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Die Flitzer vom Schwielochsee

Rasante Entwicklung: Die Rennfahrer der Schlauchbootklassen vertreten den Klub auch überregional.
Rasante Entwicklung: Die Rennfahrer der Schlauchbootklassen vertreten den Klub auch überregional. FOTO: Verein
Cottbus. Begonnen hat die Geschichte des heutigen "Motor-Yacht und Wasserski-Clubs Schwielochsee" schon lange vor dessen offizieller Gründung. Waren doch in den Jahren zuvor einige Wasser-Wanderer mit ihren Faltbooten unter dem Dach der BSG Motor unterwegs und hatten sich zu einer Sektion Kanu zusammengeschlossen. Georg Zielonkowski / ski1

Die Gründung des MC Schwielochsee datiert aus 1967, als sich sieben Männer in der längst abgerissenen Vorpark-Gaststätte in Cottbus-Sandow zu einer Gründungsversammlung trafen. Dieses Septett und einige weitere Wassersport-Interessenten wurden schon bald danach auf einem Stück Bodenreformland in Speichrow heimisch. Hier wurden mit viel Enthusiasmus und unzähligen Arbeitsstunden am Doberburger Mühlenfliess ein Vereinsheim, ein Bootshaus und Steganlagen errichtet, die im Lauf der Jahre ständig wuchsen.

Erster Vorsitzender des MCS war Klaus Schiemenz, der den Club seit der Gründung stolze 45 Jahre lang führte. Er kann für sich in Anspruch nehmen, diesen Club, speziell mit seiner Abteilung Motorboot-Rennsport, bis zur internationalen Präsenz geführt zu haben. Insgesamt 13 Mal gastierten die Renner mit ihren superflachen Flitzern am Kleinen Schwielochsee. Hier fühlten sich die Fahrer aus den Ostblockstaaten ebenso heimisch, wie die DDR-Armada von Bernhard Danisch über Bernd Beckhusen bis Klaus Driefert. Doch nicht nur als allseits gelobter Veranstalter von Meisterschaftsläufen der Motorboote machte sich der Club einen Namen, stellte doch der MC Schwielochsee mit Wolfgang Czerniewski von 1996 bis 1999 dreimal in Folge den Deutschen Meister der Außenbord-Klasse O 350.

Neben den Rennern waren und sind bis heute die Wasserski-Piloten ein wichtiger Bestandteil des nun 50-jährigen Vereins. In 1982 fand vor dem "Strandcafe" in Jessern sogar eine DDR-Meisterschaft statt, die offenbar eine Initialzündung für die gastgebenden Sportler darstellte. Fortan gehörte auch dieser rasante Sport mit seinen Disziplinen Sprung, Slalom und Trick ins Spektrum der Vereinsarbeit. Erfolge blieben nicht aus, fuhren und sprangen doch Torsten Gassan und Melanie Haschock zu Titeln bei Deutschen Meisterschaften.

Man täte den heute im Verein gelisteten 135 Mitglieder Unrecht, würde man das Clubleben auf nur diese beiden Disziplinen reduzieren. Neben dem Tourismus auf den Wasserwegen sind es bis heute die Rennfahrer der Schlauchbootklassen, die den jetzt 50-jährigen Club überregional präsentieren.