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| 18:04 Uhr

Fussball
Krieschow trotzt Favoriten Punkt ab

Die Krieschower bejubeln den späten Ausgleich gegen International Leipzig, den Konzack per Elfmeter in der Nachspielzeit erzielte.
Die Krieschower bejubeln den späten Ausgleich gegen International Leipzig, den Konzack per Elfmeter in der Nachspielzeit erzielte. FOTO: Sven Bock
Fußball-Oberliga. Der VfB hat die Hinrunde der Fußball-Oberliga Süd mit einem glücklichen 1:1 gegen Leipzig abgeschlossen.

VfB Krieschow - FC International Leipzig 1:1 (0:0), Tore: 0:1 Adrian Bravo (68.), 1:1 Sven Konzack (90.+3 Foulelfmeter), Schiedsrichter: Magnus-Thomas Müller (Nessa), Zuschauer: 128, VfB: Pflug, Ladwig, Kaiser, Hildebrandt, Jeschke, Dahm, Konzack, Pehla (ab 60. Knapczyk), Karow, Ren (73. Richter), Felgenträger

Im Krieschower Sportpark läuft am Samstag vor 124 Zuschauer bereits die Nachspielzeit, als beim Stand von 0:1 aus Sicht der Hausherren ein Eckstoß hoch durch den Leipziger Strafraum fliegt. VfB-Kapitän Sven Konzack versucht mit dem Kopf zuerst an den Ball zu kommen. Doch durch einen Körperkontakt kommt er im Luftduell ins Straucheln. Schiedsrichter Magnus-Thomas Müller, der keine Probleme mit der fairen Partie hat, zögert nur einen kurzen Augenblick und entscheidet auf Strafstoß für die Gastgeber. Konzack tritt selbst an und verwandelt sicher zum umjubelten 1:1-Ausgleichstreffer.

Sehr zum Ärger von Gästecoach Heiner Backhaus, der anschließend mit der harten Entscheidung des Unparteiischen hadert: „Es ist besonders ärgerlich, denn Chemie Leipzig hat auch nur Unentschieden gespielt. Wir hätten mit zwei oder drei Toren Unterschied gewinnen können aufgrund der Chancen und wenn wir die Konter besser ausgespielt hätten. Wir suchen die Schuld nicht beim Schiedsrichter. Aber am Ende bekommen wir einen Elfmeter, der keiner war. Wer so einen Strafstoß in der 91. Minute gibt, der meint es nicht gut mit uns.“

Aus Sicht der Gäste ist der Frust verständlich. Der FC International Leipzig war bis auf die Schlussphase das ballbestimmende Team. Marcelo Franceschi bildete im Mittelfeld den Dreh- und Angelpunkt der Sachsen. Immer wieder leitete er die Angriffe ein, die allerdings auch von einer massiven Krieschower Defensive im Zentrum zumeist unterbunden wurden. Wenn Inter es aber über die Außenbahnen versuchte, wurde es gefährlich. In der 8. Minute scheiterte Christos Ieridis mit seiner Direktabnahme nach einer Flanke auf den zweiten Pfosten an VfB-Keeper Fritz Pflug im kurzen Eck. Nach einer halbe Stunde nahm Oberliga-Toptorschütze Adrian Bravo zu genau Maß und zirkelte den Ball aus 16 Metern am rechten Pfosten vorbei. Und kurz vor der Pause verpassten Bravo und Giannis Kantartzis eine Hereingabe nur um Zentimeter. Von Krieschower Seite ging bis auf Standards und einen Konzack-Kopfball kaum Torgefahr aus.

Daran änderte sich auch in der zweiten Hälfte anfangs wenig. Bravo setzte in der 50. Minute einen Kopfball zu hoch an und Tzonatan Moutsa scheiterte in der 59. Minute freistehenden aus 14 Metern am stark reagierenden Pflug. Der hielt in der Folge seine Mannschaft im Spiel, auch wenn er in der 68. Minute beim Führungstreffer der Leipziger machtlos war. Ieridis flankte von der linken Angriffsseite den Ball scharf in den Rücken der Abwehr. Bravo war im Zentrum eingelaufen und verwandelte direkt zum 1:0 aus Inter-Sicht.

Krieschow setzte in der Schlussphase alles auf eine Karte und warf alles nach vorne. Und wurde in der Nachspielzeit für den leidenschaftlichen Einsatz noch mit dem etwas glücklichen Ausgleich belohnt. VfB-Coach Toni Lempke: „Wir haben gegen den Tabellendritten einen Punkt geholt. Das freut mich sehr. Wenn du einen Elfmeter in der 91. Minute bekommst, ist es natürlich immer glücklich. Aber Hut ab, dass der Schiedsrichter den Mut hat und ihn auch pfeift. Es war schon ein klares Halten, aber es gibt auch Unparteiische, die den nicht geben. Der Punkt war trotzdem verdient.“

Krieschow schließt damit die Hinrunde mit 23 Punkten auf Rang sechs ab. „Das war eine super Hinrunde. Und noch ohne Hebler. Das ist echt Wahnsinn. Wenn wir noch so eine Rückrunde spielen könnten, wäre das schon richtig stark. Nach wie vor ist aber der Klassenerhalt unser Ziel. Da sind wir gerade auf einem guten Weg“, so Lempke.

Der FC International Leipzig bleibt hingegen mit nur fünf Zähler Rückstand in Schlagdistanz zu den beiden Oberliga-Topteams Luckenwalde und Chemie. Trainer Heiner Backhaus: „Wir haben einen Spieler auf dem Platz, der über 25 Jahre alt ist. Das soll aber keine Ausrede sein. Dazu sind noch drei Stürmer verletzt. Ich glaube aber, dass es in der Liga ganz viel damit zu tun hat, wie ein Schiedsrichtergespann pfeift. Bei Gera gegen Chemie gab es zum Beispiel schon wieder eine Rote Karte und zwei Elfmeter für die BSG. Wir haben in den ganzen vier Jahren Inter keine drei Elfmeter bekommen.“