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Leichtathletik
Syrischer Ex-Meister trainiert beim LC Cottbus

LCC-Trainer Aiman Al Hirah mit Jennifer Kokkot (l.), Neele Appelt (2.v.r.) und Charlize Manitz (r.).
LCC-Trainer Aiman Al Hirah mit Jennifer Kokkot (l.), Neele Appelt (2.v.r.) und Charlize Manitz (r.). FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Er war einst der schnellste Sprinter Syriens. Jetzt gibt Aiman Al Hirah sein Wissen an den Cottbuser Leichtathletik-Nachwuchs weiter.

Er war der schnellste Sprinter Syriens über die 100- und 200-Meter-Distanz, stand ganz oben auf dem Treppchen bei internationalen Wettkämpfen in Ägypten, im Libanon oder im Iran. In 10,49 Sekunden absolvierte er die 100-m-Distanz. „Allerdings handgestoppt“, fügt er gleich hinzu. 22,9 Sekunden benötigte er für die 200-Meter-Strecke. Das war vor rund 20 Jahren. Heute versucht Aiman Al Hirah seinen sportlichen Erfahrungsschatz an junge Leichtathleten beim LC Cottbus weiterzugeben. Dort trainiert er die Jugendlichen ab Klassenstufe sieben, die nicht auf die Sportschule gehen, allerdings trotzdem gern der Sportart treu bleiben wollen.

Für den LC Cottbus ist der 41-Jährige ein Glücksfall. Das sagt Vereinsvizepräsident Uli Hobeck. Übungsleiter zu finden sei nicht so einfach. „Und so haben wir jetzt alle Altersgruppen mit qualifizierten Trainern besetzt“, ergänzt Hobeck. Der Anspruch an seinen neuen Trainer ist hoch. „Wir wollen schon den einen oder anderen Athleten aus seiner Trainingsgruppe zu den Deutschen Meisterschaften schicken“, betont Uli Hobeck. Das traut er dem Übungsleiter zu.

Vor fünf Jahren ist Aiman Al Hirah gemeinsam mit seiner Frau nach Deutschland gekommen. In Syrien war er Armee-Vereinstrainer, besitzt vom Internationalen Leichtathletikverband bestätigte Zertifikate. Später arbeitete er als Direktor eines Wohnungsbauunternehmens. „Ich würde gern auch in Deutschland wieder einen richtigen Job haben“, sagt Aiman Al Hirah. Beim LC Cottbus bekommt er nicht mehr als eine Aufwandsentschädigung. Bewerbungen hat der 41-Jährige bereits einige geschrieben. Bislang allerdings ohne Erfolg.

An mangelnden Sprachkenntnissen liegt es nicht. Der ehemalige Leistungssportler hat seine Zeit in Deutschland genutzt, um seine Sprachfähigkeiten weiterzuentwickeln. Die Kommunikation mit seinen Schützlingen funktioniert prima. Zielstrebig und konsequent – so beschreiben die jungen Sportler ihren Trainer. Mit seiner Art kommt er gut an. „Weil er selbst einmal Leistungssportler war, kann er zum Beispiel die Technik sehr gut vermitteln“, erzählt Luca Rößler (17). Und Juliane Boesler (16) ergänzt: „Manchmal ist das Training zwar ganz schön anstrengend, aber er ist immer für einen Spaß zu haben.“