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| 16:41 Uhr

Fussball
Ein Spanier rettet Saspow vor dem Abstieg

Alejandro Sanchez mit seinen beruflichen und sportlichen Begleitern Henryk Lattacz und Stefan Zupp (r.).
Alejandro Sanchez mit seinen beruflichen und sportlichen Begleitern Henryk Lattacz und Stefan Zupp (r.). FOTO: Georg Zielonkowski
Cottbus. Mit der Verpflichtung von Alejandro Sanches Iborra ist dem Verein im Cottbuser Norden ein Glücksgriff gelungen – nicht nur sportlich. Von Georg Zielonkowski

Eine gewaltige Aktie hatte wohl „General Zufall“ daran, dass sich der SV Motor Saspow vor rund zwei Jahren die Dienste eines außergewöhnlichen Spielers sichern konnte. Kreuzten sich doch die dienstlichen Wege des Trainers der Saspower Männermannschaft Stefan Zupp und eines gewissen Alejandro Sanches Iborra. Was den Coach des Kreisoberligisten veranlasste, sich die fußballerischen Fähigkeiten des damals 22-jährigen regional erfolgreichen Hobby-Kickers aus dem Raum Alicante anzusehen.

Dessen technischen Fertigkeiten, sein sympathisches und sehr bescheidenes Wesen sorgten kurz darauf dafür, dass der in der Ausbildung zum Anlagen-Mechaniker stehende ganz schnell eine sportliche Heimat im Cottbuser Vorstadtverein fand. Für die nach den Abgängen ihrer Führungsspieler Alexander Herzog und Kevin Hauf immer mehr in Abstiegsnöte geratenen Saspower kam der Neuzugang einem Lottogewinn gleich. War es doch der offensive Mittelfeldspieler, der in der abgelaufenen Saison bei seinen 25 Einsätzen 17 Treffer erzielte und damit allein für ein knappes Drittel aller Treffer des SV Motor sorgte.

Doch nicht nur deshalb ist Alejandro im Team absolut anerkannt. So lobt Christian Stanschuß den Ausnahmespieler wegen dessen sympathischen Auftretens, seiner Hilfsbereitschaft und Bescheidenheit. „Na, und dass er uns mit seinen Leistungen gegen Ende der Spielzeit immer weiter von den Abstiegsplätzen nach oben geschoben hat, war zu großen Teilen seiner fußballerischen Qualität zuzuschreiben.“

Derzeit befindet sich der Spanier, der 2015 mit 18 Landsleuten zur Ausbildung nach Deutschland kam, im dritten Lehrjahr in der Wärmeversorgungsgesellschaft WVG in Cottbus. Dort hat er mit Henryk Lattacz einen Vorarbeiter an der Seite, der ihm gerade in der ersten Zeit in neuer Umgebung eine große Hilfe war: „Jeden Tag habe ich ihm drei deutsche Worte vorgegeben, die er samt ihrer Bedeutung tags darauf wiederholen musste. Nicht Abseits und Eckball hießen bei uns die Vokabeln, die hat er schon bei seinem Verein gelernt. Bei uns ging es eher um beruflich wichtige Begriffe wie etwa Schraubenzieher, Zange oder Zollstock. So ist er in der deutschen Sprache richtig gut vorangekommen.“

Für Saspows „Klassenerhalts-Retter“ wird seine neue Sprache schon bald sehr wichtig. „Wenn ich nach der Ausbildung heim gehe, möchte ich in Spanien bei einer deutschen Firma arbeiten. Die Sprachen Deutsch und Spanisch zusammen werden dann sicher hilfreich sein“, hofft der Fan von Championsleague-Sieger Real Madrid. Wobei es nicht überrascht, dass er Toni Kroos als Lieblingsspieler nennt.

Spricht man Alejandro Sanches Iborra jedoch auf den recht naheliegenden Vergleich an und redet von einem großartigen deutschen Kicker in Spanien und einem Spanier, der in Saspow herausragt, gibt es von ihm ein klares Veto. Weil sich der 24-Jährige überhaupt nicht in einer derartigen Ausnahmestellung sehen will.