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Handball
LHC mit neuem Trainerduo zum Sieg

Malik Reimann (am Ball) war beim Sieg gegen Bad Doberan in der Cottbuser Abwehr eine Bank und trat außerdem als zweifacher Torschütze in Erscheinung.
Malik Reimann (am Ball) war beim Sieg gegen Bad Doberan in der Cottbuser Abwehr eine Bank und trat außerdem als zweifacher Torschütze in Erscheinung. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Mit verletzten Spielern in der Coaching-Zone gewinnt Cottbus in der Oberliga gegen Tabellennachbar Bad Doberaner SV mit 31:24. Von Wolfgang Swat

Der LHC Cottbus hat am Samstag in der Lausitz-Arena das Duell gegen den Tabellennachbarn Bad Doberaner SV mit 31:24 gewonnen und zeigte dabei über weite Strecken des Spiels eine überzeugende Leistung. Der vorjährige Oberliga-Meister rückte damit in der Tabelle auf Rang sechs vor.

„Das ist eine gute Frage“, schmunzelte der Sportliche Leiter des LHC, Marcel Linge, als er auf die Besetzung der Trainerpositionen auf der Bank der LHC-Handballer angesprochen wurde. Dort trugen nämlich mit Glenn Nietzel und Marcus Meier derzeit verletzte Spieler die Kärtchen der Offiziellen am Halsband. Und in der Tat fungierten beide als neues Trainerduo, das sehr zufrieden war mit dem, was die Truppe an diesem Tag den 500 Zuschauern bot. Von der ersten bis zur letzten Minute in Führung liegend, hatte der LHC bereits nach einer reichlichen Viertelstunde Spielzeit einen Fünf-Tore-Vorsprung (10:5) herausgeworfen und den Ostseestädtern wohl schon da die Hoffnung auf einen Punktgewinn in der Lausitz genommen.

Bemerkenswert dabei und Ausdruck der mannschaftlichen Geschlossenheit an diesem Tag war, dass sich bereits zu diesem frühen Zeitpunkt sieben Spieler des Gastgebers in die Torschützenliste geworfen hatten. In der Abwehr stand der LHC kompakt, wobei Malik Reimann den um gut zwei Köpfe größeren Angreifer auf der halbrechten Position von Bad Doberan ein ums andere Mal fest im Griff hatte, und im Angriff wurden nach schnellen Spielzügen die Chancen konsequent genutzt. „Die Mannschaft hat sehr diszipliniert gespielt und hinten als Team sehr gut gestanden“, lobte  Marcus Meier, wobei er ein paar „Schusselfehler“ seiner Spieler nicht übersah. So etwa kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit, als Bad Dobe­ran mit drei Toren in Folge vom 15:7 auf 15:10 verkürzen konnte.

Näher als auf diese fünf Tore ließ der LHC die Gäste in der Folge aber niemals mehr heran kommen, auch nicht, als das neue Trainerduo kräftig durchwechselte und so allen Akteuren ihre Einsatzzeiten verschaffte. Optimistisch stimmte, dass die Neuen im Team, Reimann, Don Pablo Mulemba und Mohamed Ali Baccar, ihre Sache gut machten. „Mulemba und Reimann kommen immer besser ins Spiel“, lobte Meier. „Dafür trainieren wir ja auch und ernten jetzt den Lorbeer.“

„Ich freue mich, wenn ich dazu beitragen kann, dass wir gewinnen“, sagte ein sichtlich selbstbewusster agierender Mulemba, der an der Lausitzer Sportschule ausgebildet wurde, bevor er zur zweiten Mannschaft der Füchse Berlin gewechselt war. „Bei den Füchsen haben wir taktisch etwas anders gespielt. Da braucht es Zeit, um hier wieder rein zu finden. Der Schritt, wieder nach Cottbus zu kommen, war genau richtig“, zog Mulemba ein erstes Fazit für sich. Ausdruck der funktionierenden Feinabstimmung war nicht zuletzt sein Kempa-Tor nach Zuspiel von Lößner in den Wurfkreis zum zwischenzeitlichen 30:21 fünf Minuten vor dem Abpfiff.

Ein anderer „Neuer“, Ernst Efa,  zog ebenfalls ein positives Fazit. Der Kreisläufer und Abwehrchef, der sich vor der Saison die linke Hand gebrochen hatte, stellte fest: „Wir sind momentan sehr gut drauf, wie auch zuletzt der Sieg in Stralsund gezeigt hat, der uns natürlich zusätzlich Auftrieb gegeben hat.“ Spielmacher Florian Takev fügte hinzu: „Ich bin zufrieden angesichts der durch Verletzungen und Krankheiten eingeschränkten Trainingsbedingungen in letzer Zeit. Das geht schon an die Substanz.“

Beim LHC hofft man deshalb, dass das neue Trainerduo Nietzel/Meier möglichst bald wieder als Spieler-Duo auf der Platte steht.

LHC: Adam, Berndt (Tor); Widera (6 Tore), Fischer (5), Efa (4), Mulemba (4), Lößner (4), F. Takev (3), A. Takev (3), Reimann (2), R. Takev, Baccar.

Neben dem Sportlichen Leiter Marcel Linge fungierten diesmal die verletzten Spieler Marcus Meier und Glenn Nietzel als LHC-Trainer.
Neben dem Sportlichen Leiter Marcel Linge fungierten diesmal die verletzten Spieler Marcus Meier und Glenn Nietzel als LHC-Trainer. FOTO: Steffen Beyer