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LHC-Jungs geben "rote Laterne" ab

Cottbus. In der Handball-Bundesliga der A-Jugend hat der LHC Cottbus am Mittwoch im Brandenburg-Derby den 1. VfL Potsdam mit 22:21 bezwungen. Mit dem zweiten Saisonsieg gab der Aufsteiger aus der Lausitz die "rote Laterne" des Schlusslichtes an den Rivalen aus der Landeshauptstadt ab. Wolfgang Swat / wsw1 ski1

Es war am Ende ein glücklicher Sieg der Gastgeber, denn Sekunden vor Spielschluss lag der Ball nämlich noch einmal im Tor der Cottbuser. Der Treffer zählte jedoch nicht, weil die Schiedsrichter zuvor die Partie wegen Zeitspiels berechtigterweise unterbrochen hatten. So blieb es bei dem ersehnten Erfolg des LHC, den sich der Cottbuser Handball-Nachwuchs dank einer großen kämpferischen Leistung redlich erarbeitet hatte. Bester Schütze beim LHC war Jonathan Weske mit sechs Toren.

"Die Abwehr war erste Sahne", lobte Trainer René Althaus nach dem Schlusspfiff vor allem die Defensivleistung der Mannschaft. "Das war lehrbuchreif. So haben die Jungs hinten noch nie gespielt", hob die Leiterin des Cottbuser Handball-Leistungsstützpunktes und Co-Trainerin der Mannschaft, Diane Brucke, hervor. "Im Angriff ist aber immer noch Sand im Getriebe. Da fehlt es den Spielern noch zu oft an Geduld. Das ist unsere große Baustelle", fügte sie hinzu. Vor allem im Rückraum fehlt es an einem leistungsstarken Linkshänder.

In der Tat wollten die LHC-Spieler am gegnerischen Kreis zu oft mit dem Kopf die gut organisierte Potsdamer Abwehrwand in der Mitte durchbrechen und prallten dabei oft genug ab. Nicht viel anders sah es bei den Potsdamern aus, und so gab es wenig Spielfluss bei den beiden Kellerkindern der Liga. Insgesamt hatte der LHC in der ersten Halbzeit leichte Vorteile und führte zur Pause mit 11:9.

Hektik in der Schlussphase

Nach Wiederanpfiff vor geschätzten 150 Zuschauern in der Lausitz-Arena fand der Gastgeber allerdings schwer in die Begegnung. Potsdam kam schnell zum Ausgleich und lag in der 41. Minute sogar mit 14:16 in Führung. Die vom Cottbuser Trainergespann beantragte Auszeit brachte allerdings zunächst nicht die erhoffte Ordnung in die Reihen der Lausitzer zurück.

Beim Stand von 15:18 und der erst- und einmaligen Drei-Tore-Führung einer Mannschaft schien sich eine Vorentscheidung anzubahnen. Dann aber gelangen dem LHC-Nachwuchs drei Treffer in Folge zum 18:18. Mehr noch: Zwei Minuten vor Spielende hatten sich die Gastgeber beim 22:20 in Front gebracht. Als dann jedoch die Chance zum 23. Treffer vergeben wurde und Potsdam im Gegenzug verkürzen konnte, war alles wieder offen, zumal Cottbus nach einer Zeitstrafe für Jonathan Weske in Unterzahl spielen musste.

Als die hektische Schlussphase überstanden war, löste sich die Anspannung auf Cottbuser Seite in Jubel auf. "Die Jungs kämpfen und arbeiten als Team zusammen. Das ist unser Vorteil", sagte Trainer Althaus. Diane Brucke versprach nach dem Schlusspfiff: "Das sind noch nicht die letzten zwei Punkte, die wir geholt haben." Schließlich hat der LHC-Nachwuchs jetzt, wo man sie los ist, "keinen Bock" mehr auf die "rote Laterne".

Zum Thema:
Die Handball-Frauen des LHC Cottbus waren bei ihrem ersten Punktspiel im neuen Jahr nah dran an einer Überraschung. Mit 28:31 ging die Brandenburgliga-Partie bei Lok Rangsdorf am Ende unglücklich verloren. Bis zur 43. Minute spielte der LHC mit dem neuen Tabellendritten auf Augenhöhe. Im Spiel ging es dabei äußerst hart zu. Vor allem die mehrfach sehr unfair angegangene Laura Teichert bekam das zu spüren. Dass der LHC in der Schlussphase durch zwei Platzverweise dezimiert wurde, verhinderte zudem den möglichen Punktgewinn. "Man hat erneut die Willensstärke der Mannschaft gesehen", urteilte Trainer Kai-Uwe Weilmünster. "Nur müssen wir uns nun auch bald einmal auswärts für unsere gewachsene Stärke belohnen." ski1