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Fechten
Kleiner Verein – ganz großer Sport

Angelina-Noelle Krause (l.) und Sinem Dicle Katkay, hier beim Training in der Sachsendorfer Halle des Vereins, sind die großen Hoffnungsträger des FSC Cottbus.
Angelina-Noelle Krause (l.) und Sinem Dicle Katkay, hier beim Training in der Sachsendorfer Halle des Vereins, sind die großen Hoffnungsträger des FSC Cottbus. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Der Fechtsportclub Cottbus richtet an diesem Samstag im Kolkwitz-Center eines der wichtigsten nationalen Damen-Turniere aus. Von Mirjam Danke

Eine kleine Sportrevolution soll dieser Tage in Cottbus zu bestaunen sein – so raunen es zumindest die Liebhaber des Fecht-
sports. Ja, auch diesen gibt es in der Lausitzer Sportstadt. Beim mit rund 50 Mitgliedern recht kleinen Fecht-
sportclub (FSC) Cottbus wird er seit vielen Jahren ausgübt. Und dieser Verein darf sich damit rühmen, ganz Großes an Land gezogen zu haben.

So wird der FSC an diesem Samstag, 21. Oktober, das Aktiven-Qualifikations-Turnier des Deutschen Fechter-Bundes (DFB) ausrichten. Es gilt in dieser Sportart als zweitwichtigstes nationales Event nach den Deutschen Meisterschaften. Hier geht es für die deutschen Florettfechterinnen darum, Punkte zu sammeln, um sich für den Weltcup zu qualifizieren.

Den Cottbusern ist es also gelungen, ein richtig bedeutendes Sport-
ereignis herzuholen. „Wir sind sehr froh über den Zuschlag“, freut sich der Vereinsvorsitzende Kay Krause. „Offenbar haben wir viele Sachen richtig gemacht“, fügt er schmunzelnd hinzu. Tatsächlich haben die Cottbuser mit ihrer Bewerbung Fechter-Hochburgen wie Tauberbischofsheim ausgestochen. Der Sportdirektor des DFB, Sven Ressel, lobt, dass der FSC „eine sehr gute und nachhaltige Präsentation“ vorgelegt habe.

Zudem haben die Lausitzer durchaus Erfahrung mit der Ausrichtung von Turnieren. Seit 13 Jahren bieten sie Nachwuchs-Fechtern beim Youngster Cup eine große Bühne. Kay Krause und Jens Peschke, der stellvertretende FSC-Chef, verspüren vor dem Turnier am Samstag daher keine große Anspannung. Sie ruhen in sich und wissen, was sie können. Krause betont zudem: „Wir hoffen, mit dem, was wir da abliefern, ganz vorn zu sein.“

Ganz vorn sein – das ist mit Blick in die Zukunft auch nicht unrealistisch, was die eine oder andere Cottbuser Fechterin angeht. Angelina-Noelle Krause und Sinem Dicle Katkay sind zum Beispiel zwei ganz heiße Eisen im FSC-Feuer. Beide sind im Verbandskader und gehören zu den besten deutschen Fechterinnen im U17-Bereich. Gleich in ihrem ersten Jahr als A-Jugendliche dürfen sie sich am Samstag in Kolkwitz mit der Elite messen. „Wir erwarten da natürlich keine Heldentaten“, sagt Kay Krause. „Sie müssen sich immerhin mit Leuten auseinandersetzen, die einen gewaltigen Vorsprung haben.“ Erfahrungen sollen die beiden 14-Jährigen vor allem sammeln. Doch Krause weiß auch: Seine Tochter Angelina-Noelle und Sinem Dicle Katkay sind „durchaus in der Lage, sich zur Wehr zu setzen.“

Letztere ist übrigens trotz Angeboten aus Tauberbischofsheim und Bonn, beides Olympia-Fechtstützpunkte, im Sommer von Bielefeld nach Cottbus gewechselt. Die ganze Familie des Toptalents ist wegen des FSC in die Region gezogen. Das erfüllt den Lausitzer Verein mit Stolz – oder wie es Kay Krause ausdrückt: „In der Nummer ist Musik drin.“

Doch nicht nur wegen der talentierten Eigengewächse lohnt sich  ein Besuch des Turniers am Samstag im Kolkwitz-Center. Es werden auch viele WM-Teilnehmer am Start sein. „Fechten ist eigentlich ganz cool und spannend“, schwärmt Vereinschef Krause. „Für die Zuschauer ist es auch schön, weil es eine ästhetische Sportart ist.“ Technik und Taktik seien gleichermaßen wichtig.

Den Zuschlag für das Turnier haben die Cottbuser übrigens für zunächst drei Jahre bekommen, weitere sind nicht ausgeschlossen. Für den kleinen FSC ist das eine ziemlich große Auszeichnung – wenn nicht sogar tatsächlich eine kleine Sportrevolution.

Obwohl sie erst 14 Jahre alt sind, dürfen Angelina-Noelle Krause (l.) und Sinem Dicle Katkay bei ihrem Heimturnier starten.
Obwohl sie erst 14 Jahre alt sind, dürfen Angelina-Noelle Krause (l.) und Sinem Dicle Katkay bei ihrem Heimturnier starten. FOTO: Michael Helbig
Kay Krause ist der Vereinsvorsitzende des FSC Cottbus.
Kay Krause ist der Vereinsvorsitzende des FSC Cottbus. FOTO: Michael Helbig