ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:11 Uhr

Fussball
Krieschows furiose Saison

Wer hätte das gedacht: Nach einem schwierigen Beginn in der Oberliga hat sich Aufsteiger VfB Krieschow in der zweiten Saisonhälfte regelrecht in einen Rausch gespielt und wurde auf Anhieb Achter.
Wer hätte das gedacht: Nach einem schwierigen Beginn in der Oberliga hat sich Aufsteiger VfB Krieschow in der zweiten Saisonhälfte regelrecht in einen Rausch gespielt und wurde auf Anhieb Achter. FOTO: Marcel Ohnrich
Krieschow. Ein Rückblick auf die erste Spielzeit der Rand-Cottbuser in der Fußball-Oberliga. Von Roland Scheumeister

Optimistisch, aber dennoch realistisch waren die Verantwortlichen des VfB Krieschow das Abenteuer Oberliga angegangen. So kam auch keine Panik oder gar Selbstzerfleischung auf, als sich die Truppe nach vier Spieltagen mit 4:15 Toren und null Punkten arg gerupft am Tabellenende wiederfand. Der Vorstand zeigte Verständnis dafür, dass der Riesenunterschied zum bisherigen Brandenburgliga-Alltag nicht von heute auf morgen bewältigt werden konnte. Die Mannschaft überwinterte mit ihren zehn Zählern zwar auf einem Abstiegsplatz, blieb aber dennoch stets auf Schlagdistanz zu den mitgefährdeten Teams.

Von realistischen Gedanken geprägt, verzichtete der VfB-Vorstand auf eine personelle Zäsur. Man ließ Trainer und Mannschaft weiter arbeiten und verpflichtete lediglich den polnischen Spieler Wojciech Ren vom englischen Siebtligisten Rushden & Diamonds. Zweimal wurde noch Lehrgeld bezahlt. Dann begann die Mannschaft, das in sie gesetzte Vertrauen zurückzuzahlen.

Begonnen mit einem 3:3 nach Aufholjagd in Bernburg, fuhr der Aufsteiger in den verbleibenden 13 Spielen satte 29 Zähler ein. Die Mannschaft wuchs über sich hinaus. Vor allem die Rückkehr von Abwehrchef Fabian Lieschka, das sensationelle Comeback von Marcus Dörry nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Vorlagengeber Martin Dahm und natürlich die Treffsicherheit von „Pistolero“ Andy Hebler trugen zum unaufhaltsamen Aufwärtstrend bei.

Nur noch eine eher unerwartete 0:3-Heimpleite gegen Barleben und ein 0:2 beim hochfavorisierten Vizemeister Inter Leipzig unterbrachen diese phänomenale Serie. Vor allem die leidenschaftliche Art und Weise, wie die Mannschaft nach vermeintlich aussichtslosen Zwischenständen zurückkam, löste bei den Anhängern Begeisterung aus. Das tolle Umfeld, auch von vielen erstmals im Sportpark gastierenden Vereinen in höchsten Tönen gelobt, und die attraktive Spielweise sprachen sich herum. Der Zuschauerpegel stieg kontinuierlich, der Rekord lag bei 510, und nur die Traditionsclubs Stendal, Plauen und Gera – alle ohne höherklassige Konkurrenz in der Region – lockten mehr Schaulustige an.