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| 16:51 Uhr

Handball
LHC-Handballerinnen steigen auch als Vizemeister nicht auf

 Eine Torgarantin beim LHC Cottbus: Nicole Radzko traf "in der Waagerechten" stolze 104 Mal.
Eine Torgarantin beim LHC Cottbus: Nicole Radzko traf "in der Waagerechten" stolze 104 Mal. FOTO: Georg Zielonkowski
Cottbus. Die Handballerinnen vom LHC Cottbus verpassen den ganz großen Wurf – und steigen auch nicht durch das Hintertürchen auf. Von Georg Zielonkowski

Belastet mit drei Niederlagen beendet die Frauen-Handballmannschaft des LHC Cottbus die Saison 2018/19 in der Brandenburg-Liga auf Tabellenplatz zwei. Im Vorjahr wurde die Saison mit sechs Niederlagen auf Rang drei beendet. Die Endplatzierung ist für die erneut verjüngte Mannschaft absolut ehrenwert, zwischenzeitlich wurde sogar Rang eins und der Aufstieg in die Ostsee-Spree-Liga als Ziel ausgegeben. Doch wurde Spiel eins nach der Winterpause in Angermünde mit 21:27 verloren, seitdem war der LHC auf Schützenhilfe anderer angewiesen. Da diese aber ausblieb, beendete der LHC die Saison auf dem Ehrenplatz. Die drei Patzer in Altlandsberg, beim HSC Frankfurt und in Angermünde waren schließlich eine zu hohe Hypothek.

„Wir können trotzdem auf die Saison stolz sein, zumal wir mit einem neuen Trainer und den in die Verantwortung genommenen jungen Spielern vor einem kleinen Neuanfang standen. An einen Spitzenrang hatte anfangs keiner gedacht“, sagt Marlen Matthée, die „Mutter der Kompanie“.  Ihre Erfahrung war hilfreich für die jungen Nachrücker, wenngleich die 36-Jährige die rasend schnell vorgetragenen Konterangriffe nicht mehr mitgehen konnte.

Dafür waren andere zuständig. Jasmin Reimer auf der linken und Vanessa Straße auf der rechten Angriffsseite hatten sich längst darauf spezialisiert, sofort nach Abwehr und Ballbesitz nach vorn zu sprinten. Und dann war da ja noch die Aufsteigerin der Saison Neira Voigt. Gerade der eigenen A-Jugend entwachsen, hatte sie in der Frauenmannschaft keinerlei Anpassungsprobleme. Mit einer enormen Sprungkraft ausgestattet, traf und traf die 18-Jährige von halbrechts serienweise ins Netz, so dass sie am Ende mit 181 Treffern und einer Quote von 9,05 Toren pro Spiel die beste Werferin der Liga wurde.

Nicole Radzko, die mit ihren artistisch anmutenden Würfen aus der Waagerechten stolze 104 Mal traf, sowie Jasmin Reimer (70 Tore), die sich speziell im Konterspiel ihre leichtathletische Sprint-Ausbildung beim LC Cottbus zunutze machte, waren die anderen Torgaranten.

Der immer größer werdenden Zuschauerkulisse dürfte zudem aufgefallen sein, dass die LHC-Damen in dieser Saison nicht allein auf ihr Konterspiel setzten, sondern dass eine Vielzahl von Toren über einstudierte Spielzüge zum Erfolg führte. Trainer Ramon Quarta, der zuvor in seiner Heimatstadt Frankfurt erfolgreich war, tat der Mannschaft nicht nur wegen seiner sportlichen Kompetenz gut. „Er hat uns das nötige Selbstvertrauen geschenkt und auch unseren jungen Spielerinnen Spielzeiten in der Schlussphase der Spiele gegeben“, so Matthée.

Bis zum letzten Wochenende hofften die Cottbuserinnen auch noch, durch Auf- und Abstiege von Mannschaften oberer Ligen durch das Aufstiegs-Hintertürchen gehen zu dürfen. Diese Wünsche erfüllten sich aber nicht, so dass die LHC-Frauen weiter in der Brandenburg-Liga antreten. Dann allerdings ohne die aufgrund von Ausbildung und Studium fehlenden Voigt und Reimer. Zudem sieht Jule Becker Mutterfreuden entgegen, auch sie hinterlässt eine deutliche Lücke.

Für die neue Spielzeit hat der LHC-Vorstand im Übrigen noch eine zweite Frauenmannschaft für den Spielbetrieb gemeldet.