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Krieschow schreibt Geschichte

Weil Ludwigsfelde patzt und Sachsenhausen nicht für die Oberliga gemeldet hat, reicht dem VfB ein 1:1 in Falkensee zum Oberliga-Aufstieg. Krieschow spielt damit erstmals überregional. Roland Scheumeister / rsm1

BRANDENBURG-LIGA SV Falkensee/Finkenkrug - VfB Krieschow 1:1 (1:0). Tore: 1:0 El-Moghrabi (23.), 1:1 Hebler (48./Foulelfmeter); Zuschauer: 179; Schiedsrichter: Tegge (Parmen); Rote Karte: 70. El-Moghrabi (Falkensee); Krieschow: Jäschke - Krüger, Lieschka, Hnyk, Dahm, Pehla, Knapczyk (88. Grunewald), Dörry (78. Schmidt), Angerhöfer, Karow, Hebler.

Dank des Remis in Falkensee, bei gleichzeitiger Niederlage des Dauerrivalen Ludwigsfelde in Neuruppin, hat der VfB sein großes Ziel, den Oberligaaufstieg, vorzeitig dingfest gemacht. Das Sahnehäubchen auf diese sensationelle Saison soll dann in der nächsten Woche gesetzt werden, indem mit einem zählbaren Resultat im letzten Saisonspiel gegen Neuruppin auch Platz eins und damit die Brandenburg-Meisterschaft gesichert wird. Denn die nicht für die Oberliga gemeldeten Sachsenhausener sind bis auf drei Zähler herangerückt und könnten bei einem Sieg und gleichzeitigem Patzer des VfB selbst zur Nummer eins werden.

Damit, dass die Konkurrenten gegen den Spitzenreiter stets besonders motiviert sind, mussten die Krieschower speziell in der ersten Hälfte der Partie in Falkensee fertig werden. Sie hatten zwar mehr Ballbesitz, brachten aber vor dem gegnerischen Tor nicht genügend Durchschlagskraft auf. Jäschke mußte eine brenzlige Situation entschärfen (10.) und nach einer Flanke köpfte El-Moghrabi unbedrängt über das VfB-Tor (14.). Letzterer sorgte auch für die Führung der Randberliner, indem er einen 25m-Freistoß versenkte. Nach Anspiel von Angerhöfer bekam Hebler vom FF-Keeper die Kugel vom Fuß gefischt (30.). Die von Trainer Toni Lempke geforderte Einsatzsteigerung vollzogen die Gäste im zweiten Durchgang und übernahmen damit die Spielregie. Nachdem Dahm im Strafraum von den Beinen geholt wurde, verwandelte Hebler den Elfmeter. Wenig später (51.) hämmerte Dörry, der wie Hnyk bereits zum zweiten Mal in seiner Laufbahn in die Oberliga aufsteigt, das Leder volley über den Kasten. Nach einem mit Gelb geahndeten Foul von Dahm an El-Moghrabi bekam dieser für sein unbeherrschtes Nachtreten den roten Karton zu sehen. Für das FF-Lager eine kaum nachvollziehbare Entscheidung wie die auf der Gegenseite bei zwei nach Fouls an Hebler nicht gepfiffenen Strafstöße. Im Schlussgang lenkte Demuth noch einen Hebler-Kopfball an den Pfosten (81.).

BSV Guben Nord - Einheit Bernau 1:2 (0:1). T: 0:1 Walter (24.), 0:2 Altin (74./FE), 1:2 Marx (80./FE); Z: 120; S: Buttenstedt (Senftenberg); Guben Nord: Loboda - Richter, Ullrich, Schmietendorf, Karpinski, Kunzke, Marx, Waszkowiak (74. Hadas), Mönnich (46. Jakob), Wegner (84. Anton), Stoll.

Der BSV wollte sich bei seinem Anhang mit einer guten Leistung für dessen Unterstützung bedanken. Doch die Gäste aus dem Barnim rissen das Zepter mit dem Anpfiff an sich. Vor allem mit ihren Angriffen über die Flügel beschäftigten sie die Abwehr der Nordgubener, denen auch im Spiel nach vorn wenig Konstruktives gelang. Erstmals zählbar machten die Bernauer ihre optische Überlegenheit, indem ihr Angreifer Walter einen Eckball ins BSV-Gehäuse verlängerte. Torwart Loboda war zwar mit den Fingern dran, konnte das wuchtige Geschoss aber nur noch ins eigene Netz lenken. Mit dem Glück im Bunde waren die Breesener, als ein Schuss an die Latte ging. Bernau blieb auch in der zweiten Spielhälfte aggressiver und mit klaren Vorteilen im Zweikampfverhalten. Vor allem die Afrikaner Nkok und Makengo beeindruckten durch ihre Schnelligkeit. Da auch die Platzherren etwas mehr in die Waagschale warfen, blieb die Partie dennoch ergebnisoffen. Erst ein Strafstoß verhalf den Randberlinern zum zweiten Tor. BSV-Spielertrainer Ullrich ging im Strafraum etwas ungestüm in einen Zweikampf. Der BSV blieb um Resultatsverbesserung bemüht. Doch jeder abgewehrte Ball landete in den gegnerischen Reihen. Das Ehrentor gelang durch einen Strafstoß. Als Wegner im Sechzehner von den Beinen geholt wurde, ließ sich Marx die Chance nicht entgehen.

Zum Thema:
Der VfB Krieschow hat zwar den Oberliga-Aufstieg gewonnen, aber schon zwei Spieler für die nächste Saison verloren. Mit Felix Angerhöfer (19) und Marvin Jäschke (19) wechseln zwei Stammkräfte des Brandenburg-Liga-Spitzenreiters im Sommer zum kommenden Liga-Konkurrenten FC Strausberg. Für Angerhöfer ist es eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. Der Offensivspieler gehörte bis 2013 dem FCS an, bevor er an die Sportschule von Energie Cottbus wechselte. Gubens Steven Marx (19) zieht es dagegen in die Regionalliga nach Altglienicke.