| 17:32 Uhr

Handball
LHC versagt nach der Pause

Robert Takev (M.) und seine LHC-Kollegen wurden von den abstiegsbedrohten Grünheidern immer wieder unsanft gebremst.
Robert Takev (M.) und seine LHC-Kollegen wurden von den abstiegsbedrohten Grünheidern immer wieder unsanft gebremst. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Die Cottbuser Oberliga-Handballer verlieren zu Hause mit 23:28 gegen den Grünheider SV. Von Wolfgang Swat

Der LHC Cottbus hat am Samstag in der Handball-Oberliga  sein Heimspiel gegen die vom Abstieg bedrohte Mannschaft des Grünheider SV mit 23:28 verloren. Die Randberliner drückten in der zweiten Halbzeit dem Spiel ihren Stempel auf. Die Lausitzer versagten dagegen nach der Pause über weite Strecken. Während die Gäste mit schnellen Kontern und guter Chancenverwertung aufwarteten, fand der LHC weder in der Abwehr noch im Angriff nach dem Wiederanpfiff zu  Normalform

Das Spiel vor geschätzt 350 Zuschauer begann so, wie es sich die Einheimischen vorgestellt hatten. Nach zehn Minuten lag der LHC mit 7:3 in Führung, und dieser Vorsprung von vier Toren hatte auch nach knapp 20 Spielminuten noch Bestand.

Der Riss in den Reihen entstand, als Grünheide LHC-Torjäger Nick Widera in Manndeckung nahm. Der Gastgeber fand dagegen kein Rezept, und Grünheide schlich sich Tor um Tor an die Cottbuser heran. Eine halbe Minute vor der Halbzeit hatte der Gast den 13:13-Gleichstand erreicht. „Der Anfang war richtig gut, da war noch Stimmung in der Abwehr“, befand Torhüter Julien Adam.

Diese Stimmung und Abstimmung ging nach der Pause völlig verloren. „Da ging dann nichts mehr. So gewinnst du kein Spiel“, so Adam. Ernst Efa schätzte es nicht anders ein. „Die ersten 20 Minuten haben wir einen richtig guten Ball gespielt. Danach hat Grünheide besser in die Partie gefunden. Nach der Pause haben wir die ersten zehn Minuten total verpennt.“

Mit dem ersten Angriff nach Wiederbeginn erzielten die Gäste zum ersten Mal im Spiel die Führung, die sie fortan auch nicht mehr abgaben. Der LHC ließ zunächst Widera auf der Bank sitzen, um so der Manndeckung zu entgehen und vorn flexibler reagieren zu können. Geklappt hat das nicht, weil aus dem Cottbuser Rückraum kaum Gefahr drohte. Robert und Alexander Takev und später auch Florian Takev versuchten immer wieder, den Grünheider Abwehrriegel zu knacken. Das gelang aber zu selten, wobei sie mehrfach auch unsanft gebremst wurden, was die Schiedsrichter nicht immer mit der notwendigen Konsequenz ahndeten.

Dennoch kam der LHC zu einer Reihe hochkarätiger Chancen, die aber zum Teil kläglich vergeben wurden. 13 Fehlwürfe allein nach der Pause waren des Schlechten zuviel. Zum einen scheiterte man am starken Torhüter der Gäste, zum anderen standen Latte, Pfosten und eigenes Unvermögen im Wege. „Wir haben unsere Möglichkeiten nicht genutzt. Grünheide hat das viel besser gemacht“, schätzte Alexander Takev ein. „Die Grünheider haben gespürt, dass hier was zu holen ist und haben uns keinen Platz mehr gelassen“, analysierte Efa nach Spielschluss. Recht einsilbig gab sich Trainer Marcus Meier. „Wir wussten, dass es kein leichtes Spiel wird. Grünheide hat alles rein gehauen. Wir haben gegen die Manndeckung von Widera keine Lösungen gefunden.“

Der LHC verblieb zwar trotz der am Ende verdienten Niederlage auf Platz sieben der Oberliga-Tabelle, hat aber als vorjähriger Meister jetzt nur noch drei Punkte Vorsprung auf einen Nichtabstiegsplatz. „Ja, wir müssen aufpassen“, warnte Alexander Takev. Schließlich muss der LHC kommenden Samstag in Ahlbeck gegen den Tabellendritten HSV Insel Usedom antreten, und eine Woche später kommt mit dem Stralsunder HV der Zweite nach Cottbus. „Die Spiele für uns werden nicht leichter“, mahnte auch Trainer Meier Konzentration und Leistungssteigerung an.

LHC: Berndt, Adam; Widera (7 Tore), R. Takev (5), A. Takev (4), Lößner (3), Schmitz (1), Efa (1), Reimann (1), Mulemba (1), Baccar, Nietzel, F. Takev

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