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| 19:29 Uhr

Handball
LHC mit Bruchlandung in Tegel

Tegel/Cottbus. Die Cottbuser Oberliga-Handballer verlieren überraschend und noch dazu deutlich mit 20:31 beim Tabellenvorletzten. Von Wolfgang Swat

Der Berliner Stadtbezirk Tegel ist vor allem durch seinen Flughafen bekannt. Die Handballer von Tegel haben erst durch den Aufstieg in die Oberliga in dieser Saison auf sich aufmerksam gemacht, wenn auch noch nicht sonderlich nachhaltig. Schließlich rangiert der Liga-Neuling gegenwärtig auf dem vorletzten Tabellenplatz. Am vergangenen Samstag sorgte er jedoch in Handball-Kreisen für einen Paukenschlag, denn der letztjährige Oberliga-Meister LHC Cottbus erlebte in Tegel eine Bruchlandung. Die Lausitzer verloren deutlich mit 20:31.

„Bruchlandung – ja, das Spiel kann man so beschreiben“, machte Trainer Marcus Meier erst gar kein Hehl daraus, dass er nach dem Abpfiff „ziemlich satt“ war von dem, was seine Mannschaft in Tegel gezeigt hatte.

Oder besser, nicht gezeigt hat. „Wir haben in der Abwehr nie einen Zugriff bekommen und vorn die Bälle reihenweise weggeworfen“, fasste der verletzte Führungsspieler und jetzige Trainer die Hauptursachen für die deftige Pleite zusammen. Dass in der Sporthalle Tegel keine Haftmittel erlaubt waren, mochte er nicht als Grund für die Niederlage geltend machen. „Wir hatten uns ja im Training darauf eingestellt.“

Es war ein Start-Ziel-Sieg des VfL Tegel, und deshalb gibt es am Verdienst der Niederlage von Cottbus auch nichts zu deuteln.

Bis zur 17. Minute lief es noch einigermaßen vernünftig für den LHC beim Gleichstand von 10:10. Dann aber ließen die Lausitzer Tegel bis zur Halbzeit auf 15:12 davon ziehen. In der Halbzeitpause konnte der Schlingerkurs jedoch nicht korrigiert werden. Im Gegenteil. Schon drei Minuten nach Wiederanpfiff versuchte Trainer-Kapitän Meier mit einer Auszeit einzugreifen, weil Tegel mit einem Traumstart auf 19:12 davon gezogen war. Am ungewollten Sinkflug des LHC änderte sich allerdings auch nach der Auszeit nichts. Es gelang zu keiner Zeit, das sich andeutende Unheil aufzuhalten und die sich andeutende Bruchlandung zu verhindern. Am Ende stand eine deftige Niederlage mit elf Toren Unterschied auf dem Flugschreiber.

Der LHC hatte zu Beginn der Serie einen Tabellenplatz unter den ersten fünf als Saisonziel ausgegeben. Davon ist Cottbus angesichts des bislang Gebotenen so weit entfernt wie die Fertigstellung des Großflughafens BER. „Platz fünf ist nicht unsere Baustelle. Wenn man auf die Tabelle schaut, dann haben wir es mit der Region unten zu tun. Dem sollte sich jeder bewusst sein, der auf der Platte steht“, warnte Meier. „Wir können gegenwärtig nicht unser noch immer vorhandenes Leistungsvermögen abrufen. Das zieht sich schon durch die ganze Saison“, sprach er Klartext. „Ändern können wir das nur mit konzentrierter Arbeit beim Training unter der Woche.“

Und ändern muss sich etwas, sonst könnte die Bruchlandung in Tegel nicht die letzte gewesen sein.

LHC: Adam, Berndt (Tor); Widera (10/3 Tore), Nietzel (3/1), Lößner (3), F. Takev (2), R. Takev (1), Schmitz (1), Baccar, Fischer, Efa, Reimann, Mulemba