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| 02:37 Uhr

Kompliment vom Verlierer an den LHC

"Wir dürfen jetzt nicht leichtsinnig werden", warnt Florian Takev.
"Wir dürfen jetzt nicht leichtsinnig werden", warnt Florian Takev. FOTO: BEYER/sby1
Stralsund/Cottbus. Cottbuser Oberliga-Handballer gewinnen mit 27:24 (11:14) beim körperlich eigentlich überlegenen Spitzenreiter Stralsunder HV. Von WOLFGANG SWAT / wsw1

"Ich kann meiner Mannschaft nur ein Kompliment machen", sagte Markus Dau auf der Pressekonferenz nach dem Spiel des Stralsunder HV gegen den LHC Cottbus. Das ist bemerkenswert, denn Dau ist Trainer der Stralsunder, und die hatten gerade mit 24:27 gegen den LHC verloren. Die Mannschaft mit der besten Abwehr in der Oberliga Ostsee-Spree kassierte als Spitzenreiter damit die erste Heimniederlage. "Cottbus muss ich aber ein noch größeres Kompliment machen. Das war eine sehr gute, eine sehr konstante Leistung", anerkannte der Trainer der Gastgeber den verdienten Sieg der Cottbuser.

Der LHC rangiert zwar trotz des Erfolges an der Ostsee weiterhin auf Platz zwei in der Oberliga-Tabelle, liegt allerdings mit einem Spiel im Rückstand und hat gegenwärtig mit fünf die wenigsten Minuspunkte auf seinem Konto.

Florian Takev, der Spielmacher beim LHC, hatte auch einen Tag nach dem Erfolg in Stralsund als Zuschauer der Partie des LHC in der Jugend-Bundesliga gegen den SC Magdeburg (24:40) noch ein Lächeln im Gesicht. "Stralsund war uns körperlich überlegen. Bei der Begrüßung mussten wir ja zu einigen von denen regelrecht aufschauen", beschrieb er verschmitzt die unterschiedlichen Körpermaße. "Wir haben diesen Nachteil aber mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung ausgeglichen."

Ehrfürchtig erstarrt waren die Cottbuser in keiner Phase des Spiels. Dabei hatte die Begegnung nahezu planmäßig begonnen. Die Einheimischen erspielten sich ein leichtes Übergewicht, weil die offensive Deckung des LHC nicht die gewünschte Wirkung gezeigt hatte. Die Umstellung auf den 6:0-Abwehrverbund und ein Wechsel der Torhüter von Florian Berndt zu Julien Adam nach einer guten Viertelstunde brachte den gewünschten Effekt. "Markus Fischer und Ernst Efa haben die Abwehr gut organisiert. Fischer wird hinten immer stärker, was uns Wechselmöglichkeiten eröffnet und mehr Luft im Angriff gibt", analysierte Trainer Marcel Linge. Danach neigte sich die Waage zugunsten der Gäste, nämlich vom 9:6 für Stralsund zur 11:14-Halbzeitführung für Cottbus.

Nach Wiederbeginn änderte sich an der Dominanz des LHC zunächst nichts. Der Vorsprung wurde sogar um zwei Tore zum 13:18 ausgebaut. Dann aber bekam das Spiel der Lausitzer einen Knacks, und nach gut 45 Minuten hatten sich die Ostseestädter heran gekämpft. "Da hat sich Stralsund förmlich in einen Rausch gespielt", beschrieb Linge die knifflige Lage. In dieser Situation war es dann der wieder ins Tor zurückgekehrte Florian Berndt, der Cottbus wie zuvor Julien Adam im Spiel hielt und eine Führung der Einheimischen verhinderte. "In wichtigen Phasen waren unsere Torhüter da", lobte Florian Takev die beiden Mannschaftskameraden in der "Kiste".

Cottbus konnte wieder in Führung gehen, weil sich nun auch der zuvor gut abgeschirmte Nick Widera in die Torschützenliste eintragen konnte. "Wir haben unsere Angriffe danach lange und ruhig ausgespielt, zumal bei Stralsund ein wenig die Kraft nachgelassen hat", fasste Florian Takev die Schlussphase zusammen. "Ich hatte gehofft, dass Cottbus noch einmal einen Hänger hat. Das war aber nicht der Fall", meinte Stralsund-Trainer Dau nach Spielschluss anerkennend.

Nach dem gelungenen Auftritt beim Liga-Ersten nimmt der LHC mit der Heimpartie an diesem Samstag in der Lausitz-Arena (Anwurf 19 Uhr) gegen MTV Altlandsberg nun die Führung im Klassement endgültig ins Visier. Gegen die Randberliner hatte der LHC im September 2016 mit 25:27 seine bislang einzige Saisonniederlage kassiert.

"Nach dem Sieg in Stralsund dürfen wir jetzt aber nicht leichtsinnig werden", warnte Florian Takev und räumte ein, dass die Erfahrung der Vergangenheit immer noch nagt. In der Saison 2015/16 hatte der LHC in der Lausitz-Arena vor großer Kulisse den damaligen Spitzenreiter und späteren Aufsteiger Insel Usedom mit 25:24 besiegt, danach aber in den Spielen gegen Lübbenau, OSF Berlin und Loitz Federn gelassen. "Wir haben jetzt zweimal gegen Stralsund gewonnen und stehen zu Recht oben", stellte Trainer Linge fest. "Wir werden aber, anders als damals, keinen Gegner mehr unterschätzen."

LHC: Adam, Berndt (Tor); R. Takev (3), Meier (3), Widera (5), Efa (3), F. Takev (4), A. Takev (6), Lößner (3), M. Hiesener, D. Hiesener, Stenzel, Otto, Fischer