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Handball
LHC gewinnt sensationell in Stralsund

Nick Widera, hier im letzten Heimspiel des LHC, war mit elf Toren bester Werfer in Stralsund – vor knapp 1000 Zuschauern.
Nick Widera, hier im letzten Heimspiel des LHC, war mit elf Toren bester Werfer in Stralsund – vor knapp 1000 Zuschauern. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Trotz personeller Sorgen kehren die Cottbuser Handballer mit einem 31:30-Erfolg vom Oberliga-Topteam zurück. Von Wolfgang Swat

Das war wohl die Überraschung des Wochenendes in der Handball-Oberliga Ostsee-Spree: Der LHC Cottbus gewann trotz personeller Sorgen an der Ostsee gegen den bisher verlustpunktfreien Stralsunder HV mit 30:31. Ohne die verletzten oder erkrankten Akteure Marcus Meier (wurde inzwischen in der Charité Berlin am linken Arm operiert), Glenn Nietzel und Florian Berndt, dafür aber wieder mit Abwehrchef Ernst Efa und einer über weite Strecken überzeugenden Leistung, ließen sich die Lausitzer weder vom Gastgeber noch von der stimmgewaltigen Kulisse von knapp 1000 Zuschauern aus dem Konzept bringen und boten vor allem im Angriff  sehenswerten Handball. Der Stralsunder Trainer Markus Dau anerkannte nach dem Spiel: „Das haben die Cottbuser wieder sehr, sehr gut gemacht.“

Mit dem „wieder“ spielte er sicher auf die vorige Saison an, als seine Mannschaft gegen den LHC zweimal unterlag. „Im Wissen darum sind wir trotz aller Probleme mit Selbstbewusstsein nach Stralsund gefahren und haben das dann auch im Spiel gezeigt“, lobte Trainer Marcel Linge das Team. „Uns war klar, dass sich Stralsund auch mit Videostudium akribisch vorbereitet hat. Deshalb haben wir beim letzten Training taktisch noch einiges probiert, und das hat dann am Samstag gut geklappt.“

Ein Erfolgsrezept war der ruhige Spielaufbau mit guten Tor-Abschlüssen vor allem von Nick Widera (11 Tore) und Neuzugang Marc Schmitz (8), ein anderes das konsequente Unterbinden der gefürchteten Tempo-Gegenstöße der Gastgeber, die mit Johannes Trupp einen Ex-Cottbuser in ihren Reihen aufboten. „Wir haben in der ersten Halbzeit ein Spiel abgeliefert wie noch nie in dieser Saison“, hob Linge hervor.

Dabei zeigte Florian Takev, dass er in der Mannschaft nicht nur den Spitznamen „Boss“ trägt, sondern als solcher die Fäden in den Angriffsaktionen knüpfte. Das Ergebnis war ein Halbzeitstand von 16:20 für den LHC. Nur zweimal, beim 2:1 und 4:3, lag der Gastgeber in Front, ansonsten gaben die Cottbuser den Takt an und führten zum Teil mit fünf Toren.

Auch im zweiten Spielabschnitt änderte sich an der Dominanz der Gäste zunächst nichts, obwohl die Lausitzer etwas Tempo aus ihren Aktionen nahmen. „Wir wussten, dass es noch einmal eng werden könnte“, sagte Linge. Und so war es auch. Tor um Tor verringerte Stralsund  den Rückstand und hatte ihn in der 55. Minute beim 28:28 egalisiert. Alexander Takev per Siebenmeter und Marc Schmitz warfen danach wieder eine Zwei-Tore-Differenz heraus, doch die Begegnung stand nach zwei Treffern der Gastgeber  58 Sekunden vor dem Abpfiff erneut auf der Kippe. Neun Sekunden vor Schluss bei einem angedrohten  Zeitspiel gegen die Cottbuser bewies Widera jedoch erneut Treffsicherheit. Als dann auch noch ein Freiwurf der Stralsunder abge­blockt worden war, herrschte im Lager des LHC Cottbus nur noch  grenzenloser Jubel.
LHC: Widera (11 Tore), Schmitz (8), A. Takev (5), R. Takev (2), F. Takev (2), Lößner (3), Baccar, Fischer, Efa, Reimann, Mulemba