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| 19:13 Uhr

Football
Ex-Lausitzer erfolgreicher Cowboy

Robert Werner im Dress der Munich Cowboys. Als „Kicker“ kommen ihm dort besondere Aufgaben zu.
Robert Werner im Dress der Munich Cowboys. Als „Kicker“ kommen ihm dort besondere Aufgaben zu. FOTO: privat
Cottbus. Der ehemalige Energie-Fußballer Robert Werner schaffte es in München ins Football-All-Star-Team. Von Georg Zielonkowski

Der 31-jährige Cottbuser (genau: Sielower) Robert Werner, der seit 2012 für die „Munich Cowboys“ in der German Football League (GFL) unterwegs ist, ist von den deutschen Sportjournalisten und Bundesligatrainern zum besten Kicker gekürt worden. Damit  zog er zugleich ins GFL-All-Star-Team 2018 ein – eine tolle Auszeichnung.

Bevor Robert Werner nach Bayern umsiedelte, war er zunächst von 1992 bis 1998 Fußballer bei Energie Cottbus, danach spielte er beim FSV Viktoria Cottbus. Noch heute frönt er nebenher seiner „alten Liebe“, wenn er bei der vierten Mannschaft von 1860 München als Stürmer unterwegs ist. An seinen „Seiteneinstieg“ zum American Football erinnert er sich schmunzelnd: „Ich bin damals zu einem Probetraining bei den Cowboys gegangen, weil mich diese Sportart schon immer interessiert hat. Da habe ich am ersten Tag den Ball gleich mal aufs Stadiondach geschossen und durfte bleiben.“

Offenbar hatten die Münchener genau so einen wie Werner gesucht. Ist doch die Position des „Kickers“ eine ganz besondere, darum gelten die Kicker gemeinhin als Exoten. Dieser Spieler kommt nur zum Einsatz, wenn die Teams nicht mehr weiterkommen und der Versuch unternommen wird, ein Field Goal zu erzielen, also den Ball zwischen den beiden langen Stangen am Ende des Spielfeldes hindurch zu schießen. Gelingt dies, bekommt die angreifende Mannschaft drei Punkte, die oft über Sieg und Niederlage entscheiden.

„Und für diese Aufgabe braucht es einen Kicker, der in dieser angespannten Situation ruhig und besonnen bleibt und sehr präzise schießen kann, mitunter über weite Distanzen“, so Werner. Dessen weitestes Field Goal erzielte er aus einer Distanz von knapp 50 Metern, beziehungsweise 54 Yards. Von der Beinkraft abgesehen braucht ein Kicker keine übermäßigen Muskeln, darum gibt es zum Beispiel in den USA Kicker, die auch mit 45 Jahren noch gut im Geschäft sind.

„Ob ich in zehn oder fünfzehn Jahren noch dabei bin, scheint höchst fraglich, zumal mein Leben ja noch viel mehr parat hat“, erzählt der ehemalige Lausitzer. „Derzeit starte ich mit einem Master in General Management als Sales & Marketing Experte beim DAX30 Konzern Infineon Technologies in München durch. Außerdem werde ich noch in diesem Jahr Vater. Im Augenblick freue ich mich aber über meine Nominierung ins All-Star-Team 2018!“