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Mit Monsterkader zum Doppelsieg – und doch nicht ganz zufrieden

Die Taifuns 2016/17 (v.l.o.n.r.u.): Robert Herrmann, Lars Jäpel, Clemens Hofmann, Vinzent Marks, Kay Kasprzak, Florian Krüger, Max Türke, Christian Varga, Felix Magister, Christoph Groß, Peter Jeske, André Pfeiffer, Georg Neuberger, Daniel Wagner.
Die Taifuns 2016/17 (v.l.o.n.r.u.): Robert Herrmann, Lars Jäpel, Clemens Hofmann, Vinzent Marks, Kay Kasprzak, Florian Krüger, Max Türke, Christian Varga, Felix Magister, Christoph Groß, Peter Jeske, André Pfeiffer, Georg Neuberger, Daniel Wagner. FOTO: Fortuna Finsterwalde
Finsterwalde. Ganze 14 Spieler standen den Fortuna Taifuns am Wochenende beim Heimspiel in Finsterwalde zur Verfügung – eine Situation, die den Kaderengpass der vergangenen Jahre vergessen macht. Mehr noch, weil die Neuzugänge nicht nur Quantität bringen, wie Tabellenplatz drei mit Option auf die Spitze bezeugt. Daniel Wagner

Zu Gast waren die BSG Pneumant Fürstenwalde II und die SV Energie Cottbus II, ein Kellerkind und ein Tabellennachbar, die sich auch das erste Duell des Spieltages lieferten. Das entschied der Favorit aus Cottbus in einem wilden 4. Satz, den die Fürstenwalder beim 24:19 schon gewonnen glaubten, mit 29:27 und insgesamt 3:1 für sich.

Die Cottbuser waren auch die erste Aufgabe der Taifuns, die in bewährter Formation plus Debütant André Pfeiffer ins Spiel gingen. Wie der Rest des Angriffs suchte der im 1. Satz allerdings noch seine Normalform: etwas ängstlich wirkten die Aufschläge und landeten häufig im Netz, etwas zögerlich die Angriffe. Da aber die Abwehr die gewohnte Konstanz ausstrahlte, blieb es bis zum 20:19 eng und wurde nach einer Aufschlagserie von Kay Kasprzak mit 25:21 eingetütet.

Im 2. Durchgang bot sich ein ähnliches Bild, nur dass hier Energie Cottbus die Nase stets zwei, drei Punkte vorn hatte. Die Taifuns konnten sich bei 24:20 zwar noch auf 24:22 heranschleichen, doch ließen sich die Cottbuser die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Das hatte die Taifuns ordentlich wachgepfiffen. Jetzt schnurrte die Angriffsmaschinerie und auch André Pfeiffer war endgültig im Spiel, was bei Aufschlag Max Türke einen Sprung von 7:3 auf 14:4 einbrachte. Die Cottbuser begannen jetzt zu mosern, doch es half nichts. Bei einer irren 20:9-Führung kam Robert Herrmann ins Spiel; beim 23:13 Felix Magister, der sich mit zwei Netzaktionen sofort auszeichnete.

Mit 2:1-Führung und Rückenwind ging es in den vierten Satz - nur die Segel blähten sich nicht. Durch die Einwechslung von Robert Herrmann war zu viel Unruhe ins Hinterfeld gekommen, und erst der Rückwechsel mit Kay Kasprzak brachte die Stabilität - und den Ausgleich bei 14:14 - zurück. Dann folgte der Auftritt des auch sonst kompromisslos agierenden Mittelblocks Vinzent Marks: Er schritt zur Angabe und setzte einen druckvollen Sprungaufschlag nach dem anderen ins gegnerische Feld; direkte oder leichte Punkte waren die Folge. Erst beim 23:14 machte er den ersten Fehler. Die Schlacht war geschlagen, die Taifuns gingen mit 3:1 als Sieger vom Platz.

Ins zweite, vermeintlich einfachere Spiel gegen den Drittletzten der Tabelle starteten die Finsterwalder im Tiefschlaf und mit neuer Aufstellung - mit Libero Christoph Groß, Felix Magister (Mitte), Georg Neuberger (Diagonal), Clemens Hofmann und Robert Herrmann (beide Außen). Die schlaffe Vorstellung wurde mit einer 25:19-Klatsche quittiert, der sofort mit der Einwechslung von Vinzent Marks und Kay Kasprzak begegnet wurde.

Mit beiden strömte der Wille in die Mannschaft zurück, und auch wenn Georg Neuberger auf Diagonal recht unglücklich agierte, war der Satz nie in Gefahr. 25:12, klare Ansage. Der zurückgewonnene Drive mündete in ein munteres, variables Spiel, bei dem vor allem Mittelblock Peter Jeske durch irre Sprunghöhen und wieselflinke Blocks gefiel. Dennoch knabberten sich die Fürstenwalder auf ein 24:23 heran. Kapitän Christian Varga brachte André Pfeiffer, und der belohnte das Vertrauen und klatschte die Kugel zur 2:1-Satzführung unrettbar an den Block.

Kurios wurde es im 4. Satz: Die Taifuns hatten sich schon ein 21:14 erspielt, brachten sich aber durch Wechselspielchen, Annahme-, Abstimmungs- und Aufschlagfehler selbst um die Früchte ihrer Arbeit und die angeknacksten Fürstenwalder zurück ins Spiel. Am Ende entschied die höhere Fehlerquote über den Satzgewinn - und die lag bei den Taifuns. Satzausgleich.

Der folgenden geballten Wut über den unnötigen 5. Satz konnten die Fürstenwalder, die sich schon im 4. Abschnitt geschlagen glaubten, allerdings nichts mehr entgegensetzen. Zahlreiche Eigenfehler besiegelten ein letztlich klares 15:9 und ein 3:2 für die Taifuns, das eigentlich ein 3:1 hätte sein müssen.

Dennoch: Zwei Siege, Platz 3, nur 4 Punkte Rückstand auf Platz 1 und reichlich Luft nach unten. Die Taifuns 2016/17 sind im Aufstiegskampf.

Berichte, Spiele und Tabelle unter www. taifuns.de

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