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| 16:54 Uhr

Handball
LHC steckt tief im Abstiegsstrudel

Bad Doberan/Cottbus. Die Cottbuser Handballer verlieren mit 24:33 in Bad Doberan und müssen um den Oberliga-Verbleib fürchten. Von Wolfgang Swat

In der Handball-Oberliga geraten die Männer des LHC Cottbus immer stärker in Bedrängnis. Nach der überraschend deutlichen und am Ende deprimierenden 24:33-Niederlage an der Ostsee gegen den Bad Doberaner SV 90 stecken die Lausitzer tief im Abstiegsstrudel. Vier Spieltage vor Saisonende muss der vorjährige Oberliga-Meister um den Klassenerhalt zittern.

Es war wie so oft in dieser Spielzeit: Mit einem Minikader angereist, lieferte der LHC eine respektable erste Halbzeit ab, in der man beim Pausenpfiff mit 15:12 führte. Dann aber trat ein, was man angesichts der Personalnot befürchten musste. Bad Doberan nutzte vor allem die Schwächen in der LHC-Abwehr, um sich innerhalb von 15 Minuten mit einem 10:2-Lauf abzusetzen. Vor allem im mittleren Abwehrblock taten sich große Lücken auf. Dort fehlten mit Marc Schmitz und Pablo Mulemba, die aus Krankheitsgründen kurzfristig ausfielen, zwei wichtige Akteure. Zudem war auch Torhüter Florian Berndt aus persönlichen Gründen nicht mit von der Partie. Wegen Kniebeschwerden konnte mit Florian Takev ein weiterer Leistungsträger nicht spielen. So musste mit Alexander Häntschke ein A-Jugendlicher einspringen, und sogar der noch immer am Arm verletzte Trainer Marcus Meier ließ sich als Aktiver ins Spielprotokoll eintragen.

Dennoch setzten die Gäste aus der Lausitz zunächst die Akzente. Es hätten gut und gern auch mehr als nur drei Tore Vorsprung zur Halbzeit sein können, wenn neben anderen Chancen nicht auch noch drei Siebenmeter vergeben worden wären. „Die erste Halbzeit war wirklich gut“, schätzte Meier ein. „Wir waren alle heiß und wollten gewinnen, doch wir waren eben mal wieder nicht die Truppe, die wir ohne die Ausfälle sein können“, schob er enttäuscht nach. „Dann verlierst du die Spiele, die du gewinnen musst.“

Vor allem im Angriff nutzte Bad Doberan die Schwächen in der Gästeabwehr. „Bad Doberan hat uns ausgeguckt und das in der zweiten Halbzeit clever gemacht“, räumte Meier ein. „Wir wollten nach der Pause unser Spiel ruhig aufbauen und überlegt gestalten, um angesichts der Personalnot Kraft zu sparen. Das ist uns nicht gelungen“, stellte Co-Trainer Dieter Sklenar fest.

Natürlich war auch Pech mit im Spiel, denn neben vier vergebenen Strafwürfen landete der Ball auch noch neun Mal an Pfosten und Latte des Bad Doberaner Tores. Der Gastgeber baute seinen Vorsprung nach der ersten Führung in der 39. Minute kontinuierlich aus, ohne dass ihn die Cottbuser jemals wieder in Gefahr bringen konnten.

Sich hinter dem Pech zu verstecken, wäre jedoch fatal. Spätestens nach dem Schiffbruch an der Ostsee muss der LHC seine Kräfte bündeln, um den sicheren Hafen zu erreichen. „Das sieht richtig ernst aus“, redete Meier auch gar nicht erst um den heißen Brei herum. „Von den restlichen vier Spielen müssen wir noch mindestens zwei gewinnen.“ Sklenar formulierte es noch deutlicher: „Wir müssen uns alle den Arsch aufreißen. Das ist auch den Jungs bewusst.“

LHC: Adam (Tor); Widera (7 Tore), R. Takev (5), A. Takev (4), Lößner (3), Efa (2), Baccar (1), Nietzel (2), Meier, Häntschke