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| 14:33 Uhr

Handball
LHC schmeißt Frauen-Trainer Quarta aus dem Verein

 Verlässt den LHC Cottbus im Unfrieden: der bisherige Frauen-Trainer Ramon Quarta.
Verlässt den LHC Cottbus im Unfrieden: der bisherige Frauen-Trainer Ramon Quarta. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Der LHC Cottbus trennt sich von Ramon Quarta. Dieser kündigt nun rechtliche Schritte gegen das Präsidium des Cottbuser Handball-Clubs an. Die Zukunft der Brandenburg-Liga-Frauen ist vorerst ungewiss. Von Wolfgang Swat

Das Präsidium des LHC Cottbus hat dem Trainer und Mäzen der Frauenmannschaft des Vereins, Ramon Quarta, zum 30. Juni 2019 die Mitgliedschaft gekündigt. Mit dem Rausschmiss aus dem Verein  verbunden ist das Verbot, weiterhin eine Mannschaft des LHC zu trainieren. Im Gespräch begründeten Präsident Bernd Tietz und weitere Präsidiumsmitglieder die Entlassung  des erfolgreichen Trainers mit vereinsschädigendem Verhalten.

Ramon Quarta kündigte auf RUNDSCHAU-Nachfrage umgehend juristische Schritte an und droht mit einer Strafanzeige. Nach LHC-Angaben habe Quarta ohne Wissen und Zustimmung des Präsidiums auf Papier mit dem Kopfbogen des LHC Briefe in Umlauf gebracht, von denen das Präsidium vorab keine Kenntnisse hatte und  deren Inhalt auch nicht gebilligt werde.

„Die Behauptung des Präsidiums, dass es nicht informiert war, ist falsch“, erklärte Quarta gegenüber der RUNDSCHAU. „Die haben alles per Mail bekommen, und ich habe die Schreiben stets mit Quarta als Frauentrainer des LHC unterzeichnet. Ich werde um mein Recht kämpfen“, sagte er.

Hintergrund ist der Streit mit Verbänden um die Nichteingliederung des Quarta-Teams in die Oberliga Ostsee-Spree für die kommende Spielzeit. Als Tabellenzweiter  in der Saison 2018/19 hatte der LHC sportlich zwar den direkten Aufstieg verpasst, hoffte jedoch durch die „Hintertür“ doch noch auf einen Startplatz.  Einen solchen erhielt dagegen der Berliner TSC  nach Ansicht von Quarta rechtswidrig zugesprochen. Dagegen  legte er ohne Absprache mit dem LHC-Präsidium Einspruch ein mit der Begründung, der Platz hätte unter den Tabellenzweiten  der Landesverbänden der Oberliga Ostsee-Spree ausgespielt werden müssen.

LHC-Präsident Bernd Tietz erklärte, dass der Verein diesen Einspruch nicht unterstützt hätte und es weiterhin nicht tut. „Wir hatten  die Frauen-Mannschaft termingerecht  für die Oberliga gemeldet, als die Punktspiele in der Brandenburg-Liga noch nicht abgeschlossen und  die Meisterschaft durchaus  noch möglich waren“, so Tietz. „Wir haben stets betont, dass die Frauen aufsteigen dürfen, wenn sie sich sportlich dafür qualifizieren. Das Ziel wurde am Ende mit Platz zwei leider nicht erreicht. Wir werden als LHC  den Frauen-Handball aber weiter unterstützen“, versicherte er.

Das wird in der neuen Saison allerdings nach jetzigem Stand ein Kraftakt. Kai-Uwe Weilmünster, im Präsidium für sportliche Fragen zuständig,  sprach von aktuell neun Kündigungen von Spielerinnen aus unterschiedlichsten Gründen. Aktuell stünden nur sieben Spielerinnen zur Verfügung. Zwar sei eine zweite Damenmannschaft  für die Verbandsliga gemeldet. Ob aus dieser aber  Spielerinnen aufrücken, sei noch nicht geklärt.

„Ich hatte eine spielfähige Mannschaft zusammen“, versicherte Ramon Quarta gegenüber der RUNDSCHAU. Seine Enttäuschung über die Kündigung sei  groß. „Man hat mich als Frauen-Trainer nach Cottbus geholt, und ich habe alles bezahlt“, äußerte er seinen Unmut.  „Bei der Begründung der Kündigung wegen Vereinsschädigung hätte man mich fristlos kündigen müssen. Eine fristgerechte Kündigung wäre erst zum 31. Dezember 2019 möglich“, argumentierte er.

Seine Aufwendungen für die LHC-Mannschaft bezifferte er mit einer fünfstelligen Summe. „Der Frauen-Handball hat Cottbus und dem LHC doch gut getan. Und nun das“,  stellte Quarta enttäuscht fest und kündigte auch eine Klage wegen Schadenersatz an. „Ich habe in Cottbus nichts mehr zu verlieren und werde um mein Recht kämpfen.“