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| 17:04 Uhr

Fussball
Burger Landesklassen-Rückzug sorgt für Frust

Das Bild zeigt die aktuelle Situation: Die Burger Fußballer, hier Kilian Wirth, sind am Boden und ziehen sich aus der Landesklasse zurück.  .
Das Bild zeigt die aktuelle Situation: Die Burger Fußballer, hier Kilian Wirth, sind am Boden und ziehen sich aus der Landesklasse zurück. . FOTO: Sven Bock
Burg/Peitz/Luckau. In Peitz und Luckau ärgert man sich wegen der späten Bekanntgabe des Verzichts der Spreewald-Kicker und der eigenen Zwangsversetzung. Von Sven Hering

Die Gerüchte machten schon seit einiger Zeit die Runde, jetzt ist es offiziell: Die SG Burg wird sich aus der Fußball-Landesklasse zurückziehen und künftig im Männerbereich nur noch mit einem Team spielen: in der Fußball-Kreisliga.

Mit dem Abstieg aus der Landesliga, so erklärt der Burger Verein, sei ein nicht zu verkraftender Aderlass aus der ersten Männermannschaft verbunden. Trotz erheblicher Anstrengungen und vielen Gesprächen mit möglichen neuen Spielern sei es nicht gelungen, Zusagen für einen spielfähigen Kader zu bekommen.

Mit dieser Konsequenz wurde in Burg im Falle eines Abstiegs gerechnet. Hat doch der Verein damit den für viele Spieler noch durchaus vorhandenen sportlichen Anreiz verloren. Der Abstieg hat jetzt allerdings eine Entwicklung nur beschleunigt, die sich bereits seit einiger Zeit ankündigt.

Seit Jahren hat die SG Burg in jeder Sommerpause wichtige Leistungsträger verloren. „Und Jahr für Jahr wurde es schwieriger und aufwändiger, Spieler für Burg zu überzeugen“, heißt es in der jetzt veröffentlichten Stellungnahme der Spreewald-Kicker. In der Landesklasse sei dies fast unmöglich. Entweder es bestehe von vornherein kein Interesse oder es würden Forderungen an den Verein gestellt, die fern jeder Realität sind.

„Da es uns nun getroffen hat, ist die Entscheidung leider unumgänglich. Mit Blick in unsere Fußballregion ist es durchaus möglich, dass in den kommenden Jahren auch andere Vereine in eine ähnliche personelle oder finanzielle Situation kommen könnten“, so die Burger Kicker in der Erklärung.

Es fehlte im Verein bis auf wenige Ausnahmen immer ein Kern an Spielern, die in Burg von klein auf das Fußballspielen gelernt haben. Die SG war daher auf viele „auswärtige“ Spieler angewiesen, die durchaus weite Fahrtwege auf sich genommen haben. Dass dies nicht ohne eine gewisse Aufwandsentschädigung ging, leuchtet ein. Den damit verbundenen finanziellen Aufwand wollte der Verein so aber in der Landesklasse nicht weiter tragen.

Den Ruf als Retortenmannschaft wurden die Burger in den letzten Jahren einfach nicht mehr los. Der Burger Bürger kannte kaum einen Spieler, weil die von überall hergeholt wurden und keine Bindung zum Dorf hatten. Dabei hatte man im Verein schon vor ein paar Jahren das Problem erkannt. „Wir wissen genau, dass der beschriebene Zustand nicht gesund ist“, sagte bereits im Jahr 2014 Sven Benken im RUNDSCHAU-Interview, als er das Team als Trainer übernahm. „Wir werden alles daran setzen, dass die SG Burg tatsächlich wieder ein Burger Verein ist. Durch Männer, die eine gewisse Nähe zum Dorf haben, die sich da und dort zeigen und auch mal helfen. Damit bei den Heimspielen nicht nur 30 Kurgäste aus der Fremde hinter der Bande stehen, sondern auch die Fußballfreunde aus Burg ihrer Mannschaft die Unterstützung geben. Weil es ihre Jungs sind, die da um Punkte kämpfen“, so Benken. Gelungen ist das dem Verein allerdings nicht.

Jetzt soll mit allen Spielern der zweiten Männermannschaft – verstärkt durch die verbleibenden Spieler aus der ehemaligen ersten Männermannschaft und nachrückenden Talenten aus dem Nachwuchs – eine gute Saison in der Kreisliga gespielt werden. Die Burger hoffen, dass es dann nächstes Jahr gelingt, eine Mannschaft für die Kreisoberliga zu stellen.

In Peitz und Luckau ist man ob der Entwicklung in Burg wenig erfreut. Vor allem, dass die Vereinsspitze nicht schon zeitiger den Rück­zug kommuniziert hat, nimmt man den Burgern übel. Peitz und Luckau – bisher in der Landesklasse Süd spielend – wurden nämlich für die nächste Saison in die Landesklasse Ost versetzt. Auch, um Platz in der Staffel Süd für den Absteiger aus Burg zu schaffen, der jetzt nicht benötigt wird.

Für die Versetzten bedeutet das vor allem weitere Fahrtwege und deutlich höhere Kosten. „Sportlich fair wäre es, wenigstens eine der beide Mannschaften, FSV Luckau oder SG Peitz, zurück in die Landesklasse Süd zu stecken. Spielpläne brauchen nicht neu geschrieben werden, denn es braucht nur ein Startplatz übernommen werden. Und ob die Landesklasse Süd mit 15 Mannschaften an den Start geht oder die Landesklasse Ost, spielt keine Rolle“, schreibt Tobias Krause von Rot-Weiß Luckau in einer Reaktion auf Facebook. „Uns fehlt mittlerweile ernsthaft der Glauben an Gerechtigkeit“, heißt es bei Eintracht Peitz. Kritik äußert man auch in Richtung Fußball-Landesverband (FLB): „Eine Anfrage beim FLB können wir uns ersparen. Trotz immer lauter werdenden Hilferufen von Vereinen und Fußballkreisen beißt man sich lieber weiterhin fest an Statuten und Paragraphen. Lieber lässt man uns die knapp 1000 Kilometer mehr durch die Landesklasse Ost tingeln, anstatt die alten Strukturen zu modernisieren und auch mal Gesprächsbereitschaft zu zeigen.“

FLB-Geschäftsführerin Anne Engel konnte auf RUNDSCHAU-Nachfrage noch nichts zu dem Problemfall sagen. Sie war nach ihrem Urlaub am Montag erst den ersten Tag zurück und müsse sich jetzt erst einmal ein Bild von der Situation verschaffen.

Viel Zeit für eine Korrektur der Staffeleinteilung bleibt nicht. Die Landesklasse startet am 25. August in die neue Serie. Luckau und Peitz haben zunächst Heimspiele, ehe es dann auf Reisen geht. Peitz muss am zweiten Spieltag nach Luckenwalde, für Luckau stünde ein Spiel in Müllrose auf dem Plan.