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| 17:34 Uhr

Billard
Mit der Videoanalyse zu den Superlativen

Meister: Das Sextett von Leuthen/Oßnig (v.l.): Silvio Zedel, Stefan Lehmann, Martin Maltzahn, Norman Schötz, Rainer Dürre und Sven Petzke.
Meister: Das Sextett von Leuthen/Oßnig (v.l.): Silvio Zedel, Stefan Lehmann, Martin Maltzahn, Norman Schötz, Rainer Dürre und Sven Petzke. FOTO: Georg Zielonkowski
Cottbus. Leuthen/Oßnigs Billard-Kegler feiern die 17. Deutsche Meisterschaft und eine Saison der Rekorde. Von Georg Zielonkowski

So ganz überraschend kam es nicht, dass auch nach der Saison 2017/18 der Pokal für die beste deutsche Mannschaft der Billardkegler in die Spielstätte „Schön Oßnig“ gewandert ist. Hatte doch der Serienmeister vor der letzten Doppelrunde den Grundstein für eine erfolgreiche Titelverteidigung längst gelegt. Dass aber der SV Leuthen/Klein Oßnig bei der letzten Partie gegen den SV Bohsdorf mit erspielten 1884 Holz einen neuen Teamrekord der Spielzeit aufstellen würde, kam unerwartet. Stefan Lehmann setzte als letzter Akteur mit seinem persönlichen Saisonrekord von 334 Holz eine außergewöhnliche Marke, die dazu führte dass die bisherige Bestleistung des FSV Spremberg um zwei Holz übertroffen wurde.

Ohnehin durfte die Serie des alten und neuen Meisters mit einigen Ausrufezeichen versehen werden. Mit durchschnittlich 1777 Holz wurde ein neuer Auswärtsrekord geboren, auch der Durchschnittswert von 1791,89 Holz, den Oßnig erspielte, geht als absoluter Rekord aller gespielten Serien in die Chronik ein. Da verwundert es nicht, dass auch die Einzelwertung vom Meister bestimmt wird. Sind doch stolze vier Akteure im Ranking der besten Zehn notiert. Leuthens Bester ist Norman Schötz, der durchschnittlich 311,33 Punkte zum Teamergebnis beisteuerte und der damit einen absoluten Vereinsrekord erreichte. Zudem ging er in sieben Partien als bester Einzelspieler seines Sextetts hervor. Martin Maltzahn (307,94) und Sven Petzke (305,67) folgen auf den Plätzen, auch Silvio Zedel hat als Achter einen stolzen Schnitt von 302,56 Punkten erspielt.

Alles in allem darf man in Leuthen auf seine erfolgreichste Spielzeit blicken. Kapitän Maltzahn nennt einen wichtigen Grund für die erneute Qualitätssteigerung: „Seit einiger Zeit zeichnen wir all unsere Spiele auf. Wie bei den Fußballern auch üblich, gehen wir nach den Spielen in die Videoanalyse und beraten dabei, wie dieser oder jener Stoß noch besser zu setzen gewesen wäre.“

Mitfavorit Spremberg fand sich schon zeitig in der Verfolgerrolle wieder, weil an Spieltag drei (in Guben, -115 Holz) und vier (in Oßnig, -100) die beiden Auftaktsiege direkt aufgebraucht waren. Durch Oßnigs Niederlage in Neuzauche konnte der FSV den Rückstand auf zwei Zähler verkürzen, doch wurde das direkte Duell gegen den Spitzenreiter trotz überragender 344 Holz eines Uwe May mit einer Differenz von 18 Holz verloren.

Lok Guben hat sich mit wiederum 18:18 Punkten in der Abschlusstabelle weiter stabilisiert. Neuzugang Andreas Tzschörneck mit seiner Erstliga-Erfahrung trug ebenso dazu bei wie ein nervenstarker Schlussspieler Robert Lehmann. Tschernitz und Bohsdorf genügte in der letzten Doppelrund je ein Sieg, um die Doppelverlierer von Neuling Buschow auf dem vorletzten Platz zu belassen. Dieser Rang ist gleichbedeutend mit dem Eintritt in die Relegations-Doppelrunde, die dem Gesamtsieger die Zugehörigkeit zur Bundesliga sichern wird.

Nicht mehr vertreten sind in der neuen Spielzeit die Cottbuser Billradfreunde, die sich nach nur drei Saisonsiegen verabschieden. Bereits im Mai 2017 war Billard-Legende Lothar Blawid 73-jährig verstorben. Krankheitsbedingt stand auch der frühere Punktegarant Frank Leyer nicht mehr zur Verfügung. Allein Hans-Joachim Bock konnte trotz seiner elf Einzelergebnisse über der 300er-Hürde den Niedergang des Billard-Dinos aus der „Friedensburg“ nicht verhindern.