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Meisterehrung als Schmerzpflaster

Cottbus. Das letzte Spiel der aktuellen Saison in der Handball-Oberliga endete für den LHC Cottbus mit einer Pleite. Gegen die zweite Mannschaft der Füchse Berlin verlor der LHC mit 25:30. Wolfgang Swat / wsw1

Dennoch wurden die Spieler um Kapitän Marcus Meier von den 850 Zuschauern in der Lausitz-Arena nach Spielschluss gefeiert, als sie von Spielleiter Lutz Glasewald Pokal und Medaillen für die Oberliga-Meisterschaft in Empfang nahmen. Diese Auszeichnungen waren gewissermaßen Schmerzpflaster für die Niederlage aber auch für Blessuren, die eine ganze Reihe von Spielern gerade zum Saisonende mit sich herum schleppten. Robert und Florian Takev standen wegen Verletzungen erst gar nicht im Kader und andere Leistungsträger wie Meier oder Nick Widera waren nur bedingt einsatzfähig.

So verdient die Niederlage gegen die Jungfüchse war, so verdient ist die Meisterschaft für den LHC, die sich die Cottbuser bereits in der Vorwoche gesichert hatte. Der LHC kassierte in der Saison die wenigsten Niederlagen, nämlich nur drei, und erreichte mit 125 Toren Plus das beste Torverhältnis aller Mannschaften. Entscheidend für den Spitzenplatz waren die beiden Siege gegen den am Ende punktgleichen letztjährigen Absteiger aus der dritten Liga, den Stralsunder HV. Mit dem HSV Insel Usedom und eben den Jungfüchsen aus Berlin landeten auch die anderen beiden Absteiger aus der dritthöchsten deutschen Handball-Spielklasse hinter den Cottbusern.

Schmerzhaft bleibt angesichts dieser positiven sportlichen Bilanz und auch dem Zuschauerbesuch von durchschnittlich 800 dennoch die nicht wahrgenommene Aufstiegsmöglichkeit durch den LHC. Der Sportliche Leiter des Vereins, Marcel Linge, verteidigte diese Entscheidung. "Das Spiel gegen die Füchse lieferte Anschauungsunterricht, warum wir uns so entschieden haben. Wenn Stammspieler ausfallen, können wir sie bei unserem schmalen Kader nicht gleichwertig ersetzen. Das ist kein Vorwurf an die jungen Spieler, doch in der dritten Liga hätten wir so nicht bestehen können." Der LHC verfüge gegenwärtig nicht über die finanziellen Möglichkeiten, um erfahrene Spieler mit dem Potenzial für die dritte Liga zu verpflichten. Dennoch bleibe diese Spielklasse für den Verein in naher Zukunft ein Ziel, versicherte Linge.

Im Spiel gegen die Füchse drohte dem Liga-Meister LHC nach der ersten Halbzeit ein Debakel. Zur Pause lag der Gastgeber 12:19 zurück, weil im Angriff einfach zu harmlos agiert wurde und man ein ums andere Mal Konter der Gäste zulassen musste. So laut wie das Gewitter-Grollen zur Halbzeit vor der Halle war dann drinnen die Kabinenansprache bei den Rothemden. Diese zeigte Wirkung, sodass sich die Niederlage in einem Spiel, in dem es für beide Mannschaften sportlich um nichts mehr ging, für den LHC in Grenzen hielt.

Am Ende war die Meisterfeier nach Spielschluss deshalb auch mehr als ein Schmerzpflaster.

LHC: Adam, Berndt (Tor); Meier (5 Tore), Stenzel (4), Fischer (4), Widera (3), Efa (3), A. Takev (3), Hiesener (2), Nietzel (1), Ahrend, Herzog, Lößner