| 18:19 Uhr

Handball
LHC-Handballer stürzen in die Krise

LHC-Trainer Marcus Meier: „Ab jetzt geht es um den Klassenerhalt.“
LHC-Trainer Marcus Meier: „Ab jetzt geht es um den Klassenerhalt.“ FOTO: Steffen Beyer
Spandau/Cottbus. Die Cottbuser verlieren in der Oberliga in Spandau mit 19:27 und müssen sich nach unten orientieren. Von Wolfgang Swat

In der Handball-Oberliga ist der LHC Cottbus nach der 19:27-Niederlage am Samstag in Spandau endgültig in die Krise gestürzt. Nach der bereits neunten Saisonniederlage hat der vorjährige Oberliga-Meister zwar noch vermeintlich beruhigende fünf Punkte Vorsprung vor einem Abstiegsplatz, hat allerdings mit 17 auch schon die meisten Liga-Spiele absolviert.

„Nach oben brauchen wir nicht mehr schauen. Ab jetzt geht es definitiv um den Klassenerhalt“, redete Trainer Marcus Meier nach dem Spiel Klartext. Meier, der wegen seiner schweren Ellenbogenverletzung als Kapitän und Führungsspieler an allen Ecken und Enden auf der Platte fehlt, beklagte vor allem, dass gegenwärtig die im Handball so wichtigen Automatismen in der Mannschaft nicht funktionieren. „Man muss angesichts unser personellen Situation vor jedem Spiel neu über die Zusammenstellung der Mannschaft nachdenken“, so Meier.

Diesmal fehlte mit Nick Widera dem LHC sein Torjäger, der mit acht Toren pro Spiel zweitbester Torschütze der Liga ist. Zu allem Überfluss plagte sich auch noch Spielmacher Florian Takev mit Kniebeschwerden herum und Marcus Fischer fehlt nach einer erneuten Knieverletzung wahrscheinlich über das Saisonende hinaus. Dass darüber hinaus das Verbot von Haftmitteln in Berliner Hallen den Gastgebern in die Hände spielt, ist nicht von der Hand zu weisen.

Als das Spiel begann, schienen die Cottbuser Spieler noch in der Kabine zu sein. Nahezu ohne Gegenwehr war der Gastgeber nach acht Spielminuten auf 6:1 enteilt. Das Wachrütteln in der Auszeit zeigte danach Wirkung. In der folgenden Viertelstunde drehte der LHC das Spiel zur 8:9-Führung. Diese sollte aber auch zugleich die einzige im gesamten Spiel bleiben. Fortan lief bei den Lausitzern nicht mehr viel zusammen. Im Gegenteil, sie gestattete den Spandauern gar einen 7:1-Lauf zur 15:10-Führung für den Gastgeber.

In der zweiten Halbzeit änderte sich am Spielverlauf nichts Entscheidendes mehr. Beim 16:13 für Spandau konnte man noch einmal kurz auf eine Aufholjagd der Lausitzer hoffen, doch in den folgenden Minuten war auch diese beendet, zumal die LHC-Akteure auf dem Spielfeld und auf der Bank mit manchen Schiedsrichterentscheidungen haderten. Die Niederlage hatten sich die Cottbuser aber insgesamt selbst zuzuschreiben, weil man trotz aller Widrigkeiten die Angriffe nicht konsequent zu Ende spielte und den Spandauern in der Abwehr unerklärlich große Einfallslöcher bot.

So war am Ende der Sturz in die Krise nur folgerichtig, bekannte auch Trainer Meier.

LHC: Adam, Berndt (Tor); A. Takev (8 Tore), Baccar (3), Schmitz, R. Takev, Efa (je 2), F. Takev, Lößner (je 1), Nietzel, Reimann, Mulemba.