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Handball
Klarer Sieg fürs Selbstvertrauen

Dank ihres überzeugenden Auftritts fuhren Marcus Meier und Co. im vierten Spiel endlich den ersten Saisonsieg ein.
Dank ihres überzeugenden Auftritts fuhren Marcus Meier und Co. im vierten Spiel endlich den ersten Saisonsieg ein. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Der LHC Cottbus verlässt nach dem 34:19-Erfolg gegen den VfV Spandau den Tabellenkeller in der Oberliga. Von Wolfgang Swat

Der LHC Cottbus  hat  am Samstag in der Handball-Oberliga dem Aufsteiger VfV Spandau keine Chance gelassen. In der Lausitz-Arena gewannen  die Gastgeber mit 34:19 und boten vor allem in der zweiten Halbzeit eine überzeugende Leistung, die die diesmal nur 461 Zuschauer am Ende mit stehendem Applaus belohnten. Erfolgreichster Torschütze war Alexander Takev mit elf Treffern.

Eine Szene in der 50. Minute war gewissermaßen symbolisch für die Einstellung der Mannschaft, die nach dem missratenen Saison-Start mit nur einem Punkt aus den ersten drei Spielen und der derben Pleite gegen Werder auf eine Trotzreaktion ausgerichtet war. Don Pablo Mulemba behauptete sich in einem energisch geführten Bodenkampf nach einem abgewehrten Schuss der Spandauer und schnappte sich den Ball. Da stand es allerdings bereits 26:17 für den LHC.

„Die Spieler haben sich nicht mit einem Vorsprung von fünf oder sechs Toren zufrieden gegeben, sondern die Begegnung  gut und energisch weiter gespielt“, resümierte Peter Melzer, der neben Marcel Linge als Trainer mit auf der Bank saß. „Dieser deutliche Sieg war auch für das Selbstvertrauen wichtig.“

Linge stimmte in das Lob für das Gebotene ein. „Ich bin den Jungs dankbar für die Leistung und die Reaktion, die sie gezeigt haben, denn im Umfeld gab es doch schon etwas Unruhe.“

Zunächst aber war noch Sand im Getriebe  des LHC, der nach der schnellen 1:0-Führung durch Glenn Nietzel nach 35 Sekunden in der Folge einem Rückstand hinterher lief. Mit der Einwechslung von Nick Widera und von Kapitän Marcus Meier, der erst am Spieltag trotz Schulterproblemen seine Einsatzfähigkeit signalisiert hatte, kam die Wende. Zuvor hatte der LHC jedoch einen Schreckmoment zu verkraften. Nietzel, der gerade erst seinen zweiten Kreuzbandriss auskuriert hatte, landete beim Versuch, einen langen Ball zu erhaschen, auf dem Hallenparkett. Zum Glück blieb das lädierte Knie heil, allerdings dürfte die mutmaßliche Bänderverletzung im linken Sprunggelenk eine längere Pause zur Folge haben. Zu allem Überfluss zog sich Minuten später auch noch der Tunesier Mohamed Ali Baccar eine Muskelverletzung zu. Weil mit Efa, Fischer und Lößner ohnehin drei Akteure fehlten, war der LHC-Kader arg dezimiert.

Die Einheimischen ließen sich von den Missgeschicken aber nicht beirren und bauten ab der 16. Minute und der 5:4-Führung den Vorsprung kontinuierlich aus. Die Abwehr mit einem gut aufgelegten Florian Berndt im Tor, der im Verlauf des Spiels immerhin 14 Torwürfe der Gäste parierte, stand sicher. „Es hätte dennoch besser sein können“, war Berndt nach dem Schlusspfiff sogar noch etwas unzufrieden. Auch im Angriff, in dem sich vor allem Alexander Takev, Meier und Widera als besonders treffsicher erwiesen, passte fortan eine ganze Menge. Dass Julien Adam bei seinen Einwechslungen im Verlauf des Spiels dann auch noch zwei Siebenmeter-Würfe abwehrte, rundete den insgesamt guten Eindruck noch ab.  Aus dem erwähnten 5:4 wurde in der folgenden Viertelstunde bis zur Halbzeit ein 13:7, und man hatte den Eindruck, dass gegen stets bemühte Spandauer nichts mehr schief gehen würde.

Es ging nichts mehr schief, sondern es wurde noch deutlicher. In der 51. Minute war der Vorsprung auf zehn Tore zum 27:17 ausgebaut und am Ende stand mit 34:19 ein Ergebnis, das selbst gegen einen Aufsteiger in dieser Höhe nicht unbedingt zu erwarten war. Der kam sogar noch recht glimpflich davon, weil die LHC-Spieler gute Chancen frei am Kreis nicht nutzten und sie sich zudem noch einige unnötige Abspielfehler leisteten.

„So macht Handball Spaß“, war Alexander, der jüngste der drei Takev-Brüder im Team der Lausitzer, nach dem Schlusspfiff guter Laune. „Die ersten drei Spiele sind ja nicht gut gelaufen, doch die sind jetzt abgehakt.“ Auch Widera war zufrieden. „Ich denke, wir haben das insgesamt ganz ordentlich gespielt, und das, obwohl wir aus unterschiedlichen Gründen kein optimales Training haben.“ In dieser Woche beispielsweise können die Handballer die Lausitz-Arena wegen der Deutschen Boxmeisterschaften der Frauen und des weiblichen Nachwuchses kaum nutzen.

Das ist für eine gute Vorbereitung sicher schwierig, doch da müssen sich die LHC-Akteure gewissermaßen durchboxen, denn am Samstag  ist beim Grünheider SV wiedergewonnenes Selbstvertrauen erneut zu beweisen.

LHC: Adam, Berndt, Mudrick (Tor); A. Takev (11 Tore), Meier (7), Widera (6), R. Takev (3), F. Takev (3), Nietzel (2), Schmitz (2), Baccar, Reimann, Mulemba

Der erleichterte LHC-Trainer Marcel Linge war seinen Jungs „dankbar für die Leistung“.
Der erleichterte LHC-Trainer Marcel Linge war seinen Jungs „dankbar für die Leistung“. FOTO: Steffen Beyer