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| 17:59 Uhr

Handball
Handball-Stützpunkt wieder mit Perspektive

Das Jugend-Leistungszentrum in Cottbus wird jetzt zunächst bis Mitte des Jahres 2019 fortgeführt. Von Wolfgang Swat

(wsw) Nach quälenden Wochen und Monaten der Ungewissheit über die Zukunft des Handball-Leistungsstützpunktes in Cottbus haben sich der Landessportbund Brandenburg (LSB), der Handball-Verband Brandenburg (HVB) und der Olympiastützpunkt (OSP) Ende Januar auf einen Kompromiss verständigt. Nachdem der HVB Cottbus wegen Querelen im Nachwuchs-Stützpunkt die weitere Anerkennung als Jugend-Leistungszentrum bis 2021 verweigert hatte (die RUNDSCHAU berichtete), gibt es jetzt die Zusage, ihn zunächst bis Mitte 2019 fortzuführen. Danach werde die Entwicklung analysiert und neu bewertet, heißt es in einer Mitteilung des LSB. Darin ist auch von einem „Vertrauensvorschuss“ für das leistungssportlich ausgerichtete Nachwuchs-Zentrum die Rede. HVB-Präsident Rüdiger Ziemer erklärte: „Die Situation hat sich geordnet und wir geben dem Stützpunkt eine Chance.“

Ein zentraler Punkt der Auseinandersetzung war die Festlegung, dass alle an der Lausitzer Sportschule aufgenommenen Handballer in den Ausbildungsmannschaften des LHC Cottbus am Wettkampfbetrieb teilnehmen müssen, da der LHC als Verein den Leistungsstützpunkt trägt. Gegenwärtig trainieren junge Handballer der Sportschule zwar in der Lausitz-Arena in Cottbus, spielen jedoch als Nachwuchs-Mannschaft beim Grünheider SV in der Brandenburg-Liga.

Eine „Öffnungsklausel“ gibt es laut Ziemer nur für die Jungen der Klassen sieben und acht, die noch in ihren Heimatvereinen verbleiben können, wenn sie es möchten. „Für die individuelle Entwicklung ist es natürlich besser, wenn sie gleich in den Mannschaften in Cottbus aktiv sind und dort auch von den Lehrertrainern betreut werden“, fügte er an. „Alle Handballer ab der Klasse neun müssen jedoch beim LHC spielen. So ist es uns auch zugesichert worden.“ Ziemer stellte in diesem Zusammenhang klar: „Wenn das nicht passiert, werden wir als HVB unsere Zustimmung 2019 zurückziehen.“ Nach der Einigung werde umgehend die vakante Stelle eines Landestrainers in Cottbus ausgeschrieben, die laut Ziemer zunächst aber auch nur bis 2019 befristet sei.

In Cottbus ist man zufrieden mit dieser Lösung, selbst wenn sie zunächst gewissermaßen nur „auf Bewährung“ getroffen ist. Wolfgang Neubert, Leiter der Lausitzer Sportschule und Präsident des Landessportbundes, sagte: „Es ist eine neue Chance für den Cottbuser Handball, wieder ziel- und leistungsorientiert in die Zukunft zu arbeiten.“ Förderlich sei die Übereinkunft vor allem für die Schüler. „Für die Jungs an der Sportschule ist es wichtig, dass es für sie eine Perspektive in Cottbus gibt.“ Diese sei aber auch mit dem Anspruch verbunden, wieder in der A-Jugend Bundesliga zu spielen.

Erleichterung herrscht ebenso beim LHC, der nicht nur wegen der Hängepartie im Nachwuchs-Leistungssport, sondern auch wegen personeller Umbrüche im Präsidium des Vereins immer wieder  in unruhiges Fahrwasser geraten war. „Wir stehen zu allen Verpflichtungen als stützpunkttragender Verein“, versicherte der amtierende LHC-Präsident, Gerald Haschick. „Wir wollen mit Erfolgen aus den negativen Schlagzeilen heraus und alles wieder in ruhige Bahnen lenken.“