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| 18:13 Uhr

Handball
LHC siegt nach Wechselbad der Gefühle

 Ernst Efa kommt frei zum Wurf. Er war gegen Ludwigsfelde bester Cottbuser Werfer. Die 20 LHC-Tore verteilten sich insgesamt auf viele Schützen.
Ernst Efa kommt frei zum Wurf. Er war gegen Ludwigsfelde bester Cottbuser Werfer. Die 20 LHC-Tore verteilten sich insgesamt auf viele Schützen. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Mit dem 20:15-Erfolg gegen den Ludwigsfelder HC feiert der neue Trainer Marcus Meier einen gelungenen Einstand. Von Wolfgang Swat

In der Handball-Oberliga hat der LHC Cottbus am Samstag  in der Lausitz-Arena vor 286 Zuschauern gegen den Ludwigsfelder HC mit 20:15 gewonnen. Nach einer turbulenten Woche mit der Freistellung von Trainer Bozidar Bursac war es ein gelungener Einstand von Marcus Meier, der zunächst bis Saisonende das Amt übernahm und am vergangenen Mittwoch das erste Training geleitet hatte.

Die Verunsicherung der LHC-Männer war zu Beginn deutlich spürbar. Fehlwürfe und technische Unzulänglichkeiten reihten sich aneinander. Es dauerte immerhin knapp sieben Minuten, bis Nachwuchs-Talent Alexander Volk Mut und Ball in die Hand nahm und aus nicht gerade günstiger Rechtsaußenposition das Leder  zum 1:2 im Ludwigsfelder Tor unterbrachte. Sechs Minuten später musste Trainer Meier  beim Stand von 3:6 die erste Auszeit nehmen, um die Reihen der Lausitzer zu ordnen. „Wir sind wirklich schwer ins Spiel gekommen“, begründete er die frühzeitig beantragte Unterbrechung.

Bereits zu diesem Zeitpunkt deutete sich an, dass es eine Begegnung mit kompakten Abwehrreihen und zwei starken Cottbuser Torhütern werden würde. Der eine, Julien Adam,  stand bei den Lausitzern im Kasten, der andere, Florian Berndt, im Tor der Gäste. Beide, Adam und Berndt, hatten noch in der vergangenen Saison das Torhüter-Duo in Cottbus gebildet.

Die in der Auszeit von Meier vorgenommenen Umstellungen zahlten sich aus. Alexander Takev ersetzte Nick Widera, dem diesmal mehr Pech als Harz an den Händen klebte, und später rückte auch Robert Schulze ins Team. Nach dem Spiel bekamen sie vom Trainer sogar ein Extra-Lob: „Ich freue mich, das Alex und Robert wieder zu ihrer Form finden.“

Es dauerte nach der Auszeit dann nur sechs Minuten bis zur ersten Führung der Cottbuser durch Ernst Efa (7:6), der mit fünf Treffern zum erfolgreichsten Werfer der Gastgeber wurde. Diese Führung gaben die Einheimischen bis zum Abpfiff nicht wieder her, auch wenn es schwerer war, als es die Zwischenstände und das Endergebnis ausdrückten.

Bis zur Pause hatte der LHC seinen Vorsprung auf 11:7 ausgebaut, wobei das letzte Tor der ersten Halbzeit für besondere Stimmung sorgte.  Eingeleitet hatte es Adam mit einer Parade und dem schnellen Zuspiel auf Alexander Takev, der in Höhe der Mittellinie warf und den noch abgefälschten Ball drei Sekunden vor dem Pausengetränk am verdutzten Berndt im Ludwigsfelder Tor unterbrachte.

Dieser Treffer wirkte zu Beginn der zweiten Halbzeit beiderseitig nach. Cottbus zog mit einem 7:1-Lauf innerhalb von zehn Minuten auf 18:8 davon, was die Vorentscheidung zu sein schien. Dann aber leistete sich Cottbus eine Verschnaufpause, die die Herzschläge der Fans auf den Zuschauerrängen beschleunigten. Die Männer um Kapitän Robert Takev brachten nämlich 14 Minuten lang keinen Ball mehr im Ludwigsfelder Tor unter, testeten in dieser Phase aus teils freien Positionen die Festigkeit von Pfosten und Latte oder scheiterten am Gäste-Keeper.

Florian Takev räumte Konzentrationsmängel ein. „Bei zehn Toren Vorsprung haben wir wohl erst mal etwas lange durchgeatmet.“ Julien Adam bekam dagegen keine Verschnaufpause. Er  erhöhte die Quote seiner parierten Bälle  auf gut 40 Prozent und bedankte sich anschließend  bei seinen Vorderleuten: „Die waren  hinten wirklich  stark. Dieser Sieg war so wichtig, gerade nach einer solchen Woche.“

„Julien  hat wahnsinnig gehalten“, lobte Trainer  Meier  seinen Torhüter für dessen Anteil am Erfolg. „So schwer, wie wir ins Spiel gekommen sind, so  schwer  sind wir auch wieder raus“, fasste er den Spielfilm zusammen. „Das Prunkstück war die Abwehr“, hob er hervor. „Wir haben uns gegenseitig stark gemacht. Die Ansätze waren gut, doch wir müssen uns insgesamt weiter steigern.“

Gegen Ludwigsfelde bekamen alle Cottbuser Feldspieler ihre Einsatzzeiten. Einer, der davon besonders profitierte, war Robert Schulze. „Ich hatte natürlich mehr Spaß am Spiel, war noch mehr motiviert, als wenn man immer nur auf der Bank sitzt“, sagte er.  Für den Zusammenhalt sei das mit Blick auf die kommenden Aufgaben wichtig, denn „in dieser Liga wird es bis zum Ende eng bleiben“.

Welche Last von der Mannschaft nach diesem Erfolg abfiel,  und welches Wechselbad der Gefühle sie erlebte, zeigte sich nach dem Abpfiff. Selten hatte man nämlich in dieser Saison im Kreis hüpfende Männer in roten LHC-Trikots gesehen.

LHC: Adam, Hinzer (Tor); Efa (5 Tore), R. Takev, A. Takev (je 4), Schulze (3), Widera, F. Takev, Volk, Wieland  (je 1), Hüneburg, Schadel, Reimann