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| 02:39 Uhr

Der unzufriedene Tabellen-Primus

Steuerte drei Treffer bei: Richard Lößner.
Steuerte drei Treffer bei: Richard Lößner. FOTO: steffen Beyer/sby1
Cottbus. Der LHC Cottbus erobert mit einem 30:23 (15:9) gegen OSF Berlin den Spitzenplatz in der Handball-Oberliga. Trotzdem schimpft Kapitän Marcus Meier danach lautstark. Wolfgang Swat / wsw1

() Nach dem Abpfiff des Spiels des LHC Cottbus gegen die SG OSF Berlin in der Handball-Oberliga blickte LHC-Kapitän Marcus Meier am Samstagabend missmutig auf die Anzeigetafel in der Lausitz-Arena. Dabei war es gar nicht schlecht, was ihm da in Leuchtziffern entgegen flimmerte: 30 Tore für die Heimmannschaft, 23 für den Gast. "Das kann man ja gar keinen zumuten", grollte Meier dennoch. "Wir haben totale Scheiße gespielt", so sein deftiges Urteil über das den 835 Zuschauern in der Arena Dargebotene.

So viel Unzufriedenheit nach einem gewonnenen Spiel und dem endlich eroberten Spitzenplatz beim neuen Tabellen-Primus? "Wir haben in der Abwehr schlecht gestanden und im Angriff zu viele Bälle verworfen", begründete der LHC-Kapitän seinen Missmut. Schon nach 20 Spielminuten hatte Meier, der vornehmlich im Angriff agierte, mit seiner geballten Faust eine Werbebande malträtiert. Gerade hatte er einen Wurf neben das Gästetor gesetzt. Es war nicht sein erster Fehlschuss in diesem Spiel, von denen es in Halbzeit eins insgesamt zehn beim LHC gab.

Dabei hatte es gut angefangen: Nick Widera traf mit seinem ersten Wurf zum 1:0 für den LHC und leitete damit den Start-Ziel-Sieg ein. Doch schon in der Anfangsphase war spürbar, dass Sand im Angriffs-Getriebe des LHC war. Ungenaue Abspiele, die erst durch ein zweites oder drittes Zupacken in den Reihen der Lausitzer Rothemden behauptet werden konnten, ließen die Fans mehrmals aufstöhnen.

Die Abwehr hingegen agierte gut, war beweglich, flexibel und kampfstark, und als Julien Adam im Tor den Berlinern auch noch einen Siebenmeter abkaufte, war der Widerstand der Gäste bereits erheblich reduziert. Als dann auch noch Meier nach seinem Bandenhieb binnen fünf Minuten gleich dreimal den Ball im gegnerischen Tornetz zappeln ließ, war beim Halbzeitstand von 15:9 die Hälfte der Vorgabe der LHC-Trainer für dieses Spiel so gut wie erfüllt. Mehr als 30 Tore zu erzielen und weniger als 20 zuzulassen, war als Devise ausgegeben. Offensichtlich war den LHC-Spielern aber entfallen, dass ein Nichterfüllen der Vorgaben mit Straftraining in Form von 200-Meter-Läufen abgegolten werden muss. Trotz des Sieges müssen sie nun laufen.