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Der Beste ist am Ende der Traurigste

Der tragische Held: Kevin Schade (l.) traf vorne zur Führung, verursachte hinten aber auch einen Strafstoß.
Der tragische Held: Kevin Schade (l.) traf vorne zur Führung, verursachte hinten aber auch einen Strafstoß. FOTO: fly1
Cottbus. Der U 16-Nachwuchs vom FC Energie Cottbus kommt im Relegationshinspiel gegen Eichsfeld nicht über ein 1:1 hinaus. Auch weil Torschütze Kevin Schade in der Nachspielzeit einen Elfmeter verursacht. Das Rückspiel steigt in einer Woche. Georg Zielonkowski / ski1

Mit einer überragenden Bilanz ungeschlagener 26 Partien in der Brandenburg-Liga und einer großartigen Torbilanz von 115:8 Treffern ist kürzlich die zweite B-Jugend-Mannschaft des FC Energie Cottbus in die Relegationsspiele eingezogen. In zwei Begegnungen mit dem JFV Süd Eichsfeld, dem Ersten der Thüringen-Liga, wird nun der Aufsteiger zur Regionalliga gesucht. Nach einer großartigen spielerischen Leistung reichte es im Hinspiel am Sonntag für die Jungen des FC Energie Cottbus zuhause allerdings lediglich zu einem 1:1-Unentschieden.

"Aber um Himmels Willen kann ich meinen Jungs deshalb keinen Vorwurf machen", betonte U 16-Trainer Detlef Ullrich nach der Partie. "Weil sie eine wirklich ansehnliche Leistung gegen ein Team geboten haben, das ebenfalls ungeschlagen durch die Liga gezogen ist und dabei ebenfalls weit über 100 Tore erzielt hat. Und man muss bedenken, dass wir die gesamte Saison, genau wie jetzt auch in der Relegation, stets mit unserem jüngeren Jahrgang dieser Altersklasse ins Rennen gehen. Von daher ist dieses Remis als ein unbedingt gutes Ergebnis zu bewerten. Schade nur, dass die verdiente Belohnung ausgeblieben ist. Aber unseren Kevin Schade, der noch lange nach der Partie bitterlich geweint hat, den werden wir bis nächsten Sonntag schon wieder aufrichten. Schließlich soll er beim Auswärtsspiel wieder eine so tolle Partie abliefern", zeigte sich Ullrich trotz des in letzter Sekunde preisgegebenen Sieges hoffnungsvoll.

Tatsächlich war die Szene in der Nachspielzeit eine äußerst unglückliche. Da ging Kevin Schade im Strafraum in einen Zweikampf. Doch als der gegnerische Angreifer schon keine Chance mehr auf eine erfolgsversprechende Aktion hatte, wurde er beim Abdrehen von Schade gefoult und der Strafstoßpfiff war folgerichtig. Dass sich die Gäste in der zweiten Nachspielminute über ihr einziges Tor des Tages ausgelassen freuten, war verständlich. Für den "Sünder" aber brach eine Welt zusammen. War er es doch gewesen, der nur vier Minuten zuvor seine Mannschaft mit einem mustergültigen Kopfball nach einem Eckstoß verdient mit 1:0 in Front gebracht hatte.

Die 72 Besucher am Cottbuser Priorgraben erlebten bis dahin eine ausgeglichene Partie zweier souveräner Staffelsieger, die auch mit Chancen nicht geizten. Nach diesen Möglichkeiten sprach Trainer Ullrich von einem Verhältnis von 5:4 für Cottbus. "Wenn ich aber die tausendprozentigen Chancen aufrechne, haben wir diese Wertung mit 2:0 für uns entschieden. Da hat vielleicht die letzte Souveränität in so einem wichtigen Spiel gefehlt. Normalerweise fallen in dieser Altersklasse Tore, wenn ein Spieler allein auf den Torhüter zuläuft, diesmal war das aber leider nicht so."

Trotz dieses Unentschiedens ist für die Cottbuser der Weg in die Regionalliga weiterhin machbar. Ein Sieg würde für das Erreichen dieses Ziels genügen. Zumal ein Aufstieg von Energies U 16-Junioren einen schönen Nebeneffekt hätte. Stecken doch in der Mannschaft des jüngeren B-Jugend-Jahrgangs genau die Kicker, für die die leicht älteren Vereinskollegen um Trainer Sebastian König kürzlich den Aufstieg in die Bundesliga schafften. Mit einem eigenen Aufstieg zur Regionalliga würde ein gutes Stück Selbstbewusstsein hinzukommen. Das Rückspiel in Thüringen steigt am nächsten Sonntag (11 Uhr).