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| 02:39 Uhr

"Krieschow hat mehr Potenzial als Laubsdorf"

Marcus Dörry spielte seit Januar 2014 für die erste Mannschaft vom VfB Krieschow und feierte in dieser Zeit zwei Aufstiege. In der kommenden Saison tauscht er die Oberliga aber gegen die Kreisoberliga ein.
Marcus Dörry spielte seit Januar 2014 für die erste Mannschaft vom VfB Krieschow und feierte in dieser Zeit zwei Aufstiege. In der kommenden Saison tauscht er die Oberliga aber gegen die Kreisoberliga ein. FOTO: Beyer/sby1
Krieschow. Marcus Dörry ist mit dem VfB in die Oberliga aufgestiegen. Doch im Interview erklärt er, warum er genau dort nicht mehr spielen will.

Der VfB Krieschow ist zum ersten Mal in seiner Geschichte Brandenburger Fußball-Meister geworden. Für Angreifer Marcus Dörry (33) hingegen war es nach dem Triumph mit Blau-Gelb Laubsdorf im Jahr 2012 schon der zweite Aufstieg in die Oberliga. Im RUNDSCHAU-Interview spricht Dörry über den "VfB Hebler", seine Zeit bei den Energie-Profis und er erklärt, warum er nächste Saison nicht in der Oberliga spielen will.

Herr Dörry, was hat mehr Spaß gemacht: Zum ersten Mal Brandenburger Meister geworden zu sein oder den Titel jetzt im etwas gesetzteren Fußballalter noch mal bestätigt zu haben?
Dörry Jede Meisterschaft ist schön - egal ob in der Verbandsliga oder der Kreisoberliga. Wenn du nach einer Saison ganz oben stehst, dann steckt da immer harte Arbeit dahinter. Und dann freust du dich, wenn du endlich feiern kannst.

Sie haben es auch reichlich spannend gemacht gegen Ende der Saison und beinahe noch einen Zehn-Punkte-Vorsprung aufgebraucht. Hatten Sie mal Angst, dass es noch schiefgehen könnte?
Dörry Natürlich schwitzt du, wenn du in der Endphase der Saison den Druck hast, eigentlich immer gewinnen zu müssen, und dann in Rückstand gerätst, ohne zu wissen, was auf den anderen Plätzen passiert. Aber wir haben oft zumindest noch einen Punkt geholt und selten verloren. Und wir hatten Glück, dass auch die anderen Federn gelassen haben. Normalerweise reichen 60 Punkte nicht zum Aufstieg.

41 der 72 Tore hat Andy Hebler erzielt. Viele sprachen schon vom "VfB Hebler". Tut man dem Rest der Mannschaft Unrecht, wenn man den Aufstieg nur auf ihn reduziert?
Dörry Wir haben auch um Hebler herum gute Fußballer. Wir sind auch ohne ihn in die Brandenburg-Liga aufgestiegen. Aber natürlich hat jede gute Mannschaft einen vorne drin, der knipst und Tore garantiert. Er war aber nicht nur wegen seiner Tore wichtig, sondern weil er auch die Spannung im Training hochgehalten hat mit seinen Ansagen. Vielleicht wären wir ohne Hebler nur 5. oder 6. geworden.

Für Laubsdorf war das Abenteuer in der Oberliga sportlich und auch finanziell schnell beendet, der Verein musste sogar Insolvenz beantragen. Was spricht dafür, dass so ein Szenario in Krieschow nicht eintritt?
Dörry Sportlich gesehen hatten wir damals in Laubsdorf etwas Verletzungspech, das der kleine Kader nicht auffangen konnte. Wenn Krieschow davon verschont bleibt, kann die Mannschaft über dem Strich bleiben. Und der Verein wächst hier mit den Erfolgen. Hier sind mehr Leute drumherum, im Sponsoring wie in der Öffentlichkeitsarbeit ist mehr Potenzial. Es ist kein Stillstand zu erkennen.

Sie gehen diesen Weg aber nicht mit und spielen künftig für die Zweite in der Kreisoberliga. Warum?
Dörry Ich bin jetzt 33, möchte ein Haus bauen, auch auf Arbeit als Physiotherapeut bin ich eingespannt. Da kann ich den Aufwand in der Oberliga nicht mehr betreiben. Ich spiele aber wahnsinnig gerne in Krieschow und möchte die Entwicklung auch weiter verfolgen. Deswegen versuche ich nun, junge Leute in der U 23 an den Männerbereich heranzuführen.

Sie selbst haben als junger Spieler sogar bei den Profis von Energie in der 2. Bundesliga reingeschnuppert und gehörten 2004/05 zum erweiterten Kader von Eduard Geyer. Wie viel hat für die Profikarriere gefehlt?
Dörry Da hat schon noch was gefehlt, so realistisch muss man sein. Ich habe auch nur einmal wirklich auf der Bank gesessen bei den Profis gegen 1860 München. In dem Bereich wird Fußball einfach zum Geschäft. Die Oberliga war schon das Maximum für mich.

Mit Marcus Dörry

sprach Steven Wiesner