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| 12:16 Uhr

Handball
LHC Cottbus belohnt sich für mutigen Auftritt

 LHC-Trainer Marcus Meier durfte sich am Ende über seine mutigen Wechsel freuen. Er warf den jungen Alexander Häntschke in der entscheidenden Phase ins Spiel.
LHC-Trainer Marcus Meier durfte sich am Ende über seine mutigen Wechsel freuen. Er warf den jungen Alexander Häntschke in der entscheidenden Phase ins Spiel. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Cottbuser Handballer gewinnen Oberliga-Auftakt gegen Greifswald/Loitz – auch dank eines blutjungen Jokers. Von Wolfgang Swat

Die Mehrzahl der nur 263  Zuschauer im „Backofen“ Lausitz-Arena dürften sich gut drei Minuten vor dem Abpfiff verwundert die Augen gerieben und sich gefragt haben: „Was macht denn der Meier jetzt?“ Nach Ablauf  der  von Trainer Marcus Meier beantragten Auszeit schickte er mit Alexander Häntschke seinen Jüngsten im Team auf das Parkett.  Zu diesem Zeitpunkt war der komfortable Vorsprung des LHC von sieben Toren zur Halbzeit (19:12) nicht etwa ausgebaut, sondern  beim Stand von 32:30 nahezu aufgebraucht. Das in den ersten 30 Minuten abgebrannte Feuerwerk  eines starken Abwehrverbundes und  zielstrebiger Angriffsaktionen hatte in der Fortsetzung in Spielhälfte zwei doch einige Fehlzündungen.

In dieser Situation, als der sicher geglaubte Auftakterfolg erheblich in Gefahr  geraten war, war Meiers Entscheidung ohne Frage mutig. Doch sie brachte das gewünschte Resultat. Nachdem zunächst Pascal Hüneburg auf der für einen Rechtshänder schwierigen Rechtsaußenposition mit einem sehenswerten Tor den Abstand wieder auf drei Tore erhöht hatte, den die Gäste allerdings postwendend erneut verkürzen konnten, war es zweimal Häntschke, der nervenstark den Ball  im gegnerischen Gehäuse unterbrachte. Meier sah sich am Ende bestätigt: „Der Junge kann das. Wir als LHC sind ein Ausbildungsverein. Wann sollen  junge Leute lernen, mit Druck umzugehen, wenn nicht in solchen Situationen?“

Florian Takev, der mit sechs Toren  nach Robert Schulze (acht Tore) zweitbester Werfer bei den Cottbusern war, plauderte nach dem Anpfiff sogar ein wenig aus dem Nähkästchen: „Wir hatten uns zuvor  auf der Bank  mit Marcus Meier verständigt, noch einen Angriff abzuwarten. Den haben wir verkackt, und dann erfolgte eben der Wechsel.“

Schon mit dem Anpfiff hatte der LHC-Trainer mit seiner Aufstellung überrascht. Im Tor begann Neuzugang Ivo Göricke für den letztjährigen Stammtorhüter Julien Adam, der später sein Können unter Beweis stellen konnte. Und mit Nick Widera blieb auch der Top-Torschütze zunächst auf der Bank. Der  inzwischen 42-jährige Göricke, der einst  in Cottbus in der Bundesliga gespielt hatte, glänzte gleich mit einigen Paraden, darunter  hielt er den ersten von insgesamt zehn (!) Siebenmetern für die Gäste.  Weil die Lausitzer aus der offensiven 4:2-Deckung  heraus vorn zunächst nach Belieben trafen, musste der über die gesamte Spielzeit emotional agierende  und gestikulierende Gästetrainer schon nach zehn Minuten  beim Stand von 9:3 für die Gastgeber die erste Auszeit nehmen. Bewirkt hat sie wenig. Die technischen Fehler  der Cottbuser waren in den ersten 30 Spielminuten an den Fingern einer Hand abzuzählen. Die im Gegensatz zur zurückliegenden Saison  gewachsene Breite im Kader zahlte sich aus.

Im zweiten Spielabschnitt zündeten die Aktionen der Cottbuser schwerer. So schmolz der Vorsprung Tor um Tor, doch auf weniger als zwei Zähler ließ der LHC die Gäste nie heran. Am Ende war es ein Start-Ziel-Sieg, den die Zuschauer mit stehenden Ovationen feierten.

LHC: Adam, Göricke (Tor) – Schulze (8 Tore), F. Takev (6), A.Takev (5), Nietzel (5), R. Takev (3), Widera (3), Häntschke (2), Hüneburg (1), Wieland (1), Efa (1), Kuhlmey, Reimann.

 Zielsicher: Robert Schulze war mit acht Treffern bester Cottbuser Schütze beim Auftaktsieg gegen Greifswald/Loitz.
Zielsicher: Robert Schulze war mit acht Treffern bester Cottbuser Schütze beim Auftaktsieg gegen Greifswald/Loitz. FOTO: Steffen Beyer