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| 17:42 Uhr

Fussball
Chronik über „schwarze Zunft“

Fast 3000 Namen, Daten, viele Fotos: Ralf Wittchen zeigt seine Schiedsrichter-Chronik, die man bei ihm auch kaufen kann.
Fast 3000 Namen, Daten, viele Fotos: Ralf Wittchen zeigt seine Schiedsrichter-Chronik, die man bei ihm auch kaufen kann. FOTO: Georg Zielonkowski
Cottbus. Der Ex-Referee Ralf Wittchen hat einen Almanach über Brandenburger Schiedsrichter verfasst. Von Georg Zielonkowski

Früher agierte er bei Fußballspielen der DDR-Oberliga an der Linie. Nun hat Ralf Wittchen in mühevoller Kleinarbeit Fakten, Statistiken und Belege zusammengetragen und diese in einem 218 Seiten starken Druckwerk untergebracht.

„Fußball-Schiedsrichter-Chronik für das Land Brandenburg“ heißt das Nachschlagewerk, das das Schiedsrichterwesen von 1900 bis hin zu den aktuellen Einsätzen im Ligabetrieb 2017/2018 beleuchtet. Dabei hat Ralf Wittchen das ganze Land Brandenburg erfasst, also auch die Zeit des Schiri-Wesens in der Provinz Mark Brandenburg seit 1900, dem Gründungsjahr des Deutschen Fußball Bundes (DFB). Auch sind die früheren Bezirke Frankfurt (Oder) und Potsdam in die Betrachtung eingeflossen, in der sich natürlich auch Cottbus wiederfindet.

Ungeahnte Beweisstücke rund um das Amtieren der Männer der „schwarzen Zunft“ finden sich in Wittchens Chronik wieder. Auch gibt es fotografische Beweisstücke aus Zeiten, als die Spielleiter noch mit Jackett, Hemd, Schlips und Mütze über das Spielfeld eilten, um die Einhaltung der 1846 verabschiedeten 17 Fußballregeln zu überwachen.

Die DDR brachte übrigens vor und nach der Wiedervereinigung international anerkannte Schiedsrichter hervor. Herausragendes Beispiel dafür ist der Leiter des WM-Finales von Mexiko 1970 (Brasilien gegen Italien), Rudi Glöckner. Der war zwar kein Brandenburger, dennoch aber eine Lichtgestalt für die Entwicklung des Schiedsrichterwesens auch in der Mark.

So spielen die sieben Schiedsrichter, die in der Fifa-Liste genannt werden, vom Frankfurter  Siegfried Kirschen über die Forster Hans Neumann und Willi Schneider bis hin zum Wusterhausener Fritz Köpke, eine besondere Rolle in der Chronik. Genau wie die drei bis heute einzigen Leiter von Spielen der 1. Bundesliga, Frank Fleske, Siegfried Kirschen und Hans Jürgen Stenzel.

Nicht nur für die heute nach oberen Spielklassen strebenden Nachwuchs-Schiris, wie etwa den Willmersdorfer Henry Müller, der inzwischen als Assistent bei Begegnungen der 2. Bundesliga eingesetzt wird, ist dieser Almanach ein interessantes Nachschlagewerk.

Die Chronik vertreibt der Autor selbst zum Preis von 12 Euro. Anfragen und/oder Bestellungen sind über dessen Telefonanschluss 0355 872207 oder via Mail möglich: za_dr.wittchen@web.de