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Meisterehrung im Zeichen des Fairplay

Im Austausch über Fairplay: Christian Stanschus (l./Motor Saspow), der Fußball-Chef des Kreises Niederlausitz Frank Leopold und Eric Schiffel vom Spremberger SV.
Im Austausch über Fairplay: Christian Stanschus (l./Motor Saspow), der Fußball-Chef des Kreises Niederlausitz Frank Leopold und Eric Schiffel vom Spremberger SV. FOTO: Georg Zielonkowski/ski1
Cottbus. Der Spremberger SV entschuldigt sich für die Spielabsage zum Fußballkreis-Geburtstag. Saspow wird zum dritten Mal geehrt. Georg Zielonkowski / ski1

Schon vor der obligatorischen Ehrung der besten Mannschaften und Torschützen des Fußballkreises im "Energie-Eck" am Cottbuser Stadion der Freundschaft wurde vom Fairplay-Gedanken geredet. Als nämlich der Kreisvorsitzende Frank Leopold von der bei ihm eingegangenen Entschuldigung des Spremberger SV erzählte. Bekanntlich hatte ja der Kreismeister kurzfristig das Duell gegen Pokalsieger Kunersdorf abgesagt. Die bescherte dem Ersten der Kreisoberliga im Rahmen der Feierlichkeiten zum 25. Geburtstag des Fußballkreises reichlich Missfallen. Tage danach aber zeigten sich die Spremberger reumütig, sie entschuldigten sich und zahlten prompt das verordnete Strafgeld.

Sprembergs Spielertrainer Eric Schiffel erklärte am Rande der Meisterehrung: "Wir haben vor unserer Absage wirklich abgewogen, was wir machen. Zumal uns bewusst war, dass uns ein Fernbleiben allseits schlechte Kritiken beschert. Aber wir hatten tatsächlich kaum Spieler am 30.6. verfügbar. Die Saison war vorbei, die Jungs mit ihren Familien zumeist im Urlaub. Und mit einer Notelf von vorwiegend über 40-Jährigen wollten wir nicht antreten, weil es kein echtes Duell geworden wäre. Heute aber sind wir schlauer. Wir haben eingesehen, dass unsere Absage eine Fehler war, darum haben wir uns offiziell entschuldigt. Wir wollten uns ja nicht als böse Jungs aus dem kreislichen Spielbetrieb in Richtung Landesklasse verabschieden. Deshalb war es uns wichtig, den Frieden wieder herzustellen um auch künftig einen fairen und anständigen Umgang miteinander zu sichern."

Mag sein, dass Sprembergs Entscheidung zum Nichtantritt nicht klug und dem Veranstalter gegenüber vielleicht auch unfair war. In Sachen Fairness hätte man sich durchaus auch bei den Jungs von Motor Saspow beraten lassen können. Die Motor-Elf lebt seit Jahren die Fairness. Zum dritten Mal in Folge haben die Jungs um Co-Trainer Christian Stanschus den Fairplay-Cup der Kreisoberliga gewonnen. "Wir achten schon auf einen vernünftigen Umgang mit dem Gegner während der 90 Minuten. Darum ärgert uns die einzige Rote Karte der Saison sehr, die unser Keeper wegen eines überflüssigen Remplers kassiert hat. Am Ende blieb es in 30 Spielen bei der einen Roten Karte, einmal gab es Gelb/Rot und 34 Gelbe stehen zu Buche. Zum Lohn für die gute Gesamtbilanz bekommen wir von einem unserer treuen Sponsoren für den dritten Fairplay-Titel einen neuen Trikotsatz geschenkt", stellt der Abwehrmann die Bilanz und die Auswirkungen für die Kicker des SV Motor dar.