 26:22 und die C-Jugend gegen Teltow/Ruhlsdorf 31:23. In der Brandenburg-Liga der Männer gewann der LHC II in Finsterwalde 35:29. Die neu formierte Frauenmannschaft startete in der Landesliga mit einem 22:15-Sieg erfolgreich in die Saison. Lediglich die B-Jugend verlor in der Oberliga in Schwerin 27:29.

LHC Cottbus – VfV Spandau 26:24 (14:11).

LHC: Adam, Göricke – Widera (12), R. Takev (3), F. Takev (3), Efa (3), Nietzel (2), Wieland (1), Reimann (1), Schulze (1), Kuhlmey, Hüneburg, Häntschke.