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| 13:29 Uhr

Handball
LHC Cottbus verpflichtet neuen Trainer

Bozidar Bursac (37) hat zuletzt die Herren der SG Kühnau in der Sachsen-Anhalt-Liga trainiert.
Bozidar Bursac (37) hat zuletzt die Herren der SG Kühnau in der Sachsen-Anhalt-Liga trainiert. FOTO: Hartmut Boesener
Cottbus. Der gebürtige Serbe Bozidar Bursac aus Dessau-Roßlau soll ab Juli die Oberliga-Handballer übernehmen. Von Wolfgang Swat

Der LHC Cottbus hat  einen neuen Trainer für seine Oberliga-Mannschaft gefunden. Ab Juli hat mit Bozidar Bursac ein gebürtiger Serbe, der auch die ungarische Staatsbürgerschaft besitzt, das Zepter in der Hand. Der 37 Jahre alte Bursac ist nach dem Studium „Mastertrainer im Sport“ an der Universität Nikola Tesla in Belgrad Diplomtrainer im Sport und Inhaber der internationalen A-Trainerlizenz.

Mit der Verpflichtung von Bursac wolle der Verein ein Zeichen setzen, dass die Jungs merken, dass sich etwas tut und nicht nur geredet werde, sagte der amtierende Präsident des LHC Cottbus, Gerald Haschick. „Wir hatten ihn schon seit längerer Zeit im Auge.“

Nach dem Rücktritt des Sportlichen Leiters des Vereins, Marcel Linge, und des Präsidenten Peter Gronem, der Verabschiedung von mehreren Spielern aus der ersten Mannschaft sowie dem kompletten Rückzug des Trainer- und Betreuerteams der Frauenmannschaft hatte es erhebliche Unruhe im Verein gegeben.

Bozidar Bursac hatte in seiner aktiven Laufbahn zwischen 1990 und 2015 mehrere Jahre in den ersten Ligen von Serbien, Montenegro und Ungarn als Profi gespielt und hatte seine aktive Laufbahn 2015 bei der TSG Pforzheim in der 3. Liga in Deutschland beendet. Danach hatte er die männliche Jugend A in Pforzheim trainiert und war zuletzt von 2016 bis 2017 eine Saison Trainer der ersten Mannschaft der SG Kühnau in der Sachsen-Anhalt-Liga.

„Der Vertrag ist noch nicht unterschrieben, aber wir haben ihn per Handschlag besiegelt“, erklärte Haschick gegenüber der RUNDSCHAU. Bursac, der in Dessau-Roßlau wohnt und Vater von zwei Kindern ist, wird demnach dreimal in der Woche das Training in Cottbus leiten und die Mannschaft  an den Wochenenden bei den Spielen betreuen. Beruflich arbeitet der neue Mann beim LHC als Abteilungsleiter in einer Hotelkette in Berlin. Bursac befindet sich gegenwärtig im Urlaub und war für ein Gespräch nicht erreichbar.

Ursprünglich sollte nach einem Probetraining in Cottbus Uwe Papke den Chefposten übernehmen. Papke hatte als Trainer Lok Rangsdorf aus der Brandenburg-Liga vor dem Abstieg gerettet. Letztlich sagte er nach einer mündlichen Zusage dann aber doch ab. „Ich hatte das Gefühl, dass die Zusammenarbeit mit der Mannschaft schwierig geworden wäre“, begründete Papke gegenüber der RUNDSCHAU seinen Rückzug. „Die Mannschaft ist geprägt durch viele Jahre des Zusammenspiels und hat klare Strukturen. Die hätte man aufbrechen müssen, doch ich hatte Zweifel, ob die Mannschaft das auch wollte. Deshalb habe ich abgesagt.“ Solche Vorbehalte habe es innerhalb der Mannschaft gegeben, bestätigte LHC-Chef Haschick.

Die Konturen des Kaders, mit dem Bozidar Bursac in die neue Saison gehen kann,  sind allerdings noch unscharf. Neben den drei Takev-Brüdern haben laut  Vereinsangaben noch Nietzel, Efa und  Baccar Verträge, die allerdings in den Vergütungen den  neuen Bedingungen angeglichen worden seien. Von Adam, Widera und Reimann lägen Bereitschaftserklärungen vor, Verträge seien jedoch noch nicht unterzeichnet. Marcus Fischer ist nach seinem Kreuzbandriss noch nicht wieder einsatzfähig. In die erste Mannschaft aufrücken sollen Pascal Hüneburg und Sven Haase aus der zweiten Mannschaft sowie einige Spieler aus der A-Jugend des LHC.

Für August ist laut Haschick eine Mitgliederversammlung beim LHC geplant. Auf der soll der künftige Kurs des LHC diskutiert werden, um den Verein wieder auf eine breitere Basis zu stellen. „Im Moment will kaum noch einer etwas machen. Das muss sich ändern“, sagte Haschick. Im Herbst seien nach den Rücktritten  im Präsidium Neuwahlen vorgesehen.