ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:23 Uhr

Handball
Erfolg des Willens im LHC-Heimspiel

Mit aller Macht: Der Cottbuser Ernst Efa (r.) tankt sich durch Neubrandenburgs Verteidiger. Kämpferisch war es eine gute Leistung, die der LHC den 326 Zuschauern in der Lausitz-Arena präsentierte.
Mit aller Macht: Der Cottbuser Ernst Efa (r.) tankt sich durch Neubrandenburgs Verteidiger. Kämpferisch war es eine gute Leistung, die der LHC den 326 Zuschauern in der Lausitz-Arena präsentierte. FOTO: Steffen Beyer
Cottbus. Die Cottbuser Oberliga-Handballer gewinnen gegen Fortuna Neubrandenburg mit 26:23 (11:11). Von Wolfgang Swat

In der 56. Spielminute verkündete der Hallensprecher in der Lausitz-Arena nach einem Tor der Gäste den neuen Spielstand: 23:11 für Cottbus. Denkste! Zu schön wäre ein solch klarer Vorsprung gewesen. Den aber gab es zu keiner Zeit in diesem Duell vor 326 Zuschauern gegen den Aufsteiger SV Fortuna 50 Neubrandenburg. Vielmehr hatten die Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern auf 23:21 verkürzt und damit noch einmal für zusätzliche Spannung in der Arena gesorgt.

Die lag von Beginn an über der ersten Heimpartie des LHC Cottbus, denn beide Teams wollten nach ihren Auftaktniederlagen mit einem Erfolg einen kompletten Fehlstart in die neue Saison verhindern. „Wir haben als Mannschaft vor dem Anpfiff noch mal einen Kreis gebildet und uns geschworen, in den 60 Minuten alles zu geben und alles andere zu vergessen“, beschreibt Glenn Nietzel die Momente vor Spielbeginn.

Die Ausgangslage war nämlich noch komplizierter als beim Saisonauftakt in Berlin. Wieder saßen nur neun Feldspieler auf der Bank, und unter denen war mit Florian Takev ein wichtiger Akteur wegen Krankheit nicht dabei. Für ihn hatte dort mit Zurab Gogava ein junger Spieler aus Georgien Platz genommen, der in Cottbus studiert, nach Auskunft von Trainer Bozidar Bursac aber athletisch noch Nachholbedarf hat. „Ich hätte mich deshalb gefreut, wenn ein oder zwei Spieler aus der A-Jugend bei uns ausgeholfen hätten“, räumte Bursac ein. Die Junioren hatten einen Abend zuvor ihren Bundesliga-Auftakt in Magdeburg absolviert (siehe Info).

Trotz der Widrigkeiten lief es anfangs nach Plan für den Gastgeber. Der hatte sich nach elf Minuten mit 5:2  nach vorn gebracht und hielt den Drei-Tore-Vorsprung bis in die 20. Minute hinein (7:4). Dann schlichen sich zunehmend mehr Fehler ein. Auf Nervosität wollte es Glenn Nietzel nicht zurückführen. „Wir hatten Probleme mit der Wurfeffektivität und haben es  immer wieder durch die Mitte versucht“, stellte er fest. In den ersten 30 Minuten leistete man sich  eine Vielzahl von Fehlwürfen, ungenauen Abspielen und technischen Fehlern, die den Gästen sogar zur 10:11-Führung verhalfen, die Alexander Takev mit dem Pausenpfiff egalisieren konnte. In dieser Phase zahlte sich die kompakte Abwehrarbeit aus, mit Eric Hinzer im Tor, der solide hielt und sogar einen Strafwurf parierte.

Nach dem Wiederanpfiff agierten die Cottbuser konzentrierter, leisteten sich vorn weniger Fehler und blieben in der Abwehr stabil.  Im Tor stand nun Julien Adam, der eine gute Partie ablieferte, zehn Schüsse abwehrte und sogar ein  Tor zum zwischenzeitlichen 15:15 erzielte. Doch es blieb eng, weil der Neubrandenburger Lukasz Calujek (10 Tore) schwer zu bremsen war. Als Trainer Bursac nach 40 Minuten seinen Kapitän Robert Takev als Sonderbewacher für ihn abstellte, brachte das die erhoffte Wirkung. Sieben Minuten vor Spielende gelang dem LHC erstmals wieder eine Drei-Tore-Führung (23:20), die man sicher und als Lohn für eine große Willensleistung ins Ziel brachte. „Kämpferisch war das sehr gut, spielerisch noch schwierig, weil wir aufgrund der geringen Trainingsbeteiligung viele Dinge nicht trainieren können“, so Robert Schulze.

„Die bessere Mannschaft hat gewonnen, aber es gibt noch viel Potenzial nach oben“, konstatierte LHC-Präsidiumsmitglied Frank Prätzel nach dem Abpfiff durch die Schiedsrichterinnen Kerstin Pohlmann und Karolin Sense, die das Spiel solide leiteten.

Trainer Bozidar Bursac räumte ein,  dass ihm „ein großer Stein“ vom Herzen gefallen sei. „Ich bin sehr zufrieden, was die Jungs gezeigt haben. Alle haben sehr gut gekämpft, und wir haben diesmal, anders als in Berlin, wirklich mit zwei Torhütern gespielt.“ Allerdings hob er warnend den Finger: „Die personelle Situation ist nicht gut. Dadurch haben wir nur wenige Wechselmöglichkeiten. Für ein gutes Niveau über 60 Minuten brauchen wir noch zwei, drei Spieler.“


LHC:
Hinzer, Adam (1 Tor); Widera (9), A. Takev (5), R. Takev (4), Efa (4), Nietzel (2), Schulze (1), Hüneburg,  Reimann, Gogava.