| 18:22 Uhr

Radball
Deutschland ist Weltmeister – und Cottbus fiebert mit

Gerhard (l.) und Bernd Mlady sind sensationell Weltmeister im Radball geworden.
Gerhard (l.) und Bernd Mlady sind sensationell Weltmeister im Radball geworden. FOTO: Wilfried Schwarz / Schwarz, Wilfried
Cottbus. Die neuen Champions Gerhard und Bernd Mlady wurden einst von einem Lausitzer Radball-Duo besiegt. Von Gerold Noack

Deutschland ist Weltmeister! Und zwar im Radball. Nach sechs Jahren der Übermacht der Österreicher und Schweizer Radballduos ist es den Gebrüdern Bernd und Gerhard Mlady jüngst gelungen, den WM-Titel nach Deutschland zurückzuholen. Die Cottbuser Radballer haben während des Turniers im Livestream mitgefiebert – und das mit zum Teil ganz persönlichen Gedanken. Denn die heutige 1. Männer-Mannschaft des Lausitzer Radsportvereins (LRV) Cottbus mit Vincent Noack und Matthias Lucas hat vor vielen Jahren tatsächlich einmal ein Spiel gegen die nun frisch gebackenen Weltmeisterbrüder Bernd und Gerhard Mlady gewonnen. Das Duo bezwang nun den vierfachen Serienweltmeister Patrick Schnetzer und Markus Bröll ausgerechnet in deren Heimat Dornbirn (Österreich).

Die erste Hürde im Vorfeld der WM war für die Brüder vom RMC Stein die deutsche Konkurrenz. Sie setzten sich nach Platz 1 unter den zwölf Teams der 1. Bundesliga auch in den anschließenden „Final Five“ durch, mussten sich aber bei der Deutschen Meisterschaft den Männern vom RV Obernfeld geschlagen geben. Die Gesamtpunkte der Klassifikation reichten aber für das WM-Ticket.

 Die Vorrundenspiele der sechs Mannschaften Österreich, Schweiz, Tschechien, Belgien, Frankreich und Deutschland der A-Gruppen-WM dominierte zunächst der bis dato Weltmeister mit deklassierenden Siegen 12:4 gegen Belgien und 11:3 gegen Tschechien. Die Deutschen kamen schwerer ins Turnier – verloren gegen die Schweiz 2:5. Sie spielten dann aber 3:3 gegen Österreich – ein erstes Achtungszeichen.

Nach der Vorrunde auf Platz 3, erkämpften Mlady/Mlady im Halbfinale gegen die Schweiz ein rein taktisch bestimmtes, seltenes 1:0. Das Finale zwischen dem bis dahin ungeschlagenen amtierenden Weltmeister und Favoriten Österreich und den am Finaltag in Topform auftretenden Deutschen begann mit dem Wechselspiel von Abtasten und hartem Kampf. Der Weltmeister ging schnell 1:0 in Führung. Zur Halbzeit führten Mlady/Mlady 3:2. Die zweite Hälfte begann mit dem 3:3. Erst in letzter Minute gelang mit einem Eckball die deutsche Führung. Das letzte „Anrennen“ der Österreicher blieb vergebens. Bernd und Gerhard Mlady, einst noch von zwei Cottbusern besiegt, wurden Weltmeister.