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Fussball
Krieschows Zwölf-Minuten-Blackout

Wieder viel investiert, aber auch wieder viel Lehrgeld bezahlt: Markus Kaiser (r.) und der VfB Krieschow konnten ihr Punktekonto auch gegen Inter Leipzig nicht aufstocken und kassierten Niederlage Nummer sieben.
Wieder viel investiert, aber auch wieder viel Lehrgeld bezahlt: Markus Kaiser (r.) und der VfB Krieschow konnten ihr Punktekonto auch gegen Inter Leipzig nicht aufstocken und kassierten Niederlage Nummer sieben. FOTO: Marcel Ohnrich / Ohnrich Marcel
Oberliga. Der Oberliga-Aufsteiger bekommt einmal mehr nichts für eine ordentliche Leistung und verliert gegen den Tabellendritten Inter Leipzig mit 2:3. Von Roland Scheumeister

VfB Krieschow – FC Inter Leipzig 2:3 (1:0). Tore: 1:0 Hebler (17.), 1:1 Laouzai (51.), 1:2 Hovi (59.), 1:3 Laouzai (63.), 2:3 Schmidt (85.); Schiedsrichter: Meißner (Elster); Zuschauer: 117; Krieschow: Pflug – Bernhardt, Jeschke, Hnyk (81. Grunewald), Kaiser – Hildebrandt, Pehla (67. Schmidt), Konzack, Krüger (66. Richter), Dahm – Hebler.

Die Leipziger machten ihrem Vereinsnamen alle Ehre und stellten sich durchweg multikulturell besetzt erstmals dem Krieschower Publikum vor. Den ersten Offensivaktivitäten der Gastgeber begegneten sie in abwartender Haltung. Aber die VfB-Defensive stand gut und bei einigen Angriffen bügelten Bernhardt, Jeschke oder Torwart Pflug aus. Dann erreichte ein Ball  von Dahm, der von drei Gegenspielern attackiert wurde, Hebler, der von der Strafraumgrenze ins lange Eck vollendete. Krieschow spielte weiter mutig nach vorn und da auch Inter anruckte, ging es flott hin und her. Pflug parierte einen über die Mauer gezogenen Freistoß (27.), während Krüger nach Dahm-Zuspiel knapp verzog (28.) und nach einem Flügelsprint (41.) zu schwach abschloss.

Unmittelbar nach der Pause hatte Krüger die Riesenchance zum 2:0, verzog aber aus guter Position. Den nächsten Angriff leitete Hebler mit einen langen Diagonalpass auf Dahm ein, der quer  auf den langen Pfosten zurückflankte, wo Konzack am Torwart scheiterte (50.). Im Gegenzug ließen die Krieschower den Leipziger Laouzai unbedrängt durch ihre Reihen spazieren und standen Pate, als er den Ball ins Gehäuse schob. Davon geschockt, fand die Mannschaft nicht schnell genug zu ihrer Ordnung zurück und Hovi nutzte einen Ballverlust zur Führung der Messestädter, welche auch vier Minuten später davon profitierten, dass nach Abwehr Pflugs niemand zum Klären der Situation bereitstand.

Krieschow fand sich mit diesem Zwischenstand nicht ab und drückten auf den Anschluss. Richter setzte sich durch, dessen Flankenball von Grunewald verlängert, von der Linie geköpft und von Schmidt ins Tor befördert wurde. Die Leipziger brachten den noch einmal wackelig gewordenen Sieg aber über die Zeit.

Leipzigs Trainer Heiner Backhaus hatte sich die Aufgabe leichter vorgestellt und zollte dem VfB Respekt. Seine Meinung, dass Inter verdient gewonnen habe, konnte der enttäuschte VfB-Coach Toni Lempke nicht teilen: „Speziell in der ersten Halbzeit waren wir auf Augenhöhe und hätten nach dem Wechsel auf 2:0 davon ziehen können. Dass wir binnen zwölf Minuten drei Tore kassierten, war individuellen Fehlern und mangelnder Cleverness geschuldet. Die Truppe hat aber  Moral gezeigt und nach dem Anschlusstor stand die Partie noch einmal auf der Kippe. Leider haben wir trotz guter Vorstellung nichts mitgenommen.“