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LHC-Sieg mit unnötigen "Schleifchen"

Schnörkellos auf dem Weg zum Tor: So wie hier Alexander Takev (M.) ist der LHC Cottbus gegen die Berliner nicht immer zu Werke gegangen.
Schnörkellos auf dem Weg zum Tor: So wie hier Alexander Takev (M.) ist der LHC Cottbus gegen die Berliner nicht immer zu Werke gegangen. FOTO: Beyer/sby1
Kolkwitz. Der Oberliga-Spitzenreiter besiegt Schlusslicht BSV 92 Berlin zwar mit 31:21 (15:12), will das teils aber zu schön machen. Wolfgang Swat / wsw1

Wenn der Tabellen-Erste der Handball-Oberliga gegen das Schlusslicht spielt, wird unter den heimischen Zuschauern von Beginn an nicht darüber diskutiert, wer als Sieger die Spielfläche verlässt. Debattiert wird höchstens die Höhe des Erfolges. Zehn Tore Unterschied? 15 Tore? Noch mehr?

Das war am Samstag vor 450 Zuschauern im Kolkwitzcenter beim Aufeinandertreffen zwischen dem LHC Cottbus und dem BSV 92 Berlin nicht anders. Beim Pausenpfiff rieben sich die Handball-Freunde aus der Lausitz allerdings etwas verwundert die Augen. Die Anzeigetafel wies beim Stand von 15:12 magere drei Tore Differenz aus. Und das, obwohl LHC-Torhüter Florian Berndt immerhin zehn Würfe der tapfer kämpfenden Gäste teils aus freien Positionen entschärft hatte. Beim Gang in die Kabine schüttelten Spieler wie Trainer deshalb ein wenig ungläubig die Köpfe.

Dabei hatte es wie erwartet begonnen. Cottbus führte nach zehn Minuten mit 7:3, und wenig deutete auf den folgenden zähen Verlauf hin. Die Gäste zeigten sich vom Schnellstart der Cottbuser allerdings wenig beeindruckt. Im Gegenteil: Sie behielten den LHC auf Tore-Sichtweite und hatten in der 24. Minute beim 10:9 den Anschluss geschafft, weil der Gastgeber mehr vor der gegnerischen Abwehr spielte als diese unter Druck zu setzen. Taktik-Trainer-Fuchs Peter Melzer monierte bereits zu diesem Zeitpunkt wie später auch nach dem Spiel, die "unnötigen Schleifchen" an den Angriffskombinationen. Ein Beispiel war ein misslungener Kempa-Trick, der in Überzahlspiel versucht wurde und recht kläglich misslang. LHC-Präsident Frank Prätzel stellte zur Halbzeit fest: "Stark angefangen und stark nachgelassen."

Natürlich waren bereits zu diesem Zeitpunkt die technisch besseren Fähigkeiten und Schnelligkeitsvorteile des Gastgebers augenfällig. So verwunderte es auch nicht, dass nach 15 Spielminuten in der zweiten Halbzeit der Vorsprung auf sieben Tore (24:17) angewachsen war, und das, obwohl wie bereits in den ersten 30 Minuten auf Cottbuser Seite munter gewechselt wurde und alle Spieler Einsatzzeiten erhielten.

"Wir Trainer haben den Jungs in der Pause gesagt, dass sie Freude am Spiel entwickeln sollen. Das haben sie dann auch getan", zeigte sich Marcel Linge nach dem Abpfiff und dem Ausgang der Begegnung mit 31:21 zufrieden, zumal Julien Adam, der Berndt nach der Halbzeitpause abgelöst hatte, im Tor ebenfalls ein starker Rückhalt war.

Nick Widera, der mit elf Toren erfolgreichster Werfer beim LHC war, versicherte, dass man nicht überheblich in das Spiel gegangen sei. "Wir haben das schon ernst genommen, und am Ende ist das Ergebnis ja auch gut." Mannschaftskamerad Robert Takev analysierte nach Spielschluss: "Wir haben in der Abwehr vernünftig gestanden und teilweise gute Spielzüge gezeigt."

Am Ende stand dann auch jene Differenz von zehn Toren zu Buche, die die Zuschauer bereits vor dem Anpfiff als Mindestziel diskutiert hatten.

LHC: Berndt, Adam - Widera (11 Tore), A. Takev (7), Lößner (5), Meier (2), F. Takev (2), R. Takev (2), Stenzel (1), Otto (1), Efa, Fischer.

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